Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Alexandra von Mama im Ländle

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen? Warum Familien?

Ich bin Mutter einer sechsjährigen Tochter und lebe in der Nähe von Stuttgart. Mit der Zeit fehlte mir ein regionaler Familienblog, der sich gleichzeitig auch mit überregionalen Themen beschäftigt.

Da ich als Freiberuflerin im Bereich Marketing & PR und als Autorin selbstständig bin und parallel dazu einen Buchverlag betreibe, war es naheliegend, einfach selbst einen Familienblog aufzuziehen. So ist im Herbst 2016 „Mama im Ländle“ entstanden.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Nein, da gab es keinen konkreten Blog als Vorbild. Eigentlich habe ich durch andere Blogs eher gelernt, was ich mit meinem Blog nicht sein bzw. darstellen möchte. Meine Familie zu vermarkten oder als Werbeplattform zu fungieren, kommt für mich nicht in Frage.

Ich stöbere häufig auf Familienblogs, die sich mit besonderen Themen befassen und wo meines Erachtens nach echter gesellschaftspolitischer Handlungsbedarf besteht, beispielsweise zum Thema Inklusion.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Mich interessieren Menschen und ihre Geschichten. Ich unterhalte mich gern, höre zu, lese zwischen den Zeilen. Ich mag Kultur und das Reisen. So stellen Interviews und Geschichten aus dem Leben sowie Ausflugs- und Reisetipps die Kernkompetenz meines Blogs dar.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Hm, das ist schwer zu sagen. Jeder Leser sucht unterschiedliche Themen, hat verschiedene Interessen und stellt somit eigene Anforderungen an einen Blog. Für mich persönlich ist ein Blog dann erfolgreich, wenn er authentisch und lebensnah ist und man seine Autoren in ihren Texten wiederfindet. Blogs, die heute mal ein Waschmittel und morgen einen Alleskleber bewerben, finde ich persönlich zu synthetisch.

Bist du durch dein Blog finanziell unabhängig(er) und wie lange hat es gedauert, bist du soweit warst? Wie viel verdienst du mit dem Bloggen? Oder bloggst du aus anderen Gründen als dem finanziellen Erfolg?

Ich blogge primär, weil ich das Schreiben und Fotografieren mag und weil ich durch meine Arbeit, durch soziale Kontakte oder durch private Interessen täglich viel Input bekomme, den ich über den Blog weitergeben kann. Der Blog ist bisher ein kleines finanzielles Zubrot zu meiner eigentlichen Arbeit im Marketing-/Verlagsbereich.

Spannend ist der Synergieeffekt, der sich aus beiden Tätigkeiten entwickelt: Durch die teilweise sensiblen Inhalte meiner Blog-Artikel, bin ich nochmals feinfühliger geworden, was die PR-Texte für meine Kunden angeht.

Es ging relativ schnell, dass „Mama im Ländle“ einige hundert Leser pro Tag verzeichnen konnte. Ich denke, das liegt an der breiten thematischen Aufstellung meines Blogs. Google Analytics gibt mir einen Überblick über die Klickraten und welche Beiträge am meisten gelesen werden.

Diese Erkenntnisse kann ich dann ins Themenscouting einfließen lassen. Wobei ich die Inhalte, über die ich blogge, meist ganz intuitiv und unabhängig von Klickraten auswähle. Wenn mich etwas interessiert, dann schreibe ich darüber.

Welche Fehler hast du beim Aufbau deines Blogs gemacht, aus denen Bloganfänger lernen können? Wie würdest du es jetzt anders machen?

Bisher haben sich meiner Einschätzung nach noch keine nennenswerten Fehler eingeschlichen. Ich bin bisher sehr zufrieden, wie alles läuft. Oft denke ich, der größte Fehler ist, zu wenig Zeit in den Blog zu stecken. Vom Feedback her nehme ich wahr, dass „Mama im Ländle“ Potenzial zum wachsen hat.

Ich selbst habe tausend Ideen, über was ich alles schreiben könnte und ich bekomme immer mehr Anfragen von Gastautoren, die gern einen Artikel bei mir veröffentlichen würden. Seit einigen Wochen nehmen auch die Kooperationsanfragen oder die Einladungen zu Blogger-Events zu.

Doch ich habe eben auch eine Familie und einen „richtigen“ Job, der getan werden will, so dass das Bloggen erst einmal Hobby und Nebenberuf bleibt. Aber wenn „Mama im Ländle“ weiterhin so toll wächst, freut mich das natürlich sehr.

Was gefällt dir am besten am Leben eines Bloggers?

Ich mag das selbstbestimmte Arbeiten und empfinde es als große Bereicherung, dass immer wieder spannende Themen und Menschen meinen Weg kreuzen. Auch das Feedback der Leser stimmt mich froh. Gerade zu Artikeln, die Geschichten aus dem Leben aufgreifen, erreichen mich häufig E-Mails.

Die Leser finden es gut, dass „Mama im Ländle“ auch Themen aufgreift, die nicht immer rosarot sind und dass Betroffene direkt zu Wort kommen. Und ich persönlich finde es viel schöner, andere Menschen ihre Geschichten erzählen zu lassen, als mich oder meine Familie zu vermarkten (so viel gäbe es da wohl auch gar nicht zu erzählen …).

Aber jeder Blogger tickt anders und das ist gut so. Denn nur so entsteht eine vielfältige Bandbreite an unterschiedlichen Themen. Ein Blick in die Blogger-Landschaft ist wie ein Blick ins Bücherregal: Neben Romanen tummeln sich Sach- und Kochbücher, neben Kinderbüchern steht die Reiseliteratur. So ist für jeden Leser etwas dabei.

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