Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Heinz von Fotofreak

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Das war ein schleichender Prozess. Meine erste Webseite erstellte ich bereits 1997, damals mit Microsoft Frontpage. Im Jahr 2011 begann ich mit meinen ersten Blogberichten. als Hobby-Fotograf setze ich den Fokus natürlich auf das Thema Fotografie, schwergewicht Reise und Aktfotografie.

Hauptziel war es eine Plattform zu finden, auf der ich meine Arbeiten zeigen konnte. Gleichzeitig diente der Blog als Werbeplattform für meine Dienstleistungen als Studio-Fotograf.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Einen Favoriten-Blog kann ich eigentlich nicht nennen. jedoch haben mich viele Fotografie-Blogs und später auch Technik-Blogs dazu inspiriert, selber einen Blog zu betreiben. Ich habe schon unzählige Male auf das Wissen von anderen Bloggern zurückgreifen können. Dadurch konnte ich mich weiter entwickeln oder oft technische Probleme effizient lösen.

Die Dankbarkeit für die Tipps anderer Blogger inspirierte mich dazu, mein eigenes Wissen an andere weiter zu geben.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Also wenn es mir an etwas NICHT fehlt, dann sind es Ideen für neue Blog-Posts. Ich könnte täglich zwei neue Berichte schreiben. Nur leider fehlt es mir an der dazu notwendigen Zeit.

Durch mein breites Interesse an den Themen Fotografie, Reisen und Technik allgemein bin ich täglich mit neuen Produkten und Herausforderungen konfrontiert.

Fotostudio, Kameratechnik, Wandern und Reisen, Hausautomatisierung, 3D-Printing, Mikrocomputing, Uhren, Autos, Videoüberwachung, Einbruchsicherungen, Drohnen und Arbeiten im Garten sowie am Haus sind einige meiner Interessen.

Ich bin in über 50 Onlineshops registriert, wo ich mehr oder weniger mal wieder einkaufe. Da kommt so einiges zusammen. Ich habe so viele Ideen, dass ich manchmal gefrustet bin, nur so wenig und selten darüber berichten zu können.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Natürlich kann man einen Blog mit mehr als 5.000 Besuchern pro Tag durchaus als erfolgreich bezeichnen. Insbesondere weil solche Blogs sich besser monetarisieren lassen als Blogs mit kleiner Reichweite.

Mich faszinieren trotzdem eher kleine (Nischen-)Blogs, welche sich nicht mit aktuellen Mainstream-Themen befassen. Blogs, in denen Menschen über ganz spezielle Themen berichten, egal wie groß die Zielgruppe ist. Denn dort findet man sehr spannende Informationen. hohes Fachwissen, tolle Berichte, schöne Bilder und den einen oder anderen wirklichen Geheimtipp.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Ich werde fast wöchentlich von SEO-Werbeagenturen angeschrieben. Sie versprechen das grosse Geld mittels gezielten AdIns zu generieren. Mittlerweile lehne ich solche Anfragen dankend ab.

Jegliche Mikropayment-Lösungen wie Google AdSense und Co. generierten auf meinen Blogs kaum Umsatz. In den besten Zeiten verdiente ich pro Monat max. 100 CHF.

Die praktisch einzig funktionierende Monetarisierung in meinen Blogs sind bezahlte Blogposts. Also Aufträge für konkrete Produkttests oder Produktberichte. Jedoch nehme ich nur Aufträge an zu Themen und Produkten, welche mich interessieren und ich ein gewisses Hintergrundwissen habe. Erstaunlicherweise reagieren Anfrager immer mal wieder verärgert, wenn ich einen Auftrag ablehne.

Dazu kommen ab und an Anfragen für bezahlte Banner. Die sind finanziell ganz interessant und generieren wenig Arbeit.

Lohnt sich das Bloggen für dich?

Finanziell? Das kann ich mit einem deutlichen Nein beantworten. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Ich komme wohl auf einen Stundenlohn von unter 20 CHF. Im Jahr generieren meine beiden Blogs um die 2’000 – 3’000 CHF Einnahmen.

Doch lohnen ist relativ. Die Erfahrung mit WordPress, SEO, SEM usw. halten mich im Bereich Onlinemarketing fit. Wenn man den einzigen Schweizer Kandidaten der Mars One Mission trifft, Geräte austesten darf ohne sie zu kaufen, Fotobücher bei den verschiedensten Anbietern testen kann und an den einen oder anderen VIP-Anlass eingeladen wird, dann hat es sich „gelohnt“.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Wie man aus den vorherigen Zahlen leicht ausrechnen kann, investiere ich rund 100–150 Stunden im Jahr fürs Bloggen. Wer mit Bloggen Geld verdienen will, muss je nach Blogthema also wesentlich mehr Zeit investieren. Besonders zum Start sollte man 2–3 Berichte pro Woche schreiben. Berufsblogger arbeiten nicht selten mehr als 50 Stunden pro Woche.

Nischenblogs benötigen eine grosse Portion Glück und viel Fleiss. Der Vorteil ist, dass es weniger Konkurrenz gibt als bei Mainstream-Blogs. Trotzdem sehe ich die grösste Chance um viele Follower und Klicks zu erhalten bei (Mainstream-)Themen wie Mode, Games, iPhones, Fitness, Luxusautos usw.

Nach 6 Jahren bloggen zähle ich im Schnitt 250 – 400 Besucher am Tag. Zu Beginn schrieb ich 2–3 Blogs pro Woche, aktuell sind es wesentlich weniger. Hätte ich genug Zeit um 2 Blogs pro Woche zu verfassen, würde ich es vermutlich innert 3 Monaten auf 1.000 Besucher pro Tag bringen.

Mein Blog hat trotz diesen bescheidenen Besucherzahlen jedoch einen guten (Markt-)Wert/Bericht. Dies weil ich (gemäss Aussagen meiner Werbepartner) eine sehr hohe Blog- und Site-Authority habe. Nicht selten schaffe ich es auf Seite 1 bei der Google Suche.

Was würdest du heute anders machen?

Würde ich aus finanzieller Motivation einen Blog betreiben, würde ich mich pro Blog viel stärker auf ein Themengebiet fokussieren. Mein Blog ist ein Riesen „Gemischtwarenblog“. Meine Besucher sind selten wiederkehrend und ich habe wenig Abonnenten.

Sie kommen nur auf meinen Blog, weil Google mich zum gesuchten Thema auf der ersten Trefferseite anzeigt. Die Besucher lesen den Bericht und „gehen“ wieder.

Besser wäre ein fokussierter Themenblog (z. B. nur Hausautomatisierung, nur Drohnen oder nur 3D-Druck usw.). Dabei würde ich parallel bis zu fünf verschiedene Themen-Blogs aufziehen um schlussendlich in den wirtschaftlichsten weiter zu investieren.

Für Hobby-Blogger empfehle ich Authentizität. Schreibt über eure Hobbys, über eure Lieblings-Fussballmanschaft über einen Tanz- oder Modestil usw. Schreibt worüber ihr Bescheid wisst und was euch begeistert.

Als Wassermann bin ich „Allerwelts-Interessiert“. Da ich aber nicht alles kaufen kann, was mich interessiert, komme ich als Blogger trotzdem an das eine oder andere Produkt. Dieses kann ich nach belieben ausprobieren und darüber berichten. Worüber ich berichte, kann ich dabei selber bestimmen. Ich bin mein eigener Chef. 🙂

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