Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Vanessa von „Die Kleinschmeckerin“

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Ich glaube, diesen EINEN entscheidenden Moment gab es garnicht. Die Idee reifte langsam in meinem Kopf heran und eines Nachts lag ich im Bett und da fiel mir spontan der Blogname „Die Kleinschmeckerin“ ein. Von da an wurde es immer konkreter.

Gab es einen Blog, der dich inspiriert hat? Hast du Vorbilder?

Bevor ich meinen eigenen Blog gestartet habe, kannte ich nur sehr wenige Blogs. Das war auch gut so. Dadurch lief ich nicht Gefahr, etwas unbewusst zu kopieren. Durch mein kaum vorhandenes Knowhow konnte ich ganz unbedarft und naiv an die Sache rangehen. Ich glaube, das hat letzten Endes stark dazu beigetragen, dass ich meinen eigenen Stil entwickeln konnte.

Mittlerweile kenne ich natürlich sehr viele Blogs und um hier ein paar zu nennen, denen ich gern folge und die mich inspirieren: Deliciously Ella, Green Kitchen Stories, Carrots for Claire, Oh She Glows u. v. a.

Ich schreibe fast ausschließlich über gesunde Kinderernährung und zu 90% besteht mein Blog aus eigenen Rezepten. Da gibt es solche und solche Tage. Manchmal steckt mein Kopf voller neuer Ideen und ich weiß garnicht, was ich zuerst kochen und verbloggen soll. Und es gibt andere Zeiten, da habe ich so viel anderes zu tun oder einfach keine Lust zu kochen (ja, auch das gibt es!).

Dann ist es auf dem Blog eben etwas ruhiger. Ich setze mich selbst nicht unter Druck, jede Woche eine gewisse Anzahl an Beiträgen zu posten. Da ich derzeit mein erstes Kochbuch schreibe, ist der Blog momentan zum Beispiel mehr oder weniger auf Standby.

 

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Authentizität, Glaubwürdigkeit und Qualitätsbewusstsein. Man sieht einem Blog einfach an, ob Herzblut und Leidenschaft investiert wurde und ob die Bloggerin/der Blogger sein Geschriebenes auch wirklich ehrlich meint und lebt.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Garkeine. Im Ernst! Bannerwerbung finde ich auf Blogs unheimlich störend und daher schalte ich diese auch nicht. Affiliate-Links haben bei mir nicht funktioniert und mag ich irgendwie auch nicht. Anfragen für Advertorials kommen immer häufiger vor, aber auch hier bin ich vorsichtig und lasse mich nur auf ausgewählte Kooperationen ein, hinter denen ich wirklich 100% stehe.

Hinzu kommt, dass mein Blog ein Nischenprodukt ist und meine Zielgruppe relativ eng gefasst ist. Ich verzichte bewusst auf Klick-Garanten, wie zum Beispiel meinen kleinen Sohn. Kinderfotos bringen zwar eine unheimliche Reichweite und bei meinem Thema würde sich das natürlich sehr gut anbieten.

Aber ich habe mich noch nie wohl damit gefühlt, meinen Sohn ins „Rampenlicht“ zu stellen und ihn als eine Art Marketinginstrument zu „nutzen“. Das widerstrebt mir. Gerade im Internet möchte ich ihn und seine Privatsphäre schützen.

Dadurch halte ich mich auch in den sozialen Netzwerken eher bedeckt – wohlwissend, dass ich dadurch eine große Leserschaft verliere beziehungsweise garnicht erst erreiche. Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Reichweite ist nicht mit der eines großen Influencers zu vergleichen. Und das ist auch ok so. Ich werde nie der Typ sein, der sein halbes Leben im Netz offenbart.

Ich schreibe mittlerweile für diverse andere Plattformen und entwickele Rezepte für Magazine oder Food-Marken, die über meinen Blog auf mich aufmerksam geworden sind. Außerdem veröffentliche ich im März mein erstes eigenes Kochbuch. Das sind derzeit meine beiden Haupt-Einnahmequellen.

Als angestellte Redakteurin habe ich sicher besser verdient, aber damals habe ich auch Vollzeit gearbeitet. Heute bin ich ungefähr 30 Stunden die Woche im Home Office beschäftigt. Das ermöglicht mir mehr Flexibilität und Zeit mit meiner Familie.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Das kommt ganz darauf an, was man mit dem Blog erreichen will. Wenn es darum geht, sich ein finanzielles Standbein aufzubauen, sollte man schon 30 Stunden/Woche minimum investieren. Die Pflege vom Blog und der Social Community kann schnell ein Fulltime-Job werden.

Was würdest du heute anders machen?

Mal abgesehen von ein paar technischen Fehlerchen zu Beginn, eigentlich garnichts. Ich bin sehr stolz darauf, wie sich mein Blog in den letzten Jahren entwickelt hat und dass ich mir selbst immer treu geblieben bin.

Ein typischer Fallstrick für Anfänger ist aber meines Erachtens, irgendwelche Kooperationen für Produkttests einzugehen und dafür kein Geld zu erhalten. Mein Tipp für alle, die einen Blog starten wollen, wäre also, den eigenen Content wertzuschätzen und auch IMMER eine angemessene finanzielle Entlohnung für seine Arbeit zu verlangen.

Die Flexibilität, der Austausch mit der Community und das eigenverantwortliche Arbeiten.

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