Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Kevin Indig

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Wenn du ernsthaft mit Fitness anfängst und entweder viel Gewicht verlierst oder Muskeln aufbaust, bist du so euphorisch, dass du es mit der ganzen Welt teilen willst.

Zum Beispiel auf Facebook.

Ständig ?.

Genau das hatte ich damals gemacht. Ich hatte mich richtig in das Thema reingefuckst, Studien gelesen, Videos geschaut und dann auf Facebook mit meinen Freunden geteilt.

Keine gute Idee.

Irgendwann waren alle so genervt von mir, dass viele meiner Freunde mich geblockt hatten.

Ups!

Also entschied ich mich dazu mich woanders über Fitness auszuladen und somit startete ich Super Pump. Der Sinn zu Anfang war eine Platform zu finden, auf der ich meine Erfahrungen dokumentieren und über neue Dinge, die ich selbst lernte, schreiben konnte.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Ich hatte schon immer einen starken Blick auf die USA, schon lange bevore ich rüberzog.

In der Fitnesswelt finde ich vor allem folgende Blogs sehr inspirierend und hilfreich:

und viele mehr…

Außerhalb des Fitness-Themas gibt es ebenfalls eine ganze Reihe an Blogs, die ich inspirierend finde:

und viele mehr…

Ich folge den oben geannten Blogs, weil sie einen guten Mix aus Thought-Leadership, also neue Ideen, und anwendbaren Taktiken haben.

Für Super-Pump ist es Erfahrung aus dem Leben.

Manchmal sehe ich Artikel auf anderen Blogs, aber meistens bin ich inspiriert durch ein Problem, das ich selbst habe. Deshalb habe ich den Blog überhaupt erst angefangen: zur Dokumentation meiner eigenen Fitness-Reise.

Hinzu kommt, dass ich in der deutschen und amerikanischen Fitnesswelt aktiv unterwegs bin und daher mitbekomme, womit sich die Leute beschäftigen.

Es mangelt dabei nicht an Ideen für neue Themen, sondern mehr an Content, den es noch nicht gibt. Ich will nicht den 100. Artikel zum Thema „Wie nehme ich ab?“ oder „Wie bekomme ich einen 6 Pack? schreiben! Das wurde schon tausend mal beantwortet und die Antwort darauf ändert sich auch nicht (obwohl viele Blogs und Magazine immer wieder neue „Mittelchen“ und Wege verkaufen wollen).

Stattdessen suche ich neue Blickwinkel und Informationen oder neue Wege etwas darzustellen und zu erklären. Die Inspiration dafür kommt oft von anderen Bereichen, z. B. Wissenschaften, Geschichte, andere Sportarten etc.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Das kommt natürlich darauf an wie man „erfolgreich“ definiert.

„Gut“ für mich bedeutet neuartiger und hilfreicher Content, der so vorher noch nicht existiert hat und eine gute User-Experience (Design, Layout, etc.). Mich interessiert aber am meisten der Content selbst und wie hilfreich er ist.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Von Ads scheute ich von Anfang an zurück, da ich das für die billigste Monetarisierungsmethode halte.

Bei mir funktionieren Produktvorstellungen und eigene Produkte ganz gut.

Ich nehme aber bei weitem nicht jedes Produkt, sondern bin sehr wählerisch. Es muss meinem Publikum schon nützen und Qualität haben. Ich konnte durch eigene Produkte einige Ernährungspläne und Konsultationen durch meine Seite verkaufen.

Zum Glück bin ich nicht auf den Blog als Einnahmequelle angewiesen, deshalb kann ich hohe Standards ansetzen.

Lohnt sich das Bloggen für dich?

Reich wird man nicht, aber das war nie das Ziel.

Hätte ich keinen Fulltime-Job, Hobbie, etc. könnte ich sicherlich weitaus mehr in den Blog reinstecken und $$$ herausbekommen.

Derzeit ist es aber mehr ein Hobbie.

Es kommt ein bisschen Geld rein um die Server- und Domainkosten zu decken oder mal ein paar schicke Bilder zu kaufen. Konkret sprechen wir im Jahr von ca. 1,000-2,000 Euro. Wenn ich für dieselbe Zeit jedoch einen anderen Job annehmen würde, könnte ich das 5-10x verdienen.

Weshalb sich der Blog besonders lohnt, ist das Feedback der User. Ich bekomme regelmäßig Kommentare und E-Mails von Leuten, die sich für den Content bedanken oder die mir von ihren Erfolgen durch meine Informationen berichten und das ist… echt geil.

Gerade am Anfang muss man schon etwas Zeit investieren.

Wie viel kommt auf die Ziele und das Thema an. Nach einer Weile kann man sich dann etwas entspannen, weil viele User den Content durch Suchmaschinen oder andere Webseiten finden. Aber wenn man nicht dahinterbleibt, bekommt man einfach keine Geschwindigkeit auf die Straße.

Ich habe am Anfang ca. 5-10h jede Woche investiert, um Content zu schreiben und am Design zu arbeiten. Das hatte ich aber gerne gemacht, weil ich von dem Projekt so angefixt war.

Bis ich konstant 100 Nutzer / Tag auf der Seite hatte sind ca. 4-5 Monate vergangen. am Anfang dauert es einfach eine Weile. Dann wächst der Blog aber oft doppelt so schnell.

Was würdest du heute anders machen?

Ich würde es genauso wieder machen, ich bin ziemlich zufrieden mit dem Blog.

Von einem anderen Blog kann ich aber einen guten Tipp geben: wenn du die Lust verlierst, lass den Blog am Leben!

Mein erster Blog war im Autobereich und hatte ein großes Publikum aufgebaut und viele gute Links gesammelt. Irgendwann hatte ich die Lust daran verloren und den Blog komplett offline genommen.

Sehr dumm!

Wenn die Laufkosten nicht zu hoch sind, lass das Ding am Leben. Man kann es später immer mal wieder gebrauchen oder findet seine Lust wieder.

Über die Jahre verliert man dann mal die Lust und findet sie wieder neu. Das ist normal. Wenn man keine zu lange Sendepause hat, verstehen die Leser das auch.

Was gefällt dir am besten am Leben eines Bloggers?

Am meisten gefällt mir die Reaktion der Leser. Einige Blogartikel haben ziemlich gut funktioniert, andere ziemlich schlecht. Dabei ist nicht immer von vornehinein klar was gut ankommt.

Außerdem bin ich ein riesen Fan des Recherche- und Schreibprozesses. Ein Problem oder eine Frage von allen Winkeln zu betrachten, zu recherchieren und dann etwas Neues auf Papier zu bringen, macht mich glücklich.

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