Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Heiko Müller und People Abroad

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Ich bin freiberuflicher Redakteur und komme aus dem Print-Bereich, habe für Zeitungen gearbeitet und für eine Fachzeitschrift. Da ich schon immer viel gereist bin und regelmäßig über das Thema Ausland und Reisen geschrieben habe, lag ein Reiseblog einfach nah.

Vor einigen Jahren habe ich den Blog dann gestartet, aber sehr unregelmäßig und selten gebloggt, andere Projekte meist vorgezogen. Im Sommer 2015 hatte ich Lust, den Reiseblog diesmal richtig anzugehen.

Also: neues Design, an der Technik gebastelt und Ende 2015 ging’s dann endlich los mit regelmäßigen Artikeln, Social Media und mit allem, was zum Bloggen dazugehört.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Vorbilder in dem Sinn nicht, aber es gibt viele tolle Blogs, die ich gerne lese. Vor allem aus den Bereichen Individual-, Aktiv-, Outdoor- und Abenteuerreise. Hinzu kommen Sport- und Laufblogs, weil ich selbst laufe.

Das sind auch so in etwa die Themen in meinem Blog und deshalb lese ich Artikel aus diesen Bereichen gerne auch bei anderen Bloggern oder in Magazinen. mich interessiert wie andere Blogger Reiseziele vorstellen, Geschichten erzählen und wie sie fotografieren. Das fließt dann mit Sicherheit auch in die eigene Arbeit ein, aber eher unbewusst.

Das Bloggen bzw. der Austausch mit anderen Bloggern ist vor allem ein gegenseitiges Lernen, so empfinde ich das zumindest. Deshalb würde ich nicht sagen, dass ich Vorbilder habe.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Bei mir ist es eher so: wie kriege ich es hin, dass ich die vielen Themen, über die ich bloggen könnte, auch tatsächlich umsetzen kann und die Zeit finde, daraus dann auch Artikel für meinen Blog zu machen.

Es gibt eigentlich immer viel mehr Themen auf meiner To-do-Liste als zeitliche Ressourcen, um sie dann auch umsetzen zu können. Damit man Themen findet, muss man unterwegs eigentlich nur offene Augen haben und die Ideen dann aufschreiben, die einem so begegnen. Die liegen quasi auf der Straße, man muss sie nur aufsammeln.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Für mich überzeugt ein guter Blog vor allem durch tolle Fotos und gut geschriebene Texte. und die Themen und Reiseziele müssen mich ansprechen. Ein erfolgreicher Blog, also mit hoher Follower-Zahl und großer Reichweite, muss nicht unbedingt qualitativ besser sein als andere, weniger bekannte Blogs.

Es gibt viele Blogs mit kleiner Reichweite, die tolle Bilder und gute Artikel bieten. Genauso wie bekannte Blogs manchmal enttäuschen, wenn es um die Inhalte geht. Aus meiner Sicht sollte ein guter Blog den Besucher optisch durch schöne Bilder ansprechen, einen authentischen Eindruck von einem Reiseziel vermitteln und letztlich einfach gut „unterhalten“.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

ich setze den Schwerpunkt auf Blogger-Kooperationen mit Reiseanbietern und Tourismus-Regionen sowie Advertorials und gesponserte Artikel im Blog. Wichtig ist, dass das Thema der Kooperation zum Blog und zu den Blog-Lesern passt.

Affiliate-Marketing und Social Media-Kooperationen funktionieren bei meinem Blog nicht, zumindest ist das meine bisherige Erfahrung. Grundsätzlich experimentiere ich mit den verschiedenen Möglichkeiten zur Monetarisierung und stelle fest, dass da jeder Blogger seine eigenen Erfahrungen macht.  

Lohnt sich das Bloggen für dich?

In jedem Fall, alleine schon wegen der Freiheiten, die ich beim Bloggen habe. Ich kann genau das umsetzen, was ich interessant finde und womit ich mich beschäftige. Da ich den Blog momentan nebenberuflich betreibe, bin ich quasi nicht davon abhängig, dass der Blog mein komplettes Einkommen abdecken muss.

Und ich profitiere bei meiner Arbeit als Redakteur eindeutig von meinen Erfahrungen als Blogger. Beides hat ja „was mit Medien“ zu tun, es gibt also immer wieder Schnittmengen.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Das Bloggen ist ziemlich zeitintensiv: für einen Artikel kann man viele Stunden rechnen, bis Text, Fotos und Optimierung gemacht sind. Hinzu kommt die Arbeit drumherum, also Themen konzipieren, Kooperationen vereinbaren, sich ein Netzwerk an Kontakten aufbauen, Veranstaltungen besuchen, Social Media-Seiten aktuell halten.

Die meisten betreiben ihren Blog – so wie ich – nebenberuflich oder machen dies als Hobby. Wenn man vom Bloggen leben möchte, muss man auch als Vollzeit-Blogger arbeiten. Für die große Mehrheit der Blogger allerdings ist der Blog nicht die einzige Einnahmequelle und sie leben nicht ausschließlich davon.

Am Anfang habe ich vor allem an den Texten, Fotos und am Layout des Blogs gearbeitet und mich weniger mit Social Media und der Suchmaschinenoptimierung beschäftigt.

Aus heutiger Sicht würde ich das gleich mit berücksichtigen, weil das für Blogs wichtig ist. Weniger an Details beim Layout basteln – damit kann man Tage, Wochen zubringen – und dafür mehr SEO und Social Media machen.

Meine nebenberufliche Arbeit als Blogger ist für mich die ideale Ergänzung zu meiner hauptberuflichen Arbeit als Redakteur. Das ergänzt sich auch teilweise ganz gut, manchmal ergeben sich Themen aus der einen Arbeit für die andere.

Und mittlerweile gehört für mich beides auch irgendwie zusammen. Auch wenn die Perspektive teilweise eine andere ist: als Redakteur berichte ich grundsätzlich eher sachlich über ein Thema und informiere.

als Blogger informiere ich zwar auch, aber ich kann auch mal lockerer, emotionaler schreiben und mich für ein Reiseziel richtig „begeistern“. Sachlich sollte das dann natürlich trotzdem sein. Und beim Bloggen bin ich bei der Themenwahl insgesamt freier und kann das selbst entscheiden.

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