Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Daniel Dorfer und der Fernwehblog

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Als ich 2009 und 2010 für vier Monate an Bord des Kreuzfahrtschiffes AIDAvita als DJ anheuerte, wollte ich den Daheimgeblieben von meinen Kreuzfahrten durch das Mittelmeer und die Karibik berichten. Damals hat noch mein Maskottchen der Seeräubär Jack Bearow unter der Domain https://jackbearow.wordpress.com/ von seinen Reisen erzählt, was ich eigentlich recht witzig fand.

Doch die ersten Einladungen zu gesponserten Reisen, sowie ein Blog-Camp in Frankfurt belehrten mich ganz schnell, dass man da noch wesentlich mehr draus machen kann. So entstand der etwas professioneller aufgezogene Kreuzfahrt- und Reiseblog Fernwehblog.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Ehrlich gesagt nicht. Ich hab immer mein eigenes Ding durchgezogen, fernab von hochlyrischem Storytelling oder einem hübsch aufgestylten und sauber strukturierten Reiseführer. Dennoch gibt es mittlerweile ein paar Blogs, die ich gerne durchstöbere, wenn ich die Zeit dazu finde.

Die Themen für meinen Blog bringt das Leben. Wenn ich Zeit und Geld zum Reisen habe, dann entsteht auch viel frischer Content. Daraus schöpfe ich auch in den Zeiten, in denen ich nicht unterwegs bin, so wie derzeit in der Babypause.

Ansonsten springt mir auch die ein oder andere Frage meiner Leser in den Kopf oder ein Tweet lässt mir keine Ruhe mehr, bis ich etwas dazu geschrieben habe.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Im Fall von meiner Sparte, dem Reisen, sind es Neugier auf fremde Länder und Kulturen, Leidenschaft zum Reisen und Kontinuiät bei der Berichterstattung. Dazu muss man dann neben dem Blog auch Social Media-Kanäle wie Twitter, Instagram und Facebook regelmäßig bedienen und seinen Content verbreiten.

Kooperationen mit anderen, erfolgreichen Bloggern und Bloggerportalen sind da oft hilfreich. Und natürlich helfen auch öffentliche Medien wie Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen den Blog wesentlich bekannter zu machen, wenn man die Chance dazu bekommt.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Bisher haben sich Links zu Amazon bei mir als effektivste Möglichkeit Geld zu verdienen, herausgestellt. Links zu Reiseführern, Reisegepäck und Reisegadgets funktionieren bei mir sehr gut. Ab und zu wird auch einmal eine Reise oder eine Kreuzfahrt über einen Werbebanner auf meiner Seite gebucht, das ist aber eher selten der Fall.

Und alle paar Monate verkaufe ich einen Artikelplatz, wenn das Thema passt oder ich schreibe Beiträge für andere Onlineportale.

Lohnt sich das Bloggen für dich?

Ich habe es nie ausgerechnet, aber vom Gefühl her ist es ein Verlustgeschäft. Meine Reisen und Kreuzfahrten kosten mich sicher mehr als der Blog einbringt und voll gesponserte Recherchereisen klappen nicht immer. Aber das Hosting der Domain wird dadurch auf jeden Fall bezahlt und für ein paar mal mehr Essen gehen auf Reisen reicht es auch noch.

Um richtig Geld zu verdienen, muss ich auf jeden Fall noch etwas anderes tun, hauptberuflich bloggen ist für mich utopisch. Das ginge auch gar nicht, denn meine Frau und mein Kind wollen auch noch was von mir haben.

Nachdem ich aber gerne reise und fotografiere, ist das Bloggen ein wunderbares Hobby, welches mir schon die ein oder andere Reise zu Traumzielen wie Curacao, den Seychellen oder in die norwegischen Fjorde ermöglicht hat. Auf jeden Fall reise ich dadurch wesentlich mehr und bewußter.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Ausdauer, Geduld und viel Lust sich selbst und den Blog kontinuierlich zu vermarkten sollten schon vorhanden sein. Ein wenig SEO-Knowhow schadet ebenso wenig wie gute Beziehungen zu anderen Bloggern. Mit meinen etwa 500  Seitenaufrufen pro Tag gehöre ich bei weitem nicht zur Elite der deutschsprachigen Reiseblogger, aber das liegt auch an der Nische, die ich bediene.

Pro Woche sind 8-10 Stunden für den Blog normal. Zwei bis vier Blogbeiträge sollten es meiner Ansicht nach schon pro Monat werden, damit der Besucher auch sieht, dass sich da etwas tut und er gerne regelmäßig vorbei schaut. Dazu gehören auch der Aufbau einer kleinen Community und der rege Austausch mit ihnen im Blog und in den sozialen Medien.

Was würdest du heute anders machen?

Ich hätte von Anfang an den Blog selbst hosten sollen um vernünftig Geld damit zu verdienen.

Nachdem ich nicht hauptberuflich blogge, kann ich nur den Teil beurteilen, bei dem ich voll als Blogger im Einsatz bin. Dann liebe ich es Blicke hinter die Kulissen zu bekommen, die kein normaler Gast auf Reisen, in einem Hotel oder auf einem Kreuzfahrtschiff erhält.

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