Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Stefan Kuhn, der HappyHiker

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Ich schreibe seit fast 25 Jahren im IT-Bereich. Irgendwann war eine berufliche Neuorientierung absehbar und dabei sollte für mich diesmal eine kleine Auszeit rausspringen. Wandern wollte ich – vielleicht auf dem Appalachian Trail durch die USA, auf jeden Fall aber mehrere hundert Kilometer weit.

Als es dann so weit war, kam alles überraschender als gedacht. So blieben noch einige Monate zur Planung des Sabbaticals. Diese Zeit habe ich schließlich auch genutzt, um meinen Wander- und Reise-Blog happyhiker.de aufzubauen. Dort habe ich unsere vergangenen Wandertouren mit Tipps angereichert und für andere aufbereitet.

Unterwegs folgten dann Berichte über unsere sechsmonatige Wanderung durch West-Australien (135 km auf dem Cape to Cape Track sowie 1003 km auf dem Bibbulmun Track) und die USA (758 km auf dem Colorado Trail).

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

In Deutschland gibt es nur eine Handvoll Blogs, die wirklich regelmäßig über längere Wanderungen berichten. Die meisten Blogger schreiben eher über Reisen oder kleinere Tageswanderungen. Und wenn es dann doch einmal ein Weitwander-Blog gibt, wird es nach der einen, großen Tour meist nicht mehr weiter gepflegt.

Inhaltlich wollte ich aber ohnehin mein eigenes Ding machen und so habe ich mich im Grunde nur vom Layout und dem technischen Aufbau anderer Reise- und Outdoor-Blogs inspirieren lassen.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Naja, bei einem Wander-Blog ist das eigentlich ganz einfach: ein neues Wanderziel bedeutet für mich automatisch ein neues Thema. Und dann ist es von Zeit zu Zeit natürlich auch mal ganz nett, den Lesern einen Blick in den eigenen Rucksack zu erlauben und die eigenen Erfahrungen zu den einzelnen Ausrüstungsgegenständen mit ihnen zu teilen.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Das kommt darauf an, wie man „erfolgreich“ definiert. ist mit Erfolg nur der finanzielle Erfolg gemeint, dann sind „gut“ und „erfolgreich“ oft zwei völlig verschiedene Dinge. Ganz wichtig für mich: wer schreibt, der sollte etwas mitzuteilen haben. Bei einem guten Blog muss der Autor seiner Zielgruppe – und sei sie noch so klein – etwas mit auf den Weg geben.

Wenn ich mich nach dem Lesen eines Blog-Beitrags fragen muss „Warum hab ich damit nun eigentlich meine Zeit verplempert?“ oder gar „Warum hat der Autor damit eigentlich seine Zeit verplempert?“ dann ist ganz offensichtlich etwas schief gelaufen.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Mein Wander- und Reise-Blog ist ja noch recht jung und bislang auch ein reines Freizeit-Projekt. Insofern habe ich bislang gar nicht so viel Wert gelegt auf eine Monetarisierung. Wo es sich anbietet, setze ich Affiliate-Links und ab und an versuche ich die Kosten unserer Wanderungen durch die ein oder andere Kooperation etwas niedriger zu halten.

Ob das so bleiben wird und bleiben kann, wird die Zukunft zeigen.

Es lohnt sich – allerdings sieht man das nicht unbedingt auf den Kontoauszügen. Wie bereits gesagt, lege ich derzeit weniger Wert auf eine direkte Monetarisierung des Blogs. Meine Erfahrungen in Bezug auf WordPress, SEO und Social Media werden mich künftig aber auch beruflich weiterbringen. Zudem stehen im nächsten Jahr zwei Buchprojekte rund ums Thema „Wandern“ an.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Viel! Vor allem, wenn man sein Blog auch technisch selbst betreuen will. Sobald die Technik steht, verlagert sich die Arbeit dann hin zur Content-Generierung und Pflege der sozialen Kanäle. Letztere sollte man als Traffic-Bringer allerdings gerade zu Beginn nicht überschätzen, denn zwischen „Like“ und „Klick“ klafft leider all zu oft eine riesige Lücke.

Und ob man mit seinem Blog dann überhaupt einmal finanziell unabhängig werden kann, hängt sicher auch von der thematischen Ausrichtung und den potentiellen Kooperationspartnern ab. Im Mode- oder Kosmetik-Bereich soll es da in Sachen Influencer-Marketing aktuell ja recht gut aussehen. Aber das ist nun mal nicht mein Thema.

Was würdest du heute anders machen?

Eigentlich nicht viel. allerdings würde ich einen neuen Blog nun direkt mit sicherem Hypertext-Übertragungsprotokoll (https) einrichten. Eine spätere Umstellung ist dann doch mit unnötigem Aufwand verbunden.

Vielleicht hätte ich auch längst mit Instagram beginnen sollen. Packt man zu Beginn allerdings zu viele Sachen an, dann kann man sich – gerade wenn man den Blog „nur nebenher“ betreibt – auch schnell verzetteln.

Was gefällt dir am besten am Leben eines Bloggers?

Ich habe lange in Print und Online für diverse Redaktionen geschrieben. Insofern gefällt mir am Leben eines Bloggers am besten, dass ich mir meine Themen dabei völlig frei auswählen und über das Schreiben darf, was mir wirklich Spaß macht.

Ja, wir waren doch gerade beim Spaß und da fehlt mit einfach die Frage: „Macht Dir das Bloggen Spaß?“ Ich denke nämlich, das ist erst mal das Wichtigste. Nur wer Spaß an seiner Arbeit hat, der wird auf Dauer auch erfolgreich sein.

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