Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Tobias Müller – Der Kuchenbäcker

Im Grunde genommen kam die Idee von Freunden. Wenn ich bei Freunden und Familie eingeladen bin, bringe ich immer etwas Selbstgemachtes mit. Ich wurde zunehmend nach den Rezepten gefragt und irgendwann meinte jemand: „Schreib doch einfach einen Blog“ und so fing alles an.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Ich folge einigen tollen Blogs, vielen schon von Anfang an. Da sind zum Teil virtuelle Freundschaften entstanden, die sich auch ins Leben 1.0 übertragen haben.

Mir geht es aber weniger um Vorbildfunktionen oder Inspiration. Mir ist der offene Austausch sehr wichtig.

Meine Wertschätzung bringe ich durch Kommentare auf den Blogs oder deren Social Media-Kanäle zum Ausdruck.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Manchmal kommt mir eine Idee, wenn ich in der Küche stehe. Meistens lasse ich mich aber durch den Ganz über den Wochenmarkt inspirieren. Ich habe es nur wenige Meter bis zum Offenbacher Wochenmarkt, der dreimal die Woche stattfindet und genieße es sehr über den Marktplatz zu schlendern und mich von frischen und regionalen Zutaten inspirieren zu lassen.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Ein guter Blog ist für mich einer, der mich mit seinen Geschichten begeistert. Das muss in meinem Fall nicht immer nur ein Foodblog sein. Ich mag gut geschriebene Texte, im Idealfall haben sie einen Mehrwert für mich und die Leser. Korrekte Rechtschreibung und Grammatik sind da für mich essentiell.

Manchmal erfreue ich mich auch an wunderschönen Bildern.

Ich nutze die Möglichkeit Sponsored Posts zu veröffentlichen. Das funktioniert für mich sehr gut. Ich wähle die Kooperationen aber sorgfältig aus. Ich muss zu 100 % hinter einem Produkt stehen. Ich habe auch kein Problem damit, Werbung zu machen. Andere Länder sind uns da längst weit voraus.

Werbung auf Blogs ist meiner Meinung nach an sich nicht negativ oder „böse“. Wenn ich ein Produkt sowieso benutze, ist es vollkommen in Ordnung, eine konkrete Marke zu benennen und dafür einen Obolus zu bekommen. So lange die Kooperation gesetzeskonform gekennzeichnet ist.

Transparenz und Ehrlichkeit sind mir wichtig und der Leser kann direkt zu Beginn des Artikels entscheiden, ob er meinen Beitrag lesen möchte oder nicht. Wenn nicht, läuft er aber Gefahr guten Content zu verpassen.

Darüber hinaus mache ich Back- und Kochvorführungen für Unternehmen und präsentiere deren Produkte auf Messen und Events.

Lohnt sich das Bloggen für dich?

Mir macht das Bloggen Freude. Der Austausch mit meinen Lesern und das Feedback, wenn ich jemaden inspirieren konnte, ist das größte Geschenk. Ich habe nicht mit dem Bloggen angefangen, um damit Geld zu verdienen.

Ich war einer der ersten „backenden Männer“ im deutschsprachigen Raum und habe so sicherlich schneller an Popularität gewonnen und wurde von Marken angesprochen. Das ich heute mit meinem Blog Geld verdienen kann, ist ein positiver Nebeneffekt, war aber nicht Hauptbeweggrund.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Es ist im Vergleich zu früher, heute nicht mehr so einfach an Reichweite in den Sozialen Netzwerken zu gewinnen.

Man sollte sich nicht vom Erfolg treiben lassen, sondern sich auf guten Content und den Mehrwert für die Leser konzentrieren. Das dauert dann vielleicht unter Umständen länger, bis man wahrgenommen wird, aber ist meiner Meinung der absolut richtige Weg.

Was würdest du heute anders machen?

Man entwickelt sich stetig weiter. Wenn ich meinen ersten Blogbeitrag von vor 5 Jahren vergleiche mit Artikeln, die ich heute schreibe, dann ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Für diese Entwicklung und Erfahrung bin ich dankbar und es war und ist wichtig, das durchzumachen.

Diese Entwicklung sehen auch die Leser und genau das macht einen authentisch.

Vielleicht würde ich mich an der einen oder anderen Stelle etwas besser fokussieren, wenn ich noch einmal von vorne beginnen würde, aber ansonsten würde ich alles wieder ganz genauso machen.


Durch
das Bloggen habe ich viele liebe Menschen kennenlernen dürfen. Ich habe mit Marken zusammengearbeitet und die Chance auf Fachbesuchermessen als Trendscout Neuheiten zu entdecken, die der „Otto-Normal-Verbraucher“ erst später im Handel findet.

Hätte ich mit dem Bloggen nicht begonnen, wäre vielleicht auch nie ein Verlag an mich herangetreten um mich zu fragen, ob ich Lust habe ein eigenes Backbuch zu schreiben. 2016 ging mit Bake and the City, meinem Erstling, ein großer Traum in Erfüllung.

Vor einer Woche erschien mein drittes Buch (Bake & the City Christmas Tours) und ich könnte glücklicher nicht sein. Das alles und noch viel mehr, wäre sicher nicht möglich, wenn ich dieses Internet nicht für mich und meine Leidenschaft entdeckt hätte. Mein zweites Buch hieß „Süß & sündig Backen“.

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