Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Anne Schwarz vom Landleben

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Indem ich lebe! Wann immer ich etwas erlebt oder ausprobiert habe, kribbelt es mir einfach in den Fingern, darüber zu berichten. Mein Papa war Journalist, scheinbar habe ich das irgendwie geerbt. 😉

Ich bin von Natur aus ziemlich neugierig und beschäftige mich mit vielen verschiedenen Themen. Das führt dazu, dass sich auch mein Blog nicht einfach in so eine Schublade stecken lässt wie etwa Fotoblog, Gartenblog oder Bloggingmagazin.

Früher habe ich oft an mir selbst gezweifelt, weil mein Blog und überhaupt mein ganzes Leben nicht diesen einen roten Faden hat, sich nicht nur auf ein bestimmtes Thema beschränkt. Ich beneidete andere, die genau wissen, was „ihr Ding“ ist. Schließlich wird ja auch immer wieder dazu geraten, mit seinem Blog eine möglichst spezifische Nische zu besetzen.

Tja – ich versuchte mein buntes Sammelsurium an Themen aufzudröseln, indem ich verschiedene Blogs parallel führte: ein Musikmagazin mit Konzertberichten, ein Fachblog zum Thema Coding und WordPress, ein persönlicher Blog, … aber spätestens mit Ende meines Studiums war das zeitlich nicht mehr stemmbar.

Mittlerweile habe ich nur noch einen Blog und es als eine meiner Stärken zu schätzen gelernt, dass ich eben ein breitgefächertes Interesse an allem Möglichen habe. Und dass es sehr wohl einen roten Faden gibt – nämlich mich und mein Leben.

Originalität, Herzblut – und die richtige Mischung aus interessanten Inhalten, einer guten Schreibe, einem ansprechenden Layout mit passenden Fotos bzw. Illustrationen und nicht zuletzt klugem Marketing. Das ist für mich das Handwerkszeug, was ins Blogger-Repertoire gehört.

Dazu kommt dann noch dieses gewisse Etwas, das einen Blog erst lebendig macht – spielen wir mal Bullshit-Bingo und nennen es „Authentizität“. Denn ein Blog kann zwar durchgestylt und fehlerfrei sein, aber trotzdem blutleer und austauschbar daherkommen.

Wenn ich nur aufs Geld gucke und die Einkünfte aus dem Blog mit meinem regulären Job vergleiche: nein.

Ich achte sehr genau darauf, mit welchen Firmen ich unter welchen Bedingungen zusammenarbeite und nehme daher nur ausgesuchte Kooperationsanfragen an. Damit lasse ich mir natürlich viel Geld „durch die Lappen gehen“, die Qualität meines Blogs ist mir das aber wert – es ist ja schließlich keine Litfasssäule. Die Einkünfte aus dem Affiliate-Marketing sind nett, reichen aber definitiv nicht zum Leben.

Nichtsdestotrotz lohnt sich das Bloggen für mich! Weil es eine großartige Möglichkeit ist, Inhalte in Eigenregie zu veröffentlichen. Weil ich dadurch unglaublich viel gelernt habe. Und weil es mir einfach verdammt viel Spaß macht!

Egal ob Einsteiger oder alter Hase – ein guter Blog kostet eine Menge Zeit.

Es geht ja nicht nur um das Tippen der Beiträge selber: Fotos wollen aufgenommen und bearbeitet werden, es gilt Inhalte zu recherchieren, die Artikel wollen auf verschiedenen Kanälen beworben werden, die Statistiken sollten regelmäßig ausgewertet werden, man muss hinsichtlich rechtlicher Anforderungen auf dem Laufenden bleiben, E-Mails beantworten und und und.

Als Blogger ist man halt Redakteur, Fotograf, Webdesigner, Vertriebler und Verleger in Personalunion. Diese Vielfältigkeit ist eine Herausforderung, die jedem Neuling klar sein sollte – aber gleichzeitig eben auch eine riesige Chance!

Bei Anfängern kommt noch hinzu, dass sie eine ganze Menge zu lernen haben. HTML und CSS etwa sind für mich Handwerkszeug, das jeder Blogger zumindest in den Grundzügen beherrschen sollte. Mit SEO, Social Media-Marketing und Webanalyse kommen weitere Themengebiete hinzu, bei denen Einsteigern zuerst einmal der Kopf schwirren dürfte vor lauter neuem Vokabular.

Unterm Strich empfehle ich, mindestens fünf Stunden pro Woche für einen Blog einzuplanen – idealerweise fünfzehn oder mehr. Ein halbherzig geführter Blog wird nicht viele Leser finden und keinen Spaß machen, wenn er nur so vor sich hindümpelt.

Was würdest du heute anders machen?

Aus Marketingsicht würde ich nicht so oft meinen Blognamen bzw. die Domain wechseln. Ich blogge mittlerweile seit rund 13 Jahren und hatte dabei sicher um die zehn verschiedene Domains bzw. Blogs.

Wenn ich nach wie vor die gleiche Domain wie damals nutzen würde und ein einziges Projekt so viele Jahre lang durchgängig beworben hätte, würde ich damit heute wahrscheinlich woanders stehen.

Aber hey… das wäre dann vermutlich auch ein deutlich langweiligerer Weg gewesen. 😉