ETF-Altersvorsorge: So baust du dir mit ETFs eine private Rente auf
ETFs gelten als einer der einfachsten Wege, die Rentenlücke zu schließen. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel du sparen musst, welcher ETF passt und was das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 bringt.
Stand:
Warum ETFs für die Altersvorsorge? Rentenlücke und Grundprinzip
ETF-Altersvorsorge bedeutet, über Jahrzehnte hinweg regelmäßig in börsengehandelte Indexfonds zu investieren, um die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und deinem gewohnten Lebensstandard zu schließen. Statt einzelne Aktien auszuwählen, kaufst du mit einem ETF-Anteil hunderte oder tausende Unternehmen auf einmal – breit gestreut, transparent und kostengünstig. Wer sich stattdessen näher mit Strategien rund um einzelne Aktien beschäftigen will, findet im Ratgeber Aktienstrategie: Die 7 wichtigsten Strategien im Überblick eine Einordnung, wie sinnvoll das gegenüber dem passiven ETF-Ansatz ist.
Diese Lücke ist real: Das Rentenniveau ist gesetzlich bis zum 1. Juli 2031 bei mindestens 48 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens abgesichert. Wer vorher deutlich mehr verdient hat, muss im Ruhestand also mit spürbar weniger auskommen.
Der Zinseszinseffekt macht ETFs zum wirkungsvollen Ausgleich: Wer früh beginnt, lässt Erträge über Jahrzehnte mitverzinsen, statt sie jedes Jahr neu zu investieren. Wie sich ein ETF-Depot grundsätzlich aufbaut, erklärt der Ratgeber richtig in ETFs investieren.
Verglichen mit klassischen Rentenversicherungen punkten ETFs durch niedrige Kosten und volle Flexibilität: Du bestimmst Sparrate, Pausen und Entnahme selbst, ohne Vertragsbindung an einen einzelnen Anbieter.
Besonders wichtig ist ETF-Altersvorsorge für Selbstständige und Berufseinsteiger ohne betriebliche Altersvorsorge: Sie tragen die volle Vorsorgelücke allein und profitieren am stärksten von einem frühen, disziplinierten Start.
Wie viel musst du monatlich sparen? Rechenbeispiele nach Alter
Wie viel du monatlich sparen musst, hängt vor allem von deinem Startalter und deinem Wunschkapital zur Rente ab. Als Faustregel gilt: Je früher du beginnst, desto kleiner darf die Sparrate ausfallen – der Zinseszinseffekt übernimmt den Rest der Arbeit.
Die folgende Tabelle zeigt das Endkapital bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren, gerechnet mit einer vorsichtigen jährlichen Rendite von 6 Prozent – bewusst unter dem historischen Durchschnitt des MSCI World von 7 bis 8 Prozent, um Schwankungen abzufedern.
| Startalter | 200 €/Monat | 300 €/Monat | 500 €/Monat |
|---|---|---|---|
| 25 Jahre (42 Jahre Laufzeit) | ca. 454.000 € | ca. 681.000 € | ca. 1.135.000 € |
| 35 Jahre (32 Jahre Laufzeit) | ca. 232.000 € | ca. 347.000 € | ca. 579.000 € |
| 45 Jahre (22 Jahre Laufzeit) | ca. 109.000 € | ca. 164.000 € | ca. 273.000 € |
Die Zahlen sind Bruttowerte vor Steuern und Depotkosten – ein zehn Jahre späterer Start halbiert das Endkapital bei gleicher Rate ungefähr. Wie viel Sparrate realistisch in dein monatliches Budget passt, ermittelst du mit dem Budget-Rechner.
Wer die Sparrate jährlich um wenige Prozent erhöht, etwa im Gleichschritt mit der Gehaltsentwicklung, gleicht einen späteren Einstieg leicht aus, ohne den Lebensstandard spürbar einzuschränken.
Der richtige ETF fürs Alter: MSCI World, FTSE All-World & Auswahlkriterien
Für die Altersvorsorge eignen sich vor allem breit gestreute Welt-ETFs wie der MSCI World oder der FTSE All-World: Beide bündeln tausende Unternehmen in einem einzigen Fondsanteil. Der MSCI World erzielte seit den 1970er-Jahren im Schnitt eine Rendite von 7 bis 8 Prozent pro Jahr.
Der FTSE All-World deckt zusätzlich Schwellenländer wie China oder Indien ab und ist damit noch breiter aufgestellt als der MSCI World, der sich auf Industrieländer beschränkt. Beide Indizes überschneiden sich stark, weil US-Konzerne in beiden das größte Gewicht haben.
Bei der Auswahl zählen vier Kriterien: eine niedrige Kostenquote (TER) von möglichst unter 0,3 Prozent pro Jahr – viele große Welt-ETFs liegen zwischen 0,12 und 0,22 Prozent –, physische statt synthetische Nachbildung, ein ausreichend hohes Fondsvolumen sowie eine thesaurierende statt ausschüttende Variante, damit Erträge automatisch reinvestiert werden.
Welche Anlagestrategie – ein einzelner Welt-ETF oder eine Kombination mehrerer Indizes – zu deinem Risikoprofil passt, zeigt der Ratgeber Anlagestrategie.
Manche Anleger ergänzen den Welt-ETF um einen Nebenwerte- oder Themen-ETF, um gezielt Regionen überzugewichten. Für die Altersvorsorge reicht in den meisten Fällen jedoch ein einziger, breit gestreuter Welt-ETF völlig aus – zusätzliche Bausteine erhöhen vor allem Komplexität und Verwaltungsaufwand.
Schritt für Schritt: ETF-Sparplan für die Rente einrichten
Ein ETF-Sparplan für die Rente lässt sich in wenigen Schritten einrichten und läuft danach automatisch im Hintergrund mit.
- Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen – wichtig sind niedrige Ordergebühren und ein kostenloser Sparplan.
- Einen breit gestreuten Welt-ETF auswählen, etwa auf den MSCI World oder FTSE All-World.
- Sparplan mit fester monatlicher Rate und einem Ausführungstag einrichten, zum Beispiel zum Monatsanfang.
- Dauerauftrag oder Lastschrift automatisieren, damit die Rate ohne manuelles Zutun eingezogen wird.
- Einmal im Jahr prüfen, ob Rate, ETF-Auswahl und Lebenssituation noch zusammenpassen – ohne bei jedem Kursrückgang einzugreifen.
Entscheidend ist Kontinuität: Ein Sparplan, der über Jahrzehnte unverändert läuft, schlägt in der Praxis fast immer den Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt abzupassen.
Bei der Brokerwahl lohnt sich ein Blick auf laufende Depotgebühren und mögliche Rabattaktionen auf den gewählten ETF: Kleine Unterschiede bei den Ordergebühren summieren sich über Jahrzehnte zu einem spürbaren Betrag.
Wer sich die Auswahl von Broker, ETF und Rebalancing nicht selbst zutraut, kann die ETF-Sparrate auch automatisiert über einen Robo-Advisor anlegen lassen – der Ratgeber Robo-Advisor oder Bankberater? Der ehrliche Vergleich zeigt, wann sich das gegenüber einem Sparplan in Eigenregie lohnt.
Staatlich gefördert: Das Altersvorsorgedepot ab 2027 (bis 540 € Zuschuss)
Das Altersvorsorgedepot ist ein neues, staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge, in dem frei in ETFs, Fonds und Aktien investiert werden kann. Es tritt ab 2027 an die Stelle der bisherigen Riester-Rente als Standardweg der geförderten privaten Vorsorge.
Der Bundestag beschloss das zugrunde liegende Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Banken, Broker und Vermögensverwalter das Altersvorsorgedepot anbieten.
Die Förderung ist gestaffelt: Der Staat zahlt 50 Prozent Zulage auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr (bis zu 180 Euro) und weitere 25 Prozent auf Beiträge bis 1.800 Euro pro Jahr (bis zu 360 Euro) – macht in Summe bis zu 540 Euro Zuschuss jährlich, wenn du selbst 1.800 Euro einzahlst. Für Kinder gibt es zusätzlich 100 Prozent Zulage auf Eigenbeiträge bis 300 Euro im Jahr. Ein Rechenbeispiel: Bei 1.200 Euro Eigenbeitrag im Jahr erhältst du rund 390 Euro Zulage – 180 Euro auf die ersten 360 Euro plus 25 Prozent auf die restlichen 840 Euro.
Die laufenden Kosten eines Standarddepots sind gesetzlich auf maximal 1 Prozent pro Jahr gedeckelt, und bestehende Riester-Verträge lassen sich freiwillig ins neue Depot übertragen. Stand August 2026 ist das Gesetz beschlossen, aber noch nicht in Kraft – Details zu den zertifizierten Anbietern folgen bis zum Start 2027.
Die Wertpapierauswahl im Altersvorsorgedepot ist dabei nicht komplett frei: Anbieter müssen zertifizierte, kostengünstige Fonds und ETFs vorschlagen, aus denen du auswählst – ähnlich wie bei einem kuratierten Sparplan-Angebot.
ETF-Altersvorsorge und Steuern: Vorabpauschale, Teilfreistellung, Freibetrag
Auf Gewinne aus ETF-Sparplänen fällt grundsätzlich die Abgeltungssteuer von 26,375 Prozent (inklusive Solidaritätszuschlag) an – aber erst, wenn du verkaufst oder der Sparerpauschbetrag überschritten ist. Bis dahin bleibt dein Depot steuerlich weitgehend in Ruhe.
Der Sparerpauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 Euro pro Jahr für Ledige und 2.000 Euro für Ehepaare – Kapitalerträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank hinterlegt hast.
Bei Aktien-ETFs mit mindestens 51 Prozent Aktienanteil greift zusätzlich die Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge bleiben von vornherein steuerfrei, nur die restlichen 70 Prozent werden besteuert.
Auch ohne Verkauf zieht das Finanzamt jährlich die sogenannte Vorabpauschale ein – eine pauschale Vorwegbesteuerung auf Basis eines Basiszinses. Für 2026 liegt dieser Basiszins bei 3,2 Prozent, wovon 70 Prozent als fiktiver Ertrag angesetzt werden. Bei einem thesaurierenden Welt-ETF mit langfristig positiver Wertentwicklung fällt sie meist nur gering aus.
Verluste aus ETF-Verkäufen lassen sich mit Gewinnen aus anderen Wertpapiergeschäften im selben Kalenderjahr verrechnen und mindern so die Steuerlast auf andere Erträge.
Risiken im Griff: Kursschwankungen und Umschichten vor der Rente
Das größte Risiko der ETF-Altersvorsorge sind Kursschwankungen: Aktienmärkte können über Jahre fallen, bevor sie sich erholen. Über 15-Jahres-Zeiträume seit 1975 lag die Rendite des MSCI World im schlechtesten Fall bei rund 2 Prozent pro Jahr – aber immer noch positiv – und im besten Fall bei knapp 14 Prozent pro Jahr.
Je länger dein Anlagehorizont, desto geringer wird dieses Risiko statistisch: Auf Sicht von 15 Jahren und mehr war der MSCI World historisch nie dauerhaft im Minus. Kurzfristige Crashs gleichen sich über Jahrzehnte in aller Regel aus.
Kritisch wird es erst kurz vor dem Renteneintritt: Ein Crash im letzten Sparjahr kann das Endkapital empfindlich treffen, wenn das gesamte Vermögen noch in Aktien-ETFs steckt. Deshalb schichtest du dein Depot idealerweise 5 bis 10 Jahre vor der Rente schrittweise in schwankungsärmere Bausteine wie Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen-ETFs um.
Dieses Umschichten sollte in festen Stufen erfolgen, nicht abrupt an einem einzigen Stichtag – so verringerst du das Risiko, ausgerechnet im falschen Moment zu verkaufen.
Zusätzlich zur zeitlichen Streuung hilft die Diversifikation über tausende Einzeltitel: Anders als bei einer Einzelaktie bedeutet die Pleite eines einzelnen Unternehmens im Welt-ETF praktisch keinen spürbaren Verlust für dein Gesamtdepot.
Entnahmephase: Wie das ETF-Depot zur Zusatzrente wird
In der Entnahmephase wird aus dem angesparten ETF-Depot eine monatliche Zusatzrente – entweder über einen Auszahlplan bei deiner Bank oder durch eigene, regelmäßige Verkäufe von Anteilen. Beides läuft im bestehenden Depot weiter, ein neuer Vertrag ist nicht nötig.
Eine verbreitete Faustregel ist die 4-Prozent-Entnahmerate: Wer im ersten Rentenjahr 4 Prozent des Depotwerts entnimmt und den Betrag danach nur mit der Inflation anpasst, senkt statistisch das Risiko, das Kapital vorzeitig aufzubrauchen. Wie sich daraus ein konkretes Zielkapital für die finanzielle Freiheit berechnen lässt, zeigt der Ratgeber Finanzielle Freiheit erreichen: Rechner, 4-%-Regel und Plan in 6 Schritten.
Alternativ lässt sich das Depot mit Dividenden-ETFs oder -Aktien kombinieren, um zusätzliche laufende Erträge zu erzielen, ohne Anteile verkaufen zu müssen. Wie sich eine solche Ausschüttungsstrategie aufbauen lässt, zeigt der Ratgeber Rente mit Dividende.
Wichtig: Auch in der Entnahmephase bleibt ein Rest-Aktienanteil sinnvoll, damit die Kaufkraft über eine 20 bis 30 Jahre lange Rentenzeit nicht durch Inflation aufgezehrt wird.
Wer das Depot über mehrere Jahre in Teilbeträgen verkauft statt auf einen Schlag, nutzt den jährlichen Sparerpauschbetrag mehrfach aus und reduziert dadurch die Steuerlast in der Entnahmephase.
ETF oder Immobilie – was ist die bessere Altersvorsorge?
Weder ETF noch Immobilie ist per se die bessere Altersvorsorge – beide funktionieren nach unterschiedlichen Prinzipien und passen zu unterschiedlichen Lebenssituationen. ETFs punkten mit Flexibilität und geringem Aufwand, Immobilien mit Hebelwirkung durch Fremdkapital und Mieteinnahmen. Ob sich eine vermietete Immobilie als Kapitalanlage für die eigene Situation überhaupt lohnt, hängt stark von Objekt, Lage und Finanzierung ab – der Ratgeber Wann lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage — und wann nicht? zeigt die wichtigsten Kriterien dafür.
| Kriterium | ETF-Sparplan | Vermietete Immobilie | Altersvorsorgedepot (ab 2027) |
|---|---|---|---|
| Rendite | historisch ca. 6–8 % p. a. | stark objektabhängig, oft 3–5 % netto | wie ETF-Anteil, Kosten gedeckelt |
| Liquidität | hoch, täglich handelbar | niedrig, Verkauf dauert Monate | eingeschränkt bis zum Ruhestand |
| Aufwand | gering, automatisierbar | hoch: Verwaltung, Instandhaltung, Mieter | gering, automatisierbar |
| Förderung | keine staatliche Förderung | Abschreibung, teils Zinsvorteile | bis zu 540 € Zulage pro Jahr |
Wer bereits eine vermietete Immobilie als Kapitalanlage plant, findet im Ratgeber Kaufen als Kapitalanleger die Grundlagen, und mit dem Immobilienkauf-Rechner lässt sich die Rendite konkret durchrechnen – im Vergleich zum ETF-Sparplan.
In der Praxis ist eine Kombination oft am robustesten: ETFs als flexibler, liquider Baustein, Immobilie als teilweise inflationsgeschützter, aber weniger liquider zweiter Baustein derselben Altersvorsorge.
Wer wenig Zeit oder Interesse an Immobilienverwaltung hat, ist mit einem ETF-Sparplan meist besser beraten; wer handwerklich aktiv ist und Fremdkapital nutzen will, kann mit einer Immobilie zusätzliche Hebelwirkung erzielen und zusätzlich von der steuerlichen Abschreibung vermieteter Wohnungen profitieren, die in der Vergleichstabelle oben als Förderung ausgewiesen ist.
ETFs in Riester, Rürup und betrieblicher Altersvorsorge
Klassische Riester- und Rürup-Verträge investieren meist nicht frei in ETFs, sondern in zertifizierte Produkte mit Beitragsgarantie – das kostet Rendite, weil ein Teil des Geldes für die Garantie vorgehalten werden muss statt investiert zu werden. Fondsgebundene Varianten mit ETF-Anteil existieren, sind aber die Ausnahme.
Bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) über Direktversicherung oder Pensionskasse setzen inzwischen mehr Anbieter auf ETF-basierte Fondspolicen statt klassischer Garantieprodukte. Bei Entgeltumwandlung ist ein Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent gesetzlich vorgeschrieben, was die bAV trotz geringerer Flexibilität attraktiv macht.
Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 tritt an die Stelle von Riester und erlaubt erstmals eine freie ETF-Auswahl bei staatlicher Förderung, ohne die Beitragsgarantie klassischer Riester-Verträge. Für viele Sparer dürfte es damit die renditestärkere Alternative zu den bisherigen geförderten Produkten werden.
Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, sollte vor einem Wechsel die individuellen Bedingungen prüfen – etwa, ob bereits gezahlte Zulagen bei einer Übertragung erhalten bleiben.
Rürup-Verträge (Basisrente) richten sich vor allem an Selbstständige und Gutverdiener ohne Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung: Beiträge lassen sich steuerlich absetzen, dafür ist das Kapital bis zur Rente gebunden und – anders als beim freien ETF-Depot – nicht vererbbar oder vorzeitig verfügbar.
Werkzeug verfügbar
Budget-Rechner
Der kostenlose Budget-Rechner zeigt, wie viel monatlicher Spielraum nach Fixkosten für die ETF-Sparrate realistisch bleibt – als Basis für die Rechenbeispiele in diesem Ratgeber.
Sparrate ermittelnHäufige Fragen
Sind ETFs als Altersvorsorge sinnvoll?
Ja, für die meisten Sparer sind ETFs ein sinnvoller Baustein der Altersvorsorge, weil sie breit gestreut, kostengünstig und langfristig historisch renditestark sind. Der MSCI World erzielte seit den 1970er-Jahren im Schnitt 7 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr. Wichtig ist ein langer Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren, damit sich Kursschwankungen ausgleichen können.
Wie viel sollte ich monatlich in ETFs für die Rente investieren?
Das hängt von Startalter und Wunschkapital ab: Wer mit 25 Jahren beginnt, kommt mit 200 bis 300 Euro monatlich langfristig auf ein sechsstelliges Endkapital. Als Faustregel gilt, so früh wie möglich zu starten und die Rate lieber niedrig, aber dauerhaft zu halten, statt gar nicht zu sparen. Ein Budget-Rechner hilft, die realistisch verfügbare Sparrate zu ermitteln.
Welcher ETF eignet sich am besten für die Altersvorsorge?
Für die meisten Sparer eignet sich ein einzelner, breit gestreuter Welt-ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World am besten. Entscheidend sind eine niedrige Kostenquote von unter 0,3 Prozent, physische Nachbildung und eine thesaurierende Ausschüttungsart. Wer stärker diversifizieren will, kombiniert einen Welt-ETF mit einem separaten Schwellenländer-ETF.
Was ist das Altersvorsorgedepot und wann kommt es?
Das Altersvorsorgedepot ist ein neues, staatlich gefördertes Wertpapierdepot, in dem frei in ETFs, Fonds und Aktien investiert werden kann – mit bis zu 540 Euro Zuschuss pro Jahr. Der Bundestag beschloss das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026, der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Banken und Broker das Depot anbieten.
Was passiert mit meinen ETFs, wenn kurz vor der Rente die Kurse fallen?
Ein Kurseinbruch kurz vor dem Ruhestand trifft dich nur dann hart, wenn dein gesamtes Kapital noch in Aktien-ETFs steckt. Deshalb schichtest du dein Depot idealerweise 5 bis 10 Jahre vor der Rente schrittweise in schwankungsärmere Anlagen wie Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen-ETFs um. So sinkt das Risiko, ausgerechnet im ungünstigsten Moment verkaufen zu müssen.
Muss ich auf meine ETF-Altersvorsorge Steuern zahlen?
Ja, grundsätzlich fällt auf Gewinne die Abgeltungssteuer von 26,375 Prozent an, sobald der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Ledige) beziehungsweise 2.000 Euro (Ehepaare) überschritten ist. Bei Aktien-ETFs bleiben zusätzlich 30 Prozent der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei. Auch ohne Verkauf wird jährlich eine geringe Vorabpauschale fällig, die auf dem aktuellen Basiszins beruht.
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GeldanlageQuellen
- Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt das Altersvorsorgedepot — abgerufen am 1. August 2026
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Bundeskabinett beschließt Rentenanpassung 2026 — abgerufen am 1. August 2026
- DKB: Das Wichtigste zum Altersvorsorgedepot — abgerufen am 1. August 2026
- Zendepot: MSCI World Rendite – was 30 Jahre Daten wirklich zeigen — abgerufen am 1. August 2026
- Zendepot: ETF-Kosten 2026 – diese Kosten und Gebühren fallen an — abgerufen am 1. August 2026
- Stiftung Warentest: Vorabpauschale-Rechner für Fonds & ETF 2026 — abgerufen am 1. August 2026
- AktienRenteRechner: MSCI-World-Rendite historisch — abgerufen am 1. August 2026
- Haufe: Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung in der bAV — abgerufen am 1. August 2026