Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Jenny von I love SPA

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen? Warum Spa?

Als Physiotherapeutin war ich lange Zeit als freiberuflicher Spa-Therapist in der Hotellerie tätig. Hier störte es mich, dass es zum einen keinerlei Qualitätssicherung innerhalb der Spa-Branche gab und gibt. (Jeder darf behandeln, es bedarf keiner fundierten Ausbildung.) Zum anderen, dass es kein Medium gab, das der Endverbraucher in seine Entscheidungsfindung mit einbeziehen konnte.

Die Spas mit dem fettesten SEO-Budgets standen in der Google-Suche ganz oben – und das waren damals hier in Berlin nicht unbedingt die empfehlenswertesten Adressen. Das wollte ich ändern und eigentlich nur eine übersicht meiner Empfehlungen für Berlin zusammenstellen.

Die Berlin Subpage bildet zwar nach wie vor das Herzstück des Blogs, aber im Großen und Ganzen kann man wohl sagen, dass mein ursprüngliches Vorhaben ein klitzekleines bisschen aus dem Ruder gelaufen ist.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Nicht wirklich. Ich bin ein Nerd innerhalb meiner Nische und es gibt bis heute nicht wirklich vergleichbare Blogs. Ich verneige mich vor allen Bloggern, deren Antrieb aus dem Herzen kommt und die sich durch die Monetarisierungswelle und den Influencer-Wahnsinn der vergangenen 2-3 Jahre nicht haben versauen lassen.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Die ploppen ganz von alleine in meinem Kopf auf. Ich bespiele I LOVE SPA ja komplett alleine und habe auch keine Mitarbeiter oder Gastautoren. Hätte mein Tag mehr als 24 Stunden, könnte ich auch mehrfach täglich auf den „Veröffentlichen-Button“ drücken. Es mangelt mir viel mehr an Zeit als an Ideen.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Ich mag authentische Blogger, die ihre Reichweite auch mal sinnvoll nutzen. Und mit „sinnvoll“ meine ich nicht nur zur Selbstdarstellung und zum Geldverdienen. Und ich steh‘ auf klar gekennzeichnete Inhalte. Wenn werbliche Inhalte vollkommen zusammenhanglos in persönliche Geschichten eingeflochten werden, fühle selbst ich als Blogger mich durch dieses „Storytelling“ latent verarscht.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Den Großteil meiner Einkünfte ziehe ich aus meinem Tagessatz. Der fällt an, wenn ich Wellnesshotels oder Day-Spas besuche und er ist nicht an eine Veröffentlichung gekoppelt. Die Häuser bezahlen also meine Zeit, nicht für einen Blogpost. Ich glaube, das ist sehr ungewöhnlich.

Bist du durch dein Blog finanziell unabhängig(er) und wie lange hat es gedauert, bist du soweit warst? Wie viel verdienst du mit dem Bloggen? Oder bloggst du aus anderen Gründen als dem finanziellen Erfolg?

Ich bin seit etwas mehr als einem Jahr Vollzeitbloggerin und als ich diese Entscheidung getroffen habe, war I LOVE SPA ziemlich genau 4 Jahre alt. Ich hab‘ damals den Spagat zwischen meiner Arbeit im Treatmentraum und dem Blog zeitlich einfach nicht mehr geschafft und musste eine Entscheidung treffen.

Die Einkünfte sind sehr unberechenbar und unregelmäßig. Ich kann also nicht sagen, „ich verdiene monatlich Summe x“.  Unterm Strich kann ich irgendwie überleben, aber es ist schon eher anstrengend. Die Spa-Branche ist sehr altmodisch und setzt nach wie vor noch sehr stark auf Print.

Ich denke, das lässt sich so pauschal nicht beantworten, denn das hängt ja auch sehr stark vom Thema ab. Ein Trendthema wie Veganismus oder Minimalismus wird immer schneller und besser funktionieren als ein nerdiges Nischenthema. Prinzipiell find ich’s aber eher schade, wenn ein Blogger nur Zeit in seinen Blog investiert, um finanziell unabhängig zu werden. Wäre das mein Antrieb gewesen, hätte ich schon vor vielen Jahren kapituliert…

Welche Fehler hast du beim Aufbau deines Blogs gemacht, aus denen Bloganfänger lernen können? Wie würdest du es jetzt anders machen?

I LOVE SPA wurde nach meinen eigenen (höchst unprofessionellen) Skizzen designt und zusammengebaut. Es ist also kein fertiges WordPress-Theme, was dazu führte, dass der Blog lange auch nicht responsive war. Nachdem Google mich dann immer stärker abgestraft hat, ist da ziemlich viel Zeit und Geld reingeflossen, um alles responsive zu machen.

Würde ich nochmal von vorne beginnen, würde ich auf jeden Fall darauf achten, dass von Anfang an schon alles responsive ist, also für die Darstellung auf Smartphones optimiert.

Ich mag es gerne, unabhängig zu arbeiten und nicht weisungsgebunden zu sein. Ich war auch als Spa-Therapist immer Freiberuflerin, weil ich mich durch feste Konstrukte und starre Strukturen sehr eingeengt fühle. Außerdem finde ich auch ganz cool, dass ich mittlerweile von überall arbeiten kann und nicht mehr an Berlin gebunden bin.

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