WirtschaftswissenschaftlerInnen waren am Arbeitsmarkt lange Zeit sehr begehrt. Inzwischen ist das Feld jedoch im Umbruch, es gibt in einigen Bereichen einen Wechsel von Knappheit und Überangebot. Studierende, die ihre Berufswahl nicht gründlich überdenken, gelangen schnell in den sogenannten „Schweinezyklus“. Die durchschnittliche Einladungsquote mit einem durchschnittlichen Lebenslauf liegt bei weniger als 10 % – kein Wunder, dass die Jobsuche nach dem Studium häufig ein Jahr und länger dauert. Wer keine besondere Qualifikation mitbringt, hat zunächst schlechte Karten. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich die Karrierechancen verbessern lassen.

Zwischen VWL und BWL – Zahlen und Fakten rund um die Wirtschaftswissenschaften

Als Teilbereich der Sozialwissenschaften untersuchen die Wirtschaftswissenschaften (WiWi) den Umgang mit Gütern, die nur in einem beschränkten Umfang verfügbar sind. In Deutschland unterscheidet man dazu die Bereiche BWL und VWL – die Untersuchung grundlegender ökonomischer Zusammenhänge auf der Mikro- und Makroebene auf der einen Seite, sowie den wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten einzelner Unternehmen auf der anderen Seite. Beide Teilbereiche in Kombination ergeben hierzulande die WiWi. Im weiteren Sinne lassen sich zahlreiche interdisziplinäre Studiengänge wie Wirtschaftsethik, -informatik, -ingenieurwesen, -psychologie und -soziologie zu den WiWi hinzuzählen.

Der Studiengang WiWi

Der Studiengang der Wirtschaftswissenschaften ist anhaltend beliebt. Zwischen 2008 und dem Wintersemester 2012/13 lag der Zuwachs im Bereich Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften bei 15 %, aktuell sind die WiWi der Studiengang, der am fünfthäufigsten von Studierenden gewählt wird. Im Angesicht ohnehin steigender Studierendenzahlen mag sich der Anstieg im Rahmen halten, doch stellt sich die Frage, wie viele AbsolventInnen der Arbeitsmarkt weiterhin aufnehmen kann, zumal sich wechselnde Qualifikationsmöglichkeiten durch Bachelor, Master und das duale Studium ergeben.

Bislang zeigt sich: WiWis sind seitens der Unternehmen mehr als alle anderen Studiengänge nachgefragt. Wie groß die Jobaussichten für den Einzelnen sind, hängt jedoch maßgeblich von der eigenen Qualifikation und dem Studienschwerpunkt ab.

Chancen am Arbeitsmarkt

Laut Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) haben rund 70 Prozent aller Wirtschaftswissenschaftler ein Jahr nach dem Abschluss einen Job. Davon steigen in den Beruf ein:

Art der Anstellung

Quelle: Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb)
Stelle Prozent
mit einer unbefristeten Stelle 50
mit einer befristeten Stelle 16
als Trainee 12
mit einer unbefristeten Teilzeitstelle 4
sind selbstständig oder über Werkverträge kurzzeitig eingestellt 18

Wo werden Wirtschaftswissenschaftler tätig?

Häufig steigen AbsolventInnen im operativen Bereich ein, um zunächst Berufserfahrung zu sammeln. Doch bereits innerhalb eines Zeitraums von ein bis zwei Jahren übernehmen sie Führungsverantwortung. Vorbereitet werden sie darauf entweder mithilfe eines Trainee-Programms oder direkt durch die praktischen Erfahrungen in ihrem Job. Mittelfristig landen die Berufseinsteiger dann in der mittleren Führungsebene als Bindeglied zwischen Firmenleitung und einem Team, das sie führen und motivieren.

Dieses mittlere Management ist heute dabei vor allem Wissensträger und Informationsvermittler, das den Informationsfluss sowohl in Richtung Firmenleitung als auch zu den Mitarbeitern sowie zwischen verschiedenen Firmenbereichen organisiert und strukturiert. Sie sind damit maßgeblich an der Gestaltung interner Prozesse beteiligt und für den Unternehmenserfolg unverzichtbar.

Nachfrage nach WirtschaftswissenschaftlerInnen – die Branchen

Die Karrierechancen sind aufgrund der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten nahezu grenzenlos: Von planerischen und organisatorischen Tätigkeiten bis hin zu rechentechnischen Aufgaben ist alles möglich. Kein Wunder also, dass die Wirtschaftswissenschaften im Jahr 2015 die für Neueinstellungen wichtigste Fachrichtung in Unternehmen waren – noch vor Informatik und BWL:

Branchennachfrage nach Fachrichtungen in %

Quelle: Staufenbiel Institut und Kienbaum
Fachrichtung Werden gesucht in %
Wirtschaftswissenschaftler 79
Informatiker 66
Ingenieure 56
Naturwissenschaftler 31
Sozial- und Geisteswissenschaftler 28
Juristen 27

Dabei gibt es die unterschiedlichsten Branchen und Funktionen, in denen eine Karriere als WirtschaftswissenschaftlerIn möglich ist.

  • General Management
  • Finanzen (Finanzierung, Zahlungsverkehr, Liquiditätsplanung , Zins- und Währungsmanagement)
  • Rechnungswesen/Steuern
  • Controlling (Planung und Steuerung von Unternehmensprozessen, Zielfindungsprozesse)
  • Revision (Überprüfung interner Aktivitäten auf Ordnungsmäßigkeit, Aufdeckung von Manipulationen)
  • Organisation
  • Personalwesen
  • Innovation
  • Wertschöpfungsmanagement
  • Recht und Management
  • Planung (Marketing-, Absatz-, Produktions-, Personal-, Beschaffungs-, Materialbedarfs-, Liquiditäts-, Kapitalbedarfs-, Investitionsplanung)
  • Marketing (Analyse, Planung, Umsetzung, Kontrolle)
  • Logistik
  • Einkauf / Beschaffung
  • Projektmanagement
  • Key-Account-Management
  • IT-Management
  • Qualitätsmanagement
  • Marktforschung
  • Vertrieb (Kundenberatung, Abschluss von Kaufverträgen)
  • Beratung / Consulting

Während Personalwesen und Marketing besonders häufig als Schwerpunkte gewählt werden und die Konkurrenz der Mitbewerber auf dem Arbeitsmarkt entsprechend groß ist, bestehen in den Finanzbereichen sehr gute Karrierechancen.

Berufe für Wirtschaftswissenschaftler

Mit den unterschiedlichen Funktionsbereichen gehen zahlreiche Stellenbeschreibungen ab. Rund 70 % der Stellen werden nach Einschätzung des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Rechnungswesen und Controlling angeboten. Doch insgesamt zeichnet sich bei den Tätigkeitsbereichen aktuell ein Wandel ab: Auf dem Stellenmarkt ist fast jede zweite Stelle techniklastig. Bei den Stellenbörsen dominieren entsprechend die Ingenieure – BWLer und klassische WiWis sind weit weniger gefragt. Vor allem die Bereiche Personal und Marketing sind überlaufen und bekommen zunehmend Konkurrenz durch Wirtschaftspsychologen, – pädagogen und technisch versierte Wirtschaftsinformatiker mit einem zusätzlichen Abschluss im Marketing.

Weiterhin gefragt sind Rechnungswesen und Controlling. Doch auch hier verschieben sich die Anforderungen, Finanz-Master und Wirtschaftsmathematiker sind häufig im Vorteil gegenüber den breit aufgestellten WiWis. Die Berufsbezeichnungen lauten beispielsweise:

  • Business Development Manager
  • Projektmanager
  • Marketing Manager
  • Produktmanager
  • Key Account Manager
  • Risikoanalyst
  • Marktforscher
  • Wirtschaftsprüfer
  • Unternehmensberater
  • Consultant

Boombereich Consulting

Der Beratungsbereich ist für zahlreiche WirtschaftswissenschaftlerInnen höchst attraktiv, Tendenz steigend. Unternehmensberatungen wie McKinsey, Roland Berger oder Boston Consulting Group sind weit über die Branche hinaus bekannt. Doch dominieren in Deutschland eigentlich die kleinen bis mittelgroßen Consultingfirmen: Ganze 14.000 Unternehmensberatungen gibt es in Deutschland – 13.750 davon erzielen einen jährlichen Umsatz zischen 50.000 und 5 Mio. Euro jährlich, nur 70 überschreiten eine Grenze von 45 Mio. Euro im Jahr.


Ein Interview mit Dr. Wolf Lasko

Über Dr. Wolf Lasko

Dr. Dr. Wolf LaskoDr. Wolf Lasko ist seit nunmehr 27 Jahren geschäftsführender Gesellschafter und Gründer der Resulting-Beratung Winner’s Edge und hat bereits mehr als 30 Bücher geschrieben.

Stellen Sie sich bitte in einigen Worten vor. In welcher Branche sind Sie tätig, was ist Ihr Aufgabenbereich, seit wann arbeiten Sie in Ihrem Unternehmen?

Der Fokus von Winner’s Edge liegt auf drei sich verzahnenden Wissensgebieten: Innovation, Strategie, Vertrieb. Wir sind allen Branchen gegenüber offen und beraten sowohl Großunternehmen als auch den Mittelstand.

Unsere Aufgabe ist es, die Wissenskompetenzen permanent in großen, kreativen Sprüngen zu vertiefen, die für die Unternehmen eine qualitative Verbesserung bewirken. Den gleichen Anspruch haben wir dann bei der Umsetzung – wenn es darum geht, gewünschte, messbare Resultate zu erreichen.

Dazu bedienen wir uns wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden ebenso wie der praktischen Anwendung. In diesem Spannungsfeld zwischen Forschung und Praxis steht auch unser – erst kürzlich gegründetes – Unternehmen digital sales resulting institute.

Beschreiben Sie doch mal kurz, was Ihre berufliche Tätigkeit im Tagesgeschäft genau umfasst.

Im Prinzip folgt jeder Auftrag einem Dreischritt. Zunächst geht es im Tagesgeschäft um die Bestandsanalyse: Wie genau sieht die aktuelle Situation aus? Wie das unternehmerische Umfeld? Welche Ziele hat der Kunde? Was ist dahingehend möglich? Welche Ressourcen stehen bei der Umsetzung zur Verfügung? Das ist der Ausgangspunkt. Dabei ist es wichtig, ohne eigene Meinung an die Sache heranzugehen. Ohne zu wissen, was sein soll. Es geht darum, ohne eigenen Standpunkt genau hinzusehen, offen zu sein, wie ein weißes Blatt. Alles zu erkennen – ohne vorab durch die eigene Perspektive beeinflusst zu sein.

Der zweite Schritt ist dann die kreative Arbeit: Wo ist anzusetzen? Wo steckt der Hebel zum Erfolg? Hier zeigt sich, wie professionell und wissenschaftlich fundiert man selbst in den Gebieten unterwegs ist, in denen man antritt. Man leitet Konzepte und Aktionsprogramme aus der Breite und Tiefe eines qualifizierten Wissens ab.

Drittens folgt dann die Überführung der Konzepte in Resultate. Hier gilt: Wenn das Konzept auf die Praxis trifft, folgt unweigerlich eine Abweichung. Es geht ständig darum, flexibel zu bleiben und neue Umfeldsituationen in das Konzept und das Aktionsprogramm zu integrieren. Das Erdachte und Kreierte ist messbar, Erfolg ist – oder eben nicht. So gilt es, in der Umsetzung permanent weiter verbessernd zu denken und zu arbeiten.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Am Anfang stand das Erkennen der natürlichen Gaben, Berufung und des Talents und das konsequente Hineinbewegen in die Bereiche. Die ersten beruflichen Schritte führten in spannende Aufgabenfelder – aber auch zu der Erkenntnis, dass für mich die Selbstständigkeit erfüllender ist als ein Leben als Angestellter. Das anfängliche Arbeiten als selbstständiger Berater, Trainer und Coach war dann aber nicht ausreichend ergebnisrelevant für meine Kunden.

So erfolgte eine Neudefinition als Resulter, die Verpflichtung gegenüber dem messbaren Resultat. Die wissenschaftlich zu durchdenkenden Themen wurden auf Innovation – Strategie – Vertrieb reduziert. Hier galt es, in die Tiefe zu gehen. Natürlich gibt es noch weitere Bereiche wie Personal, Weiterbildung, Marketing, Führung etc., aber wo die stärkste Gabe ist, da ist der Weg. Der übrigens nie endet – ein Ankommen gibt es nicht.

Dort, wo man sich berufen fühlt, fällt auch das Vertiefen ins Thema leicht. Automatisch sind Sie im Vergleich zu anderen Kollegen, die nicht ihrer Gabe folgen, deutlich im Vorteil. Zumindest sind Sie gerne unterwegs, es ist spannend und macht Freude… und darum geht es ja.

Welche beruflichen und persönlichen Qualifikationen bringen Sie mit, um Ihren aktuellen Job auszuüben?

Die Kernqualifikation ist die Grundhaltung von Neugierde. Mutig in Neuland vorzudringen und das Erkannte in die Praxis umzusetzen, sodass messbare Resultate erzielt werden.

Die Ausbildungen als Dipl.-Kfm., als Dipl.-Ing., die Promotion und aktuell eine Professur im Ausland sind die eine Seite der Medaille einer guten Qualifikation. Sie sind sicherlich hilfreich … aber auch nicht unbedingte Voraussetzung. Die zweite Seite der Medaille ist wesentlicher: Wissen in reale Ergebnisse zu überführen. Dafür stehen bei mir eine Lehre, der zweite Bildungsweg, das Kennenlernen mehrerer Unternehmen als Angestellter und mit 30 der frühe Schritt in die Selbstständigkeit. Die finanziellen Erfolge beweisen, dass das Erdachte funktioniert. Insgesamt bin ich also angewandter Wirtschaftswissenschaftler, Praktiker und Theoretiker.

Wie schätzen Sie die künftige Nachfrage nach WiWis in Ihrer Branche ein? Welchen Entwicklungen könnte in diesem Zusammenhang das Berufsfeld an sich unterliegen?

Der WiWi, der das Wissen nicht in der Praxis unter realen Feldbedingungen testet, wird unwichtiger werden. Leben heißt experimentieren. Die zahlreichen Unternehmensgründungen an Universitäten weisen hier einen Trend auf, der weiter zunehmen wird. Jeder WiWi sollte sich einem Start-up verpflichtet fühlen.

Was raten Sie angehenden WiWis, die eine Karriere in Ihrem Tätigkeitsbereich anstreben, ganz allgemein?

Gründen Sie selbstverantwortlich ein Unternehmen und schauen Sie, ob Sie etwas wirklich können – oder ob Sie nur träumen. Intensivieren Sie parallel dazu Ihre wissenschaftliche Arbeit immer weiter. Betreten Sie Neuland, seien Sie mutig. Das Leben kann spannend sein. Nur beamtet zu forschen, ist lebend tot sein.

Herr Dr. Lasko, wir bedanken uns für dieses interessante Interview!

Anforderungen an Consultants

Die Karriereperspektiven im Beratungsbereich sind hervorragend, das Einstiegsgehalt liegt mit knapp 48.000 Euro für Bachelorabsolventen und gut 55.000 Euro bei Masterabschlüssen höher als in anderen Bereichen. Doch setzen diese rosigen Aussichten einen überdurchschnittlichen Erfolgs- und Leistungswillen voraus: Bereits die Einstellungsverfahren haben es in sich. Neben Interviews warten Fallstudien und Logikaufgaben auf die BewerberInnen, eine frühzeitige Vorbereitung ist unbedingt empfehlenswert. BewerberInnen, die einen Einstieg im Consulting planen, sollten u. a. mitbringen:

  • analytische Fähigkeiten
  • lösungsorientiertes Denken
  • Kreativität
  • Teamgeist

Daneben ist auch Reisebereitschaft ein Muss. Consultants sind in der Regel von Montag bis Donnerstag beim Kunden – und der sitzt nicht zwangsläufig am Wohnort. Montag ist meist frühes Aufstehen angesagt, bis Donnerstag verbringen die BeraterInnen die Abende in Hotels, bevor es zurück an den Wohnort geht, um Freitag im Home Office oder der Consulting-Niederlassung zu arbeiten. Die damit einhergehende Arbeitsbelastung bei Consultants ist berüchtigt. Wer sich nicht mit 60-70-Stunden-Wochen abfinden möchte, der sollte lieber nicht die Top-Unternehmen ansteuern.

Schließlich ist die Branche nur etwas für kommunikationsfreudige Menschen. Das Ziel ist das Erarbeiten von Lösungen für bestimmte Problemstellungen und die Implementierung selbiger im Unternehmen. Das erfolgt keineswegs losgelöst vom Kunden, sondern im engen Kontakt mit ihm.

Die Branchen, in denen Consultants tätig sind, sind so vielfältig wie die Wirtschaft an sich. Kaum ein Bereich, der heutzutage noch ohne Beratungsleistungen auskommt.

Entwicklung des Branchenumsatzes (Consulting) von 2006 bis 2015

Quelle: BDU e. V.
Jahr Umsatz in Mrd. €
2006 14.7
2007 16.4
2008 18.2
2009 17.6
2010 18.9
2011 20.6
2012 22.3
2013 23.7
2014 25.2
2015 27


Ein Interview mit Dr. Thomas Tillmann

Über Dr. Thomas Tillmann

Dr. Thomas TillmannDr. Thomas Tillmann ist als Literaturwissenschaftler ein echter Quereinsteiger im Consulting. Inzwischen ist er seit zehn Jahren mit der Unternehmensberatung abc tillmann im Lern- und Bildungsbereich erfolgreich selbstständig.

Stellen Sie sich bitte in einigen Worten vor. In welcher Branche sind Sie tätig, was ist Ihr Aufgabenbereich, seit wann arbeiten Sie in Ihrem Unternehmen?

Ich arbeite seit ungefähr 15 Jahren in der Unternehmensberatung und konzentriere mich seit rund zehn Jahren, seitdem ich mich selbstständig gemacht habe, fast ausschließlich auf Fragen rund um Lernen und Bildung. Die einzelnen Projekte formen sich dabei ganz unterschiedlich aus. Häufig geht es darum, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Aktivitäten zur Weiterbildung und Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter strategischer auszurichten, wirksamer zu gestalten und dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung des Lernens sinnvoll einzubeziehen. Zudem arbeite ich auch für Universitäten und Lernanbieter anderer Art, die sich letztlich vielfach mit ähnlichen Fragen der strategischen Weiterentwicklung beschäftigen.

Beschreiben Sie doch mal kurz, was Ihre berufliche Tätigkeit im Tagesgeschäft genau umfasst.

Auch wenn ich mich in einer vergleichsweise kleinen Nische bewege, ist jedes Projekt sehr unterschiedlich: Mal sind Projekte eher konzeptioneller Natur und es geht darum, fundierte und abgestimmte Strategien zu entwickeln, mal sind sie eher operativer Art und es geht um die tatsächliche Umsetzung, Pilotierung und Verbreitung veränderter Ansätze. Mein Alltag ist dabei eigentlich immer von der engen Zusammenarbeit mit den Teams auf Klientenseite geprägt, z. B. in Form von Workshops.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Ganz sicher jedenfalls nicht durch mein Studium. Ich bin Literaturwissenschaftler und habe über theologische Einflüsse auf den jungen Goethe promoviert. Ich war aber immer neugierig auf viele ganz andere Bereiche. So bin ich über ein Praktikum schließlich dazu gekommen, für einige Jahre bei McKinsey einzusteigen. In dieser Zeit hat sich mein heutiges Profil langsam entwickelt und ich sah die Chance, mich mit einiger Erfahrung als Berater ganz diesen Themen rund um Lernen und Bildung zu verschreiben. Letztlich also ein Werdegang, der stark von den Chancen geprägt ist, die sich überwiegend ganz unerwartet unterwegs ergeben haben.

Welche beruflichen und persönlichen Qualifikationen bringen Sie mit, um Ihren aktuellen Job auszuüben?

Das ist zunächst einmal ein methodisches Rüstzeug, das ich in den 15 Jahren in der Unternehmensberatung gewonnen habe, verbunden mit der inhaltlichen Expertise zu den Themen Lernen und Bildung und schließlich einem Netzwerk von vielfältigen Kontakten innerhalb der entsprechenden Community.

Wie schätzen Sie die künftige Nachfrage nach WiWis in Ihrer Branche ein? Welchen Entwicklungen könnte in diesem Zusammenhang das Berufsfeld an sich unterliegen?

Eine in vieler Hinsicht – technisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich – komplexer werdende Welt hat einen immer größeren Bedarf nach sehr speziellen Expertisen. Bei aller Unsicherheit von Märkten kann man davon ausgehen, dass diese Entwicklung anhalten wird und weitere Nachfrage nach fundierten Beratungsleistungen unterschiedlicher Art mit sich bringt. Anders als in der Vergangenheit werden m. E. dabei vor allem hochspezialisierte Experten große Chancen haben, während der Markt lange eher von generalistischen Beratungen geprägt war. Das heißt aber auch, dass am Anfang eine fachliche Expertise stehen muss, die in dieser Form nicht durch ein Studium aufgebaut wird, sondern eher durch wissenschaftliche und praktische Erfahrung. Vielleicht ist der Schritt in die Unternehmensberatung damit zukünftig eher die zweite Karriereentscheidung nach einigen Jahren der fachlichen Arbeit in einem speziellen Metier.

Was raten Sie angehenden WiWis, die eine Karriere in Ihrem Tätigkeitsbereich anstreben, ganz allgemein?

Neugierig zu bleiben, in unterschiedlichste Branchen und Arbeitsfelder zu schauen und den Mut zu haben, einen eigenen Weg zu finden.

Herr Dr. Tillmann, wir danken Ihnen für das spannende Interview!

Spezialisierung vs. Allrounder

Die Tätigkeitsbereiche von WiWis sind vielfältig. So lässt sich die Frage, ob eher Allrounder oder Spezialisten gefragt sind, nicht eindeutig beantworten. Grundsätzlich besteht Bedarf an beiden. Wo sich technische und ökonomische Arbeitsfelder überschneiden, sind häufig die spezialisierten BewerberInnen im Vorteil. Je größer das Unternehmen ist, desto höher ist natürlich auch der Bedarf an Fachexperten. Gleichzeitig sinkt mit einer Spezialisierung der potenzielle Arbeitsmarkt. Umgekehrt ist der Markt für Allrounder größtenteils überlaufen. Immerhin waren die Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2015/16 der Studiengang, der am fünfthäufigsten gewählt wurde:

Anzahl der eingeschriebenen Studierenden nach Fachbereich

Quelle: DESTATIS via Statista
Studiengang Anzahl der eingeschriebenen Studierenden
Betriebswirtschaftslehre 234715
Maschinenbau(-wesen) 120103
Rechtswissenschaft 112271
Informatik 102546
Wirtschaftswissenschaften 90658
Medizin (Allgemein-Medizin) 89998
Germanistik/Deutsch 75688
Psychologie 71279
Erziehungswissenschaft 69817
Elektrotechnik/ Elektronik 69258
Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwiss. Schwerpunkt 65492
Mathematik 59381
Bauingenieurwesen/Ingenieurbau 54789
Wirtschaftsinformatik 54519
Biologie 51637
Physik 48475
Intern. Betriebswirtschaft/Management 45912
Anglistik/Englisch 45851
Chemie 45539
Soziale Arbeit 43207

Eine frühzeitige Spezialisierung ist in der Regel jedoch das A und O, um schnell im Job einen Fuß in die Tür zu bekommen. Hier liegt aber das Problem so manch eines Studierenden: Es hapert zu Beginn des Studiums vielfach an der Karriereplanung, die strategische Berufsorientierung bleibt aus. Dabei liegt ein Teil der Spezialisierung recht nahe: Menschen, die nicht gern verreisen, sind im Consulting fehl am Platz, kommunikative Typen gehen ins Marketing oder den Vertrieb, während analytisch orientierte Menschen hervorragend im Finanz- und Rechnungswesen oder Controlling aufgehoben sind.

Es bleibt bei BewerberInnen während des Studiums nicht selten bei einem einzigen Praktikum bei einer unbedeutenden Firma. Dabei gibt es bei WiWis gleich mehrere Faktoren, die über Top oder Flop bei der Jobsuche entscheiden: Neben dem Studienschwerpunkt sind das Praxiserfahrung, die Hochschule, die Abschlussnote sowie internationale Erfahrungen. Wer schon früh weiß, wo er hin will, sich bei einer renommierten Hochschule frühzeitig spezialisiert und Praxiserfahrungen u. a. im Ausland sammelt, steigert seine Chancen auf einen schnellen Einstieg in die Traumbranche maßgeblich.

Das Studium der Wirtschaftswissenschaften

Bei einer Umfrage unter examensnahen WiWi-Studierenden mit dem Schwerpunkt Marketing und Kommunikation waren attraktive Arbeitsaufgaben und die persönliche Entwicklung besonders relevante Aspekte für die Jobsuche. Auch die guten Karriereperspektiven wurden seitens der Studierenden als besonders wichtig erachtet – ein Zeichen dafür, dass sich WiWis nicht mit mittelmäßigen Positionen abgeben wollen. Ganz gleich, was Ihre Motivation für das Feld der Wirtschaftswissenschaften ist – das Studium stellt zunächst mal einige Anforderungen an die Studierenden.

Studienvoraussetzungen

Zum einen sind da die persönlichen Voraussetzungen: Analytisches Denken, Interesse an der Ökonomie und ein mathematisches Grundverständnis sind unbedingte Voraussetzung. Auch Englisch ist Pflicht und gehört als fester Bestandteil zum Studium dazu. Ansonsten braucht man keine besonderen Begabungen, hilfreich sind vielleicht noch Grundkenntnisse in Wirtschaftstheorien, Geschichte und Philosophie. Das hilft, Entwicklungen und Prozesse besser zu verstehen.

Neben den persönlichen Voraussetzungen ist für ein Studium an der Universität eine allgemeine Hochschulreife erforderlich, bei Hochschulen reicht ein Fachhochschulabschluss aus.

Studieren ohne Hochschulzugangsberechtigung

Unter bestimmten Voraussetzungen ist das Studium der Wirtschaftswissenschaften auch ohne Abitur möglich. Zwischen 3 und 10 % der Plätze stehen dieser Bewerbergruppe offen. Welche Zugangsvoraussetzungen hierfür konkret gelten, legt jede Hochschule für sich selbst fest. Gesetzlich geregelt ist, dass z. B. Meister mit dem Abschluss ihrer Prüfung automatisch der Fachhochschulreife gleichgesetzt sind. Gleiches gilt für andere IHK-Aufstiegsfortbildungen. Ebenfalls studienberechtigt sind BewerberInnen nach Abschluss einer mindestens zweijährigen Ausbildung und einer anschließenden dreijährigen Berufserfahrung, wobei die Zugangsberechtigung hier auf den Themenbereich der Ausbildung beschränkt bleibt.

Einige Hochschulen nehmen zusätzliche eine Prüfung bei Studieninteressierten ohne Hochschulreife vor:

  • Zulassungsprüfung in Form eines schriftlichen und mündlichen Tests zur Feststellung der Studieneignung.
  • Begabtenprüfung: Diese qualifiziert BewerberInnen im Alter von mindestens 25 Jahren mit einer mindestens fünfjährigen Berufserfahrung. Nach Bestehen der Prüfung ist ein bundesweiter Hochschulzugang möglich.
  • Probestudium: Die Hochschule kann für zulassungsfreie Studiengänge ein zwei- bis viermonatiges Studium auf Probe anordnen, in dem der Bewerber eine Mindestanzahl an Credit Points erreichen muss. Schafft er dies, darf er das Studium fortsetzen, die Punkte werden angerechnet.
  • Bei Medizin-Interessierten erfolgt die Zulassung über hochschulstart.de. Um die mehrjährige Wartezeit zu umgehen, können Interessierte eine freiwillige Zugangsprüfung absolvieren.

Zugangsbeschränkungen und Auswahlverfahren

Ist der Andrang auf die Anzahl der Studienplätze groß, so entscheidet die Abschlussnote der Hochschulreife über den Zugang. Neben diesem Numerus clausus (NC) werden zudem Plätze über Wartesemester vergeben. Erfülle ich die Abschlussnote von 1,6 vielleicht nicht, besteht die Möglichkeit, mit einem Schnitt von 2,3 und 4 Wartesemestern ebenfalls einen Platz zu erhalten. Wie hoch die Durchschnittsnoten und die Anzahl der Wartesemester jeweils ist, verrät eine semesterweise veröffentlichte Liste der einzelnen Hochschule.

Manche – vor allem private – Hochschulen führen außerdem Assessment Center durch, um die BewerberInnen auszusieben. Hier legen die Hochschulen einen Fokus auf Logik, Mathematik, Argumentation in Diskussionen und Präsentation sowie die Stressresistenz der Aspiranten.

Studienmöglichkeiten

Das Studienangebot der Wirtschaftswissenschaften ist groß – kein Wunder, ist der Studiengang einer der beliebtesten bundesweit. Seiten wie StudyCheck.de bieten Erfahrungsberichte und erleichtern die Auswahl bei der Suche nach einer geeigneten Hochschule. Das Studium ist keineswegs nur in klassischer Form an der Universität möglich. Neben dem Präsenzstudium haben sich in den vergangenen Jahren das duale Studium und das Fernstudium als echte Alternativen etabliert.

Universität

Mit dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife steht einem der Zugang zu den Universitäten offen. Das Studium ist hier größtenteils sehr theoretisch ausgelegt. Erst in den letzten Jahren finden immer wieder auch verpflichtende Praktika im Rahmen des Studiums statt. Die Veranstaltungen teilen sich auf in Seminare, Vorlesungen und Übungen, bei denen die Anwesenheit ein Teil der Leistungsbeurteilung darstellt.

Hochschule

Das Hochschulstudium steht allen offen, die mindestens über die Fachhochschulreife verfügen oder alternativ einen Meistertitel erworben haben. Das Studium ist hier ähnlich aufgebaut wie in der Universität, jedoch praxisorientierter. Wer im Berufsleben keine Karriere als Wissenschaftler anstrebt, sondern die freie Wirtschaft anpeilt, ist mit der Hochschule bestens bedient.

Private Hochschule

Während Universitäten den Studiengang WiWi anbieten, konzentrieren sich Private Hochschulen und Fachhochschulen häufig auf spezialisierte Studiengänge wie Wirtschaftsinformatik oder Betriebswirtschaft. Ein WiWi-Studium gibt es entsprechend auch unter anderen Bezeichnungen, wie beispielsweise:

  • Economics and Business Administration (Bachelor)
  • Management und Ökonomie (Bachelor)
  • Ökonomie (Bachelor)
  • Staatswissenschaften – Wirtschaftswissenschaft (Bachelor)
  • Wirtschafts- und Organisationswissenschaften (Bachelor)
  • Wirtschaftswissenschaft, Grundlagen (Fundamental Economics and Management) (Bachelor)
  • Wirtschaft und Management (Bachelor)

Die Hochschulen haben häufig andere Zugangsregelungen als die Hochschulen (z. B. Assessmenter-Center), die Studierenden zahlen teilweise hohe Semesterbeiträge. Studiengebühren in Höhe von 3- bis 4-stelligen Summen monatlich sind keine Seltenheit. Dafür winken kleine Gruppengrößen und eine intensivere Lernbetreuung als in den häufig überlaufenen Hochschulen.

Fernstudium

Nahezu bei jeder Fernuniversität gibt es einen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang. Besonders beliebt: Ein Bachelorstudium BWL mit dem anschließenden Master in Wirtschaftspsychologie. Möglich ist das Studium in einer Vollzeit- und einer Teilzeitvariante, die dann entsprechend länger bis zum Abschluss dauert. Die Mehrheit der Fernuniversitäten ist gebührenpflichtig. Eine Ausnahme stellt die Fernuni Hagen als staatliche Hochschule dar, bei der lediglich ein geringer Semesterbeitrag sowie ggf. Materialkosten anfallen – ähnlich wie bei einer Hochschule vor Ort.

Das Gegenteil eines Fernstudiums ist das Präsenzstudium, bei dem Studierende Seminare und Vorlesungen besuchen und neben Klausuren und Seminararbeiten die persönliche Anwesenheit zu den zu erbringenden Leistungen gehört.

Duales Studium

Eine Alternative zum klassischen Studium an der Hochschule stellt immer auch das duale Studium dar. Hier werden Studieninhalte mit praktischen Erfahrungen im Unternehmen kombiniert. Das bringt ausgiebiger Praxiserfahrung den Vorteil mit sich, dass bereits im Studium Kontakte zu einem Unternehmen bestehen, das danach den Berufseinstieg erleichtern kann. Zudem winkt bereits während der Ausbildung ein regelmäßiges Gehalt (zwischen 600 und 1.800 Euro ist alles möglich), zudem übernimmt der Betrieb nicht selten die Studiengebühren.

Als Zugangsvoraussetzung ist die fachgebundene Hochschulreife oder das Abitur vorgesehen. Es gibt dabei verschiedene Varianten des dualen Studiums:

  • Ausbildungsintegrierte duale Studiengänge: Diese kombinieren ein vollwertiges Studium mit einer vollständigen Ausbildung. Am Ende der dreijährigen Ausbildungs-/Studienzeit stehen zwei Abschlüsse: Bachelor und Gesellenbrief. Die Ausbildung findet in der Hochschule, der Berufsschule und dem Betrieb statt.
  • Praxisintegrierte duale Studiengänge: Sie ergänzen das Hochschulstudium um längere Praxisphasen. Am Ende steht lediglich der Bachelor-Abschluss.
  • Berufsbegleitende duale Studiengänge: Diese sind für Vollzeit-Arbeitnehmer ausgelegt, die bereits über eine Ausbildung verfügen und neben dem Studium studieren möchten.
  • Berufsintegrierende duale Studiengänge: Sie kombinieren Teilzeit-Jobs (Ausbildungsabschluss vorhanden) mit einem Studium.
  • Ausbildungsbegleitende Studiengänge
  • Praxisbegleitende Studiengänge

Es gibt Listen im Internet für teilnehmende Hochschulen und Unternehmen, wobei stets auch eine eigeninitiative Suche möglich ist. Die Bewerbung richtet sich entweder an die Hochschule oder den Ausbildungsbetrieb – je nachdem, wer im Zentrum der Ausbildung steht. Auch hier gibt es zahlreiche BewerberInnen, die Bewerbung darf sich also gern von der breiten Masse abheben. Besonders wichtig bei der Doppelbelastung Studium – Beruf: die Leistungsbereitschaft. Diese zu erwähnen, ist sicherlich kein Fehler. Die Auswahl der Kandidaten erfolgt häufig in zweistufigen Auswahlverfahren (Einstellungstest und Vorstellungsgespräch) oder einem Assessment-Center.

So attraktiv das duale Studium auch klingen mag: Es gibt auch Nachteile. Nicht zu unterschätzen ist der hohe Arbeitsaufwand durch die Doppelbelastung. Um den Lernstoff in der vorgegebenen Zeit durchzuziehen, ist das Studium straff organisiert und bietet nur wenige Freiräume. Wer mittendrin feststellt, dem Druck nicht gewachsen zu sein und das Studium abbricht, dem drohen teilweise Rückzahlungsforderungen des Unternehmens. Die Entscheidung für ein solches Studium will also wohl überlegt sein.


Ein Interview mit Prof. Dr. Franz-Xaver Boos von der Hochschule Hof

Über Prof. Dr. Franz-Xaver Boos

Prof. Dr. Franz-Xaver BoosProf. Dr. Franz-Xaver Boos ist Seit 22 Jahren an der Hochschule Hof Professor im Bereich Betriebswirtschaftslehre. Bereits vor ca. 15 Jahren hat die Hochschule das Thema duales Studium angepackt und seitdem zahlreiche verschiedene duale Studienmöglichkeiten etabliert. Die Hochschule Hof nimmt beim dualen Studium in Bayern eine Spitzenposition ein.

Seit einigen Jahren ist er auch Dekan der Fakultät, widmet sich aber weiterhin dem Thema duales Studium. Hier gilt es zum einen neue Möglichkeiten des dualen Studiums zu generieren und zu etablieren, zum anderen aber auch die bestehenden Programme zu evaluieren und zu verbessern. Zu alldem gehören häufige Gespräche mit Unternehmen und jungen Menschen, die vor der Aufnahme eines Studiums stehen.

Welche Abschlussmöglichkeiten bietet ein duales Studium an der Hochschule Hof?

Sämtliche Studienabschlüsse im Bachelor also der Bachelor of Arts (B.A.), der Bachelor of Engineering (B.Eng.) und der Bachelor of Science (B.Sc.) werden bei uns auch als duales Studium angeboten. Hinzu kommt, dass wir auch unsere Masterprogramme, die entweder mit einem Master of Arts (M.A.) oder einem Master of Science (M.Sc.) abschließen, dual anbieten.

Für wen ist ein duales Studium zu empfehlen und welche Voraussetzungen sollten gegeben sein?

Zwingende Voraussetzung für ein duales Studium ist natürlich, dass man ein Partnerunternehmen findet. An persönlichen Voraussetzungen sollte man eine strukturierte Arbeitsweise, Fleiß und auch etwas Ehrgeiz mitbringen. Insbesondere beim Verbundstudium, wo man zwei Abschlüsse macht, ist der Arbeitsaufwand größer als im Vergleich zu einem normalen Studium. Allerdings sind die Durchfallquoten erheblich unter und die Studienergebnisse über dem Durchschnitt der sonstigen Studierenden.

Was ist ein Verbundstudium oder ein SmvP?

Ein Verbundstudium kann man auch als ausbildungsintegriertes duales Studium bezeichnen. Im Einzelnen bedeutet dies, dass eine Ausbildung, zum Beispiel zur Industriekauffrau oder zum Industriemechaniker, mit einem Studium kombiniert wird. In der Regel dauert ein Verbundstudium viereinhalb Jahre, nämlich ein Jahr reine Ausbildung und dreieinhalb Jahre Studium und in Teilen Ausbildung.

Ein SmvP ist ein Studium mit vertiefter Praxis, wobei in Bayern die Regel gilt, dass die übliche Praxiszeit von 20 Wochen mindestens um 50 % überschritten werden sollte.

Wie verteilen sich Praxis und Theorie an der Hochschule Hof?

Im Verbundstudium sind es je nach Studiengang zwischen 40 und 50 % Praxiszeit. Beim Studium mit vertiefter Praxis dürfte dieser Anteil in der Regel geringer sein.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Studierenden des dualen Studiums?

Aus den Erfahrungen der vergangenen über zehn Jahre kann ich sagen, dass unsere Erfahrungen mit den dual Studierenden an der Hochschule Hof außergewöhnlich gut sind. Wie bereits oben erwähnt haben sie minimale Durchfallquoten und in unseren Bestenlisten sind die dual Studierenden weit überrepräsentativ vertreten.

Wie hoch ist die Quote der Studierenden, die nach erfolgreichem Studium im entsprechenden Unternehmen übernommen werden?

Die Übernahmequote an der Hochschule Hof dürfte zwischen 70 und 80 % liegen. Dass kein weiterführender Arbeitsvertrag zustande kommt, kann zum einem am Unternehmen liegen, zum anderen kann es aber auch daran liegen, dass sich die Zukunftspläne der dual Studierenden geändert haben. Aufgrund der guten Abschlüsse gibt es auch zunehmend dual Studierende, die in einen Masterstudiengang gehen, wobei viele davon auch den Master dual studieren.

Wieviel können Studierende während des dualen Studiums verdienen?

Die Bandbreite des Verdienstes ist relativ groß. Im Extremfall zahlen beim Verbundstudium die Unternehmen das Ausbildungsgehalt während des ganzen Studiums. Die Untergrenze ist, dass nur Zeiten der Anwesenheit bezahlt werden. Dies ist grundsätzlich auch noch zu begrüßen, da es mehr Sinn macht, dass Studierende im künftigen Beruf arbeiten statt sich irgendwo in einer Kneipe als Kellner Geld zu verdienen.

Wo sehen die Unternehmen die Vorteile an einem dualen Studium?

  • frühe Auswahl und Förderung guter Mitarbeiter,
    Wettbewerb um gute (Fach-) Abiturienten aus der Region

  • Bindung dieser meist aus dem regionalen Umfeld
    kommenden künftigen Führungskräfte

  • Übernahme nach Studium ohne größere Einarbeitung

  • Netzwerk hochschule dual

  • effektiver Einsatz der Studierenden im Unternehmen

  • Kontakte zur Hochschule

  • Einsparung von Aufwendungen für das Personalmarketing

Welche Vorteile ergeben sich für die Studierenden durch das duale Studium?

  • 2 Abschlüsse und vertiefte betriebliche Praxis bei gleicher
    Studiendauer

  • enge Verbindung Unternehmen und Studierender

  • starke Integration des Lernorts „Unternehmen“ in die

Hochschulausbildung

  • Umsetzung theoretischer Kenntnisse in der Praxis

  • ggf. Bezahlung während des Studiums

Wie bewirbt sich ein Interessent für ein duales Studium? Erst das Unternehmen und dann die Hochschule? Ist es möglich in ein Studium einzusteigen, wenn die Ausbildung im Unternehmen schon begonnen wurde?

Der Zugang zu einem dualen Studium geht stets über das Unternehmen. Dies gilt insbesondere für das Verbundstudium, wo das Studium mit einer Ausbildung kombiniert wird. Die Hochschule stellt über die Organisation hochschule dual Bayern zwar die Adressen der Partner im dualen Studium möglichen Interessenten zur Verfügung, jedoch ist die Suche nach einem Unternehmen primär Aufgabe der künftig Studierenden.

Gibt es besonders beliebte Unternehmen für duales Studium?

Das hängt sehr vom persönlichen Geschmack der Studierenden ab. Für die einen kommen nur kleine, mittelständische und häufig eigentümergeführte Unternehmen infrage, andere Studierende dagegen fühlen sich eher bei international operierenden Großunternehmen wohl.

Ist an Ihrer Hochschule ein duales Studium ohne Abitur oder Fachabitur möglich? Wie sehen die Voraussetzungen dazu aus?

Die Hochschule Hof bietet im Rahmen des Instituts für Weiterbildung Studiengänge ohne Abitur oder Fachabitur an. Allerdings braucht man dafür eine abgeschlossene Berufsausbildung und etliche Jahre Berufserfahrung. Diese Weiterbildungsstudiengänge finden häufig am Abend und an den Wochenenden statt. Im weitesten Sinn sind diese Studiengänge auch duale Studiengänge, da die Studierenden einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen.

Herr Prof. Boos, wir danken Ihnen für das spannende Interview!

Internationales Studium

Wen es ins Ausland zieht und wer gleichzeitig internationale Berufsaussichten wahrnehmen möchte, der ist mit einem Studium im Ausland bestens bedient. Das kann „nur“ für ein Semester oder gleich über den gesamten Zeitraum sein. Das Studium im Ausland kann in unterschiedlichen Formen erfolgen. So oder so ist es sinnvoll, einige Zeit im Ausland zu verbringen und seine Berufsaussichten damit zu erweitern.

  • Ein Studium an einer Universität im Ausland unabhängig von einer Kooperation mit der heimischen Hochschule. Hier gibt es unter Umständen keine Finanzierung oder Anerkennung von Leistungen.
  • Studium an einer Partneruniversität der heimischen Hochschule. Hier werden Leistungen und eine teilweise Finanzierung über die heimischen Hochschule ermöglicht.
  • Hochschulkooperationen im Ausland, die auf Partnerschaftsabkommen mit ganzen Staaten basieren. Dadurch fallen eventuell Studiengebühren, die im Ausland ansonsten erhoben werden, weg.
  • Erasmus-Programme, durch die Studiengebühren in jedem Fall entfallen und die im Ausland erbrachten Leistungen für das Studium zu Hause angerechnet werden. Die Dauer beträgt ein oder zwei Semester, wobei man sich währenddessen an der heimischen Hochschule beurlauben lassen kann.

Studieninhalte

Das Studium der WiWi vereint die beiden Studienfächer Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre. Entsprechend thematisiert das Feld ökonomische Sachverhalte sowohl auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene wie auch auf einer Ebene einzelner Unternehmen. Am Ende des Studiums steht ein breites Fachwissen über wirtschaftliche Belange, die den Zugang zu vielen Berufsfeldern bieten. Zu den Studieninhalten gehören unter anderem folgende Bereiche:

  • Wirtschaftstheorie
  • Mathematik
  • Statistik
  • Wirtschaftsenglisch
  • Wirtschaftsrecht
  • Wirtschaftspolitik
  • Absatzwirtschaft
  • Finanzwirtschaft
  • Rechnungswesen
  • Personalwesen
  • Controlling
  • Steuerlehre
  • Finanzierung und Investition
  • Mikro- und Makroökonomik
  • Buchhaltung
  • Kostenrechnung
  • Marketing
  • Unternehmensführung
  • Informatik
  • ggf. auch Ethik, Gemeinwohlorientierung, Nachhaltigkeit

Was zunächst abwegig erscheint, ist ein nicht unerheblicher Teil der VWL: Als Teilbereich der Sozialwissenschaften gibt es viele Gemeinsamkeiten mit Fächern wie Politikwissenschaften, Soziologie oder Jura und Philosophie. Und letztlich zählt damit das Verhältnis von Menschen untereinander zu den Analysekriterien der WiWi. Allerdings legen zahlreiche Hochschulen den Fokus auf das Planen und Analysieren, der Faktor Mensch bleibt nicht selten außen vor.

Studienablauf

Seit der Bologna-Reform unterteilt sich das Studium in ein Bachelor- und ein Masterstudium. Daneben gibt es mehr oder weniger verpflichtende Praktika, möglicherweise ein Auslandssemester und am Ende der Hochschul-Laufbahn steht eventuell die Promotion.

Bachelorstudium

Das grundständige Bachelorstudium dauert für gewöhnlich sechs Semester. Vermittelt werden hier betriebs- und volkswirtschaftliche Grundlagen, bevor eine Vertiefung der Inhalte erfolgt. Zu den Grundlagenfächern gehören z. b. Recht, Rechnungswesen, Wirtschaftsmathematik und -informatik sowie Statistik.

Während der Schwerpunktsetzung bieten einige Hochschulen zusätzlich eine Fokussierung auf fächerübergreifende Schlüsselkompetenzen und Methodenkompetenzen an, um die Qualifikation der AbsolventInnen auch abseits des Fachwissens zu verbessern und den Einstieg in den Beruf zu erleichtern.

Eine individuelle Spezialisierung auf ein oder mehrere Spezialbereiche ist dann Teil der letzten Semester. Hier sind beispielsweise Richtungen wie Informatik, Economics oder Rechnungswesen möglich.

Das Studium schließt mit der Erstellung einer Bachelorarbeit. Ist diese erfolgreich, erhält der/die AbsolventIn den Titel des Bachelor of Science. Seltener ist der Bachelor of Arts. Der Bachelor-Abschluss wiederum berechtigt zur Aufnahme eines Master-Studiengangs.

Masterstudium

Wenngleich sich bereits mit dem Bachelor beruflich schon einiges erreichen lässt, so öffnet der Master zusätzliche Türen. Doch sollte man sich nicht vorschnell für einen Master entscheiden, sondern zuerst überlegen, wo man eigentlich hin möchte. Vor allem im Controlling und Vertrieb reicht der Bachelor meist schon als Karriereeinstieg aus. Mittelfristig zählt vor allem die Berufserfahrung, nur für die Führungsebene ist der Masterabschluss entscheidend.

Für den Master ist es nicht verkehrt, sich für spezialisierte Studiengänge zu immatrikulieren und damit Expertenkenntnisse zu erlangen, die bei der Bewerbung nach dem Abschluss hilfreich sein werden.

Übrigens: Der Master steht teilweise auch fachfremden Bachelorabsolventen offen, die ihren Abschluss in einem geistes- oder naturwissenschaftlichen Fach erworben haben.

Praktika

Die Jobaussichten nach dem Studium steigen mit der Praxiserfahrung. Entsprechend wichtig ist es, bereits während des Studiums möglichst viel in Unternehmen tätig zu sein und erste Erfahrungen zu sammeln. Es empfiehlt sich, hier in verschiedene Bereiche bei unterschiedlichen Unternehmen reinzuschnuppern und eventuell auch eine Zeitlang ins Ausland zu gehen. Auch ein Nebenjob eignet sich, um erste Berufserfahrungen zu sammeln – und um gleichzeitig Geld zu verdienen. Das kann als Nebentätigkeit während des Studiums sein, im Rahmen einer Werkstudententätigkeit, als Vollzeit-Praktikum während der Semesterferien oder als Praktikum während des Semesters erfolgen.

Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben

Vor allem die Wirtschaft sucht immer wieder AbsolventInnen, die ihre Abschlussarbeiten zu bestimmten Themen in einem Unternehmen schreiben möchten. Das bringt einige Vor- und Nachteile mit sich:

Einige Konzerne schreiben die zu vergebenden Themen direkt auf ihren Webseiten aus oder schildern den Ablaufprozess und machen Angaben zur Vergütung. Andere warten vermutlich nur auf Ihre Anfrage – ein aktives Nachfragen lohnt sich, viele Stellen werden intern besetzt. Darüber hinaus sind auch die Stellenwerke der Universitäten und Hochschulen eine Anlaufstelle, um sich über potenzielle Unternehmen zu informieren. Immer wieder schreiben die Firmen Themen hier aus.

Promotion

Eine Promotion im Bereich der WiWi ist nicht allzu üblich. Sie lohnt sich nur dann, wenn eine Karriere in Forschung und Lehre an der Hochschule angestrebt ist, oder wenn das Unternehmen ein interessantes Thema bietet, das auch für die Wirtschaft interessant ist. Stellen für Promotions-Studierende bietet beispielsweise diese Übersichtsseite.

Nur in einigen wenigen Bereichen ist der Doktortitel gern gesehen und steigert das eigene Gehalt ebenso wie die Karrierechancen. Zu nennen sind hier Unternehmens- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Lobbyisten, Volkswirtschaftliche Abteilungen, Research und Investment von Banken sowie Marktforschungsinstitute. WiWis promovieren am Ende in der Regel mit einem Dr. rer. pol. oder Dr. rer. oec.

Wie komme ich an ein Stipendium?

Neben BaföG und dem eigenen Nebenjob gibt es in einigen Fällen die Möglichkeit der zusätzlichen finanziellen Unterstützung über ein Stipendium. Insgesamt sind es 2.000 Institutionen, darunter 13 Begabtenförderungswerke und ein Deutschlandstipendium, die Stipendien an Studierende ausschütten. Einige sind auf spezielle Gruppen wie Frauen oder Menschen mit Behinderungen zugeschnitten, andere haben scheinbar unüberbrückbare Hürden im Bewerbungsprozess. Nicht alle legen Wert auf Bestnoten, manchmal entscheidet das soziale Engagement oder andere Aktivitäten. Im Dschungel der Förderinstitute können bei der Suche nach einem passenden Stipendium unterschiedliche Einrichtungen behilflich sein:

  • Studienberatung, Studienbüro oder Financial Aid Office deiner Hochschule
  • Studentenwerk
  • kirchliche Einrichtungen
  • deine frühere Schule
  • Gemeinde- oder Stadtverwaltung
  • Freundeskreis
  • Internetrecherche
  • Suche bei e-fellows.de und Stipendien im Porträt

Die Bewerbungsfristen sind bei den Stipendien höchst unterschiedlich. Während man sich bei einigen relativ kurzfristig bewerben kann, haben andere Programme Vorlaufzeiten von mehreren Monaten und nur ein oder zwei Bewerbungsfristen pro Jahr. Erwartet werden meist ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf (tabellarisch oder in Aufsatzform) und ein Gutachten der Hochschule.

Nach dem Studium: Der Berufseinstieg

Neben dem Direkteinstieg in das Berufsleben bieten sich auch andere Einstiegsmöglichkeiten wie Trainee-Programme, Praktika, Volontariate oder Assistenzstellen an. Etwa jedes fünfte Unternehmen bietet den Einstieg als Trainee an (bei Konzernen mehr, bei Kleinstunternehmen weniger), vor allem Bachelorstudenten sind hier gefragte Kandidaten.

Der Berufseinstieg als Trainee

Was ist ein Trainee?

Trainees sind so etwas ähnliches wie Auszubildende. Mit dem Unterschied, dass sie häufig schon ein Studium hinter sich haben und im Management-Bereich tätig sind. Erstmals kam Unilever in den Sechzigerjahren auf die Idee, die Youngster durch alle Abteilungen des Unternehmens zu schicken, bevor sie einen Job in der Führungsebene erhielten. In Deutschland übernahmen die Deutsche Bank, Daimler und Volkswagen das Konzept nur wenige Jahre später die Programme, die sich seither sowohl bei Studierenden als auch den Unternehmen größter Beliebtheit erfreuen.

Trainee-Programme

Trainee-Programme haben keine festen Laufzeiten oder Lerninhalte. Entsprechend unterschiedlich sind die Tätigkeitsbereiche und Verantwortlichkeiten in Unternehmen. Während große Unternehmen Trainees vielfach als Führungsnachwuchs betrachten und entsprechend fördern, dienen Trainee-Stellen in kleinen Unternehmen nicht selten Quereinsteigern als Qualifizierungsmaßnahme, um im Beruf Fuß zu fassen.

Entsprechend ist auch die Dauer der Programme höchst unterschiedlich: In kleineren Unternehmen ist das Programm häufig schon nach 3-6 Monaten beendet, das klassische Konzern-Programm erstreckt sich in der Regel über 18-24 Monate.

Im besten Fall durchlaufen die Kandidaten während der Trainee-Zeit verschiedene Abteilungen des Unternehmens, um die einzelnen Abläufe zu verstehen und ihr Wissen zu erweitern, um schließlich den tagtäglichen Herausforderungen im Unternehmensalltag gewachsen zu sein.

Die Chancen für eine Übernahme sind nach erfolgreicher Trainee-Zeit äußerst gut: Rund 80 % erhalten im Anschluss einen festen Job in einer Führungsposition.

Im Internet haben sich einige Stellenbörsen speziell auf Trainees spezialisiert.

Wie läuft das Trainee-Programm ab?

Das eigentliche Ziel des Trainee-Programms ist, Einsteigern Wissen über das Unternehmen zu vermitteln und sie auf spätere Führungsaufgaben vorzubereiten. Entsprechend erfolgt alle paar Wochen oder Monate ein Wechsel der Abteilung, damit die Newbies möglichst viele unterschiedliche Einblicke gewinnen können. Das erfolgt entweder nach einem standardisierten, halbstandardisierten oder individuellen Schema. Der Wechsel zwischen den Abteilungen schult das abteilungsübergreifende Denken und das Verständnis über das Zusammenspiel verschiedener Unternehmensbereiche.

Möglich sind dabei verschiedene Trainee-Programme. Neben dem Trainee, der durch alle Unternehmensbereiche geschleust und damit zum Generalisten ausgebildet wird, besteht die Möglichkeit einer Fokussierung auf einen einzelnen Fachbereich. Als dritte Variante ist das Trainee-Studium zu nennen: Dieses setzt bereits während des Studiums ein, der Trainee erhält regelmäßige finanzielle Unterstützung durch das Unternehmen. Dafür verpflichtet sich der Trainee zu einer regelmäßigen Mitarbeit im Unternehmen – in Form von Nebentätigkeiten, Praktika oder dem Verfassen der Abschlussarbeit. Im Anschluss an das Studium ist eventuell eine weitere Bindung an das Unternehmen verpflichtend. Üblich sind hier zwei bis fünf Jahre.

Bei international agierenden Konzernen besteht unter Umständen auch die Möglichkeit, einen Teil der Zeit bei einer Zweigstelle im Ausland zu absolvieren und so gleichzeitig kulturelle Kompetenzen und Sprachen zu erlernen. Begleitende Seminare und Schulungen z. B. zu Soft Skills sowie Netzwerkveranstaltungen unterstützen die Vermittlung von Fachwissen zusätzlich. In der Regel hat zudem jeder Trainee einen eigenen Mentor, der während der Trainee-Zeit unterstützend zur Seite steht.

Nicht selten werden zur gleichen Zeit mehrere Trainees eingestellt – das stärkt die Teamfähigkeit von Beginn an.

Das Gehalt als Trainee

Das Einstiegsgehalt als Trainee variiert stark. Banken, Konsumgüterindustrie und Einzelhandel sehen Trainees als potenzielle Führungspersonen, die einen hohen Stellenwert genießen. Dementsprechend gut ist die Entlohnung in diesen Bereichen. Medien, Verlage, Funk und Fernsehen sowie der Tourismus behandeln die Trainees hingegen zumeist als Lehrlinge, die entsprechend mit einem Ausbildungsgehalt abgespeist werden.

So liegt die Bandbreite der Gehälter laut Informationen von ABSOLVENTA zwischen 23.000 und 52.608 € brutto jährlich bei einem Durchschnitt von 39.600 €. Besonders gut zahlen Banking, Chemie / Pharma, Stahlindustrie, Automotive, Maschinenbau und Versicherungen, am Ende der Liste tummeln sich Logistik, Medien, Öffentlicher Dienst, Tourismus, Marktforschung / Werbung. Dabei gilt auch wie bei den Gehältern zum Direkteinstieg: Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt – die Spanne zwischen Konzernen und Kleinstunternehmen beträgt nicht selten bis zu 20.000 €.

Tipps für angehende Trainees

Da der Begriff des Trainees nicht geschützt ist, lohnt sich ein Blick auf die Unternehmens-Website oder die Stellenausschreibung. Die meisten Unternehmen stellen hier dar, was auf die künftigen Trainees zukommt. Finden sich keine Informationen zu Dauer, Struktur und Inhalten handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Training-on-the-Job, das geringer vergütet ist. Skepsis ist angebracht, wenn das Programm kürzer als ein Jahr angesetzt ist. Der Lerneffekt ist hier möglicherweise gering und das Programm dient nur der Einsparung eines höheren Einstiegsgehaltes für die direkte Besetzung der Position.

Alternative Einstiegsmöglichkeiten in das Berufsleben

Es kann nicht schaden, sich über Alternativen zum Trainee zu informieren oder Kontakte zu nutzen, die im Rahmen des Studiums durch Praktika und Werkstudentenjobs entstanden sind. So ist manchmal der Direkteinstieg oder eine Assistentenposition möglich.

Der Vorteil des Direkteinstiegs

Das Einstiegsgehalt ist direkt höher, die Verantwortung auch. Innerhalb der Probezeit gilt entsprechend ein kurzes Kündigungsrecht. Allerdings eignet sich der Direkteinstieg nicht für alle: Kurze Einarbeitungszeiten stellen Einsteiger häufig vor große Herausforderungen, die konkrete Aufgabe verhindert den Einblick in das gesamte Unternehmen. Gleiches gilt für den Einstieg über das Training-on-the-job. Besonders verbreitet ist dieser Berufseinstieg vor allem im Vertrieb. .

Aufgaben bei Assistentenpositionen sind die Vorbereitung und Koordination von Terminen, die Betreuung von Projekten sowie die Korrespondenz. Der Vorteil: Sie erhalten einen Einblick in die Entscheidungsstrukturen des Unternehmens, die Bezahlung ist gut und die Aufstiegsmöglichkeiten attraktiv.

Wer etwas risikofreudiger ist, denkt eventuell auch über eine Selbstständigkeit nach, auch das kann nachhaltig eine Empfehlung für hohe Führungspositionen sein. Beispiel gefällig? Der einstige Telekom-Vorstandsvorsitzende Rene Obermann gründete noch während seines Studiums eine Firma namens ABC Rufsysteme, heute besser bekannt als The Phonehouse Telecom GmbH.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Besonders vorausschauend wäre es, sich bereits im Studium Gedanken darüber zu machen, welcher Bereich die besten Berufsaussichten bietet – und sich dementsprechend zu spezialisieren. Das betrifft nicht nur Fachkompetenzen, sondern auch den Erwerb von Soft Skills und wertvollen Zusatzqualifikationen, die den bedeutenden Unterschied zu den Mitbewerbern ausmachen können. Der Erwerb von Zusatzqualifikationen ist außerdem bestens geeignet, um Leerlaufzeiten zu überbrücken, in denen es nicht gleich mit dem Traumjob klappt.

Soft Skills

Bei der Bewerberflut, denen zahlreiche Unternehmen entgegen stehen, spielen immer mehr auch die Soft Skills der BewerberInnen eine Rolle. Diese umfassen

  • Fachkompetenz
  • Methodenkompetenz
  • soziale Kompetenz
  • persönliche Kompetenz
  • Urteilsfähigkeit
  • Lernkompetenz

Diese bilden gemeinsam die berufliche Handlungskompetenz. Soft Skills sollten aufgrund ihrer Relevanz bereits in der Bewerbung zum Ausdruck kommen. Zu erwähnen sind dabei vor allem Auslandsaufenthalte, Sprachkurse und ehrenamtliche Tätigkeiten neben den Klassikern Motivation, Flexibilität, Begeisterung für die Arbeit, selbstständiges Handeln, Belastbarkeit und Entschlusskraft. Natürlich müssen die genannten Skills zur ausgeschriebenen Stelle passen, ein wahlloses Aufzählen der persönlichen Stärken ist eher kontraproduktiv.

Wer Sorge hat, dass bei den eigenen Soft Skills durchaus noch Verbesserungsbedarf gegeben ist, der kann diese bereits während des Studiums gezielt fördern, durch:

  • Workshops beim Career Center der Hochschule, das Kurse zu Verhandlungsführung, Kommunikationsstärke und sicherem Auftreten anbietet
  • Team-Mannschaftssportarten
  • Auslandsaufenthalte (Sprachkenntnisse sowie Förderung von Offenheit und Selbstständigkeit)
  • freiwilliges Engagement
  • Nebenjobs und Praktika (Leistungsbereitschaft)
  • Sprachkurse gibt es kostengünstig bei der Volkshochschule. Alternativ bietet es sich an, einen Tandempartner zu suchen.

Firmeninterne Weiterbildungen

Auch während der Anstellung bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Große Unternehmen bieten häufig Inhouse-Schulungen für die eigenen MitarbeiterInnen an. Möglich sind hier:

  • Fachtraining
  • Persönlichkeitstraining
  • Sprachkurse
  • Individuelles Coaching
  • DV-Schulungen
  • Auslandseinsatz
  • Produktschulungen
  • Förderkreise

Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt häufig mittels Training-on-the-job, Job-Rotation oder selbstgesteuerte Lernformen.

Übrigens: Wer intern keine Weiterbildungen erhält, hat u. U. Anspruch auf Bildungsurlaub. Dazu muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer freistellen.

Do’s and Don’ts bei der Bewerbung

Inzwischen gibt es zahlreiche fachlich gut qualifizierte BewerberInnen auf eine Stelle. Entsprechend entscheiden neben den Hard Skills immer häufiger auch die Soft Skills darüber, ob ein/e BewerberIn Aussichten auf den Job hat. Sich bei der Bewerbung auf die Branchen zu konzentrieren, in denen man bereits Berufserfahrung durch Praktika o. ä. gesammelt hat, ist in jedem Fall hilfreich. Schwerer hat es derjenige, der noch keine Berufserfahrungen vorweisen kann. Schließlich ist die Messlatte der Unternehmen hoch. Diese fordern von Einsteigern verschiedene Kompetenzen. Laut einer Umfrage des Staufenbiel-Institutes sind dies vor allem:

  1. Praktika
  2. Englischkenntnisse
  3. außeruniversitäre Erfahrungen
  4. Berufserfahrung
  5. BWL-Kenntnisse
  6. BWL-Verständnis
  7. Auslandsaufenthalte
  8. Berufsausbildung
  9. Postgraduales Studium
  10. Spanischkenntnisse
  11. Französischkenntnisse

Kaum ein Newbie wird der Liste auch nur ansatzweise gerecht werden. Entsprechend wichtig ist es, sich bei der Jobsuche nicht auf Positionen mit ausdrücklich erwünschter Berufserfahrung zu konzentrieren und jene auszuwählen, die dem eigenen Kompetenzprofil entsprechen.

Die Jobsuche

Klar, die gängigen Jobbörsen im Internet wie monster.de oder stepstone.de sind grundsätzlich gute Anlaufstellen bei der Suche nach dem Traumjob. Das Problem dabei: Hier finden sich zahlreiche Jobangebote, die Berufserfahrung voraussetzen. Doch wie kommen Studierende an einen der begehrten Arbeitsplätze für Neueinsteiger?

Hochschulmessen sind eine gute Gelegenheit, um Unternehmen in einer ungezwungenen Atmosphäre kennenzulernen. Die Firmen präsentieren ihre Tätigkeitsfelder und geben Auskunft über Anforderungsprofile, Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Praktika sowie die Möglichkeit, Examensarbeiten im Unternehmen zu verfassen. Studierende können sich einen guten Überblick über den Arbeitsmarkt verschaffen und Unternehmen in Einzelgesprächen kennenlernen. Wer direkt einen guten Eindruck hinterlassen will, der vereinbart schon im Vorfeld einen Termin und bereitet sich gezielt auf das Gespräch vor.

Abseits der Hochschulmessen finden auch immer wieder Fachmessen statt. Diese sind weniger darauf ausgelegt, Kontakte zu Arbeitgebern herzustellen, doch können sich Jobsuchende auch hier über die Unternehmen informieren und sich Auskünfte über Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten einholen. Auch hier gilt: Wer gezielt ein Unternehmen kennenlernen möchte, tut gut daran, sich vorab über die Firma zu informieren und einen persönlichen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Daneben sollte auch Offenheit und Spontanität vorhanden sein, um auch andere Unternehmen anzusprechen. Ein selbstbewusstes Auftreten und das passende Outfit unterstützen den guten Eindruck bei den potenziellen neuen Arbeitgebern, die mitgebrachte Bewerbungsmappe, die persönlich überreicht wird, steigert die Chancen gegenüber einer postalisch versandten Bewerbung zudem ungemein.

Recruitment-Veranstaltungen sieben die Interessenten eines Unternehmens aus, bevor diese in den direkten Kontakt mit dem Unternehmen treten. Entscheidend sind hier akademische Leistung, Auslands- und erste Berufserfahrung. Die Workshops bestehen häufig aus der Bearbeitung von Case Studies, Einzelgesprächen und der Unternehmens- wie auch Bewerberpräsentation. Die rigorose Vorauswahl führt zu der Chance, direkt mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche nach Hause zu gehen.

Das Bewerbungsschreiben

Die Bewerbung für ein Trainee-Programm unterscheidet sich nicht von einer Bewerbung auf eine direkte Position. Zu bedenken ist stets, dass die Unternehmen potenzielle spätere Führungskräfte akquirieren. Rechtschreibung und Grammatik sind entsprechend verpflichtend fehlerfrei, auch Auslandsaufenthalte, Sprachkenntnisse und das persönliche Engagement sollten Erwähnung finden. Schließlich ist davon auszugehen, dass auf eine Trainee-Stelle rund 50 Bewerbungen kommen, bei großen Konzernen sind Zahlen im fünfstelligen (!) Bereich keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, sich von den Mitbewerbern durch besondere Fähigkeiten abzuheben.

Der perfekte Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument der Bewerbung. Er gibt dem Personaler einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten und Kompetenzen des Bewerbers. Entsprechend gehören die wichtigsten Informationen in den Lebenslauf:

  • hauptberufliche Tätigkeiten mit der für die Stelle erworbenen relevanten Erfahrung
  • Studium mit erworbenem Abschluss und theoretischen Kenntnis-Schwerpunkten
  • Praktika und für die Stelle relevante Nebenjobs sowie Nebentätigkeiten, die besondere Soft Skills erfordern
  • der schulische Werdegang mit Schulabschluss und Abschlussnote
  • Sprachkenntnisse, Software- und Computerkenntnisse
  • zusätzliche Fähigkeiten und Hobbys, die Aufschluss über für die Stelle relevante Soft und Hard Skills geben

Die Struktur des Lebenslaufes orientiert sich immer mehr am englischen Aufbau. Nach den persönlichen Angaben folgen Berufliche Erfahrung, Weiterbildung, Ausbildung/Studium, Praktika, ggf. Nebentätigkeiten – jeweils mit Angaben zum Unternehmen, Position, Ort, Tätigkeit sowie dem Anfangs- und Enddatum der Tätigkeit; Noten für Abitur oder Hochschulabschluss in der zeitlich umgekehrten Reihenfolge, d. h. der aktuellen Ereignisse zuerst. Anschließend folgen Kenntnisse, Sonstiges und die Unterschrift mit dem Datum.

Die Länge sollte zwei Seiten keinesfalls überschreiten, auch der Aufbau sollte so strukturiert sein, dass ein Personalverantwortlicher die wichtigsten Fakten schnell überblicken kann.

Während es im englischsprachigen Raum absolut unüblich ist, ein Bewerbungsfoto anzuhängen, verschlechtern sich hierzulande die Chancen auf die Stelle, wenn dieses fehlt.

Das Anschreiben

Bei der Bewerbung gelten Individualität und Glaubwürdigkeit. Da sich WiWis in der Regel nicht auf Hilfstätigkeiten bewerben, ist auch der äußere Feinschliff wichtig. Schreiben in keinem Fall Musterbewerbungen ab, sondern heben Sie sich ab.

Das beginnt schon mit dem ersten Satz: „Hiermit bewerbe ich mich…“ oder „Im Internet wurde ich auf Ihre Anzeige aufmerksam…“ führen vermutlich dazu, dass man die Bewerbung gar nicht erst weiter lesen wird. Die Einleitung muss schon etwas origineller daher kommen. Schließlich wollen Sie Aufmerksamkeit und Neugier wecken, um den Personaler zum Weiterlesen zu animieren.

Den Hauptteil der Bewerbung nutzen Sie anschließend, um den Chef davon zu überzeugen, dass Sie ein geeigneter Kandidat für das Unternehmen sind. Gehen Sie dabei auf Anforderungen ein, die aus der Stellenanzeige hervorgehen, ohne jedoch zu viele Details zu wiederholen.

Daran schließt eine Nennung der relevanten Soft Skills an. Besonders geeignet und durch Personalchefs positiv bewertet sind hier Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit, Ausdauer, Belastbarkeit und Empathie. Teilen Sie mit, wo Sie diese erworben haben und festigen konnten.

Der optionale Teil bietet Raum für zusätzliche Angaben wie Gehaltsvorstellungen oder den möglichen Zeitpunkt der Einstellung. Wenn in der Stellenausschreibung Angaben hierzu gewünscht sind, sollten Sie diesen nachkommen.

Im Schlussteil erfolgt der obligatorische Wunsch nach einem persönlichen Gespräch, bevor Sie das Anschreiben mit den besten Grüßen beenden.

Die dritte Seite: Was motiviert Sie?

Vielleicht wollen Sie neben Anschreiben und Lebenslauf einen weiteren Trumpf ausspielen? Die dritte Seite, das sogenannte Motivationsschreiben, macht vor allem dann Sinn, wenn die Konkurrenz auf die ausgeschriebene Stelle groß ist, die Anforderungen der Stelle nicht genau zum eigenen Lebenslauf passen oder als Berufseinsteiger Qualifikationen fehlen. So kann das Motivationsschreiben einen großen Mehrwert für die eigene Bewerbung bieten, zumal sich so nicht nur eine Andersartigkeit gegenüber den Mitbewerbern bietet, sondern sich damit auch Lücken im Lebenslauf erklären lassen. Nach einer Überschrift, welche die Neugier weckt, geht es um:

  • Fähigkeiten und Kompetenzen in Ergänzung zum Anschreiben (keine Wiederholungen)
  • die persönliche Motivation
  • Erklärung von Lücken im Lebenslauf
  • Leidenschaft für die Tätigkeit / das Unternehmen
  • persönliches Engagement
  • berufliche Ziele

Allerdings birgt das Schreiben auch ein großes Fehlerpotenzial, wodurch sich die gute Absicht schnell ins Gegenteil verkehrt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn das Schreiben länger als eine Seite ist, sich inhaltlich nur wiederholt, Fähigkeiten ohne Bezug angegeben werden oder das Schreiben einen unnatürlichen Eindruck hinterlässt.

Gezielt eingesetzt und sorgfältig in der Umsetzung stellt das Motivationsschreiben also ein wirksames Instrument dar, um die eigene Bewerbung aufzuwerten.

Das persönliche Kennenlernen

Das Unternehmen bekundet Interesse an Ihnen und gibt Ihnen die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen – eine außerordentliche Stresssituation, geht es plötzlich um alles. Schnell überwiegt die Nervosität, so manch einer gerät im Dialog ins Straucheln.

Um den Stressfaktor zu senken, hilft eine gezielte Vorbereitung auf das Gespräch. Bei jeglicher Vorbereitung gilt jedoch: Sie wollen stets natürlich wirken, nur offene und freundliche BewerberInnen haben eine echte Chance. Prägen Sie sich das Ablaufschema ein und bereiten Sie sich gezielt auf gängige Fragen vor.

Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Einige Fragen kommen in jedem Vorstellungsgespräch vor. Zu diesen kann man sich also schon im Vorfeld eine passende Antwort überlegen, um im Fall der Fälle nicht ins Stocken zu geraten.

„Erzählen Sie mal etwas über sich.“

Hier geht es nicht darum, die eigene Biografie seit der Geburt nachzuerzählen. Stichpunkte, die für die Stelle von Bedeutung sind, reichen aus. Machen Sie sich dabei auf Rückfragen gefasst, wie es zu bestimmten Situationen kam.

„Warum sind wir der passende Arbeitgeber für Sie?“

Informieren Sie sich im Vorfeld über das Unternehmen. Was gefällt Ihnen besonders? Wie lässt sich die Unternehmensphilosophie mit Ihren persönlichen Stärken und Interessen verknüpfen?

„Weshalb wollen Sie den Arbeitgeber wechseln?“

Die Frage trifft Berufseinsteiger weniger. Bei Jobwechseln empfiehlt es sich jedoch, auf eventuelle Probleme und Konflikte zu verzichten. Berufliche Neuorientierung und die damit verbundene Erweiterung des Horizonts macht sich besser.

„Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?“

Wie sieht Ihr persönlicher Plan aus? Bedenken Sie bei dieser Antwort, dass auch das Unternehmen plant und sich Ziele nicht entgegenstehen sollten. Im Zweifel ist es sinnvoll, sich stets offen für Neues zu zeigen.

„Warum sind Sie die richtige Besetzung für die Stelle?“

Nennen Sie hier einzelne Qualifikationen und persönliche Stärken, ohne zu übertreiben. Ein Bezug auf die Stellenausschreibung und die Unternehmensphilosophie ist ebenfalls hilfreich.

„Nennen Sie einige persönliche Stärken und Schwächen.“

Hier ist eine Mischung aus Zurückhaltung und Selbstbewusstsein gefragt. Ein kurzes Beispiel, wie sich die Stärken äußern, schadet auch nicht. Schwächen lassen sich gut relativieren („manchmal“, „gelegentlich“) und durch Lernpotenziale abschwächen. Nennen Sie deshalb am Besten Schwächen, die sich durch Fortbildungen etc. verringern lassen.

„Was stört Sie an anderen Menschen?“

Vermeiden Sie hier politische Themen ebenso wie peinliche Eigenschaften (schwitzende Menschen, Mundgeruch, Übergewicht). Stattdessen sind unverfängliche Punkte wie „Intoleranz“, „fehlende Eigeninitiative“ oder „Ungeduld“ geeigneter. Hier sind gleichzeitig Lösungen für Ihren Umgang damit gefragt.

„Welches Gehalt stellen Sie sich vor?“

Hier ist ein Rahmen gefragt, keine absolute Fixsumme, denn diese verhindert jeglichen Verhandlungsspielraum. Zeigen Sie sich verhandlungsbereit und schlagen Sie im Falle eines Verzichts auf das gewünschte Gehalt alternative Leistungen wie ein Firmenwagen, Leistungsprämien o. ä. vor.

„Welche Hobbys haben Sie?“

Den Personalchefs interessiert weniger, was Sie tatsächlich tun, sondern was das Hobby über Ihre Persönlichkeit aussagt. Bleiben Sie also unverfänglich. Ein Mannschaftssport ist immer geeignet (Teamplayer), Reisen (interkulturelle Erfahrungen) auch.

Stresstest Vorstellungsgespräch

Das Gespräch folgt in der Regel einem festen Ablaufschema:

  • Fragen nach Anfahrt und Zurechtfinden
  • Vorstellung Ihrer Ansprechpartner
  • Fragen zu Qualifikation und Werdegang
  • Fragen zu Ihrer Person
  • Bitte, eine Arbeitsprobe / Fallstudie zu erstellen
  • Gelegenheit für Ihre Fragen an das Unternehmen
  • Führung durch das Unternehmen
  • Verabschiedung

Stellt der Personalverantwortliche Fragen, die Ihre Belastungsgrenze ausreizen sollen, atmen Sie tief durch und versuchen Sie, diese möglichst souverän zu beantworten. Bleiben Sie aber stets bei der Wahrheit. Zu diesen Fragen gehören:

  • „Warum haben Sie so lange studiert?“
  • „Weshalb haben Sie schon mehrere Praktika absolviert und wurden nie übernommen?“
  • „Warum wollen sie Ihren bisherigen Arbeitsplatz schon wieder wechseln?“
  • „Eigentlich sind Sie für den Job über-/unterqualifiziert. Warum haben Sie sich trotzdem beworben?“
  • „Wie schätzen Sie Ihre Leistung hier im Gespräch bisher ein?“

Einige Fragen sind ebenfalls beliebt, jedoch schlichtweg unzulässig. Hier brauchen Sie nicht ehrlich zu antworten, sondern verneinen diese entweder oder kontern mit schlagfertigen Gegenfragen. Typische Fragen sind hier Fragen nach einer Behinderung, häufigen Krankheiten, Religiosität, Vorbestrafungen, Familienstatus oder finanziellen Verhältnissen. Vorsicht: Diese Fragen tarnen sich manchmal in Fragen, die an sich nicht unzulässig sind, jedoch das gleiche Ziel haben.

Interesse zeigen

Bedenken Sie stets, dass das Vorstellungsgespräch nicht nur ein Check ist, um Sie kennenzulernen, sondern auch umgekehrt: Es ist Ihre Chance, dem Unternehmen auf den Zahn zu fühlen. Informieren Sie sich im Vorfeld über das Unternehmen und stellen Sie an passender Stelle Fragen – zur Stelle, zum potenziellen Team und zum Unternehmen allgemein. Es wirkt immer negativ, wenn Sie gefragt werden, was Sie über das Unternehmen noch wissen möchten und keine Fragen parat haben. Überlegen Sie sich im Vorfeld also etwa fünf Fragen, z. B.:

  • Welche Rolle spielt die Stelle für die Unternehmensziele?
  • Wer sind meine Vorgesetzten?
  • Welche Herausforderung bringt die Stelle in der Anfangszeit mit?
  • Wie läuft die Einarbeitung ab?
  • Welche Aufstiegschancen bietet die Stelle?
  • Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?
  • Wo liegen aktuelle Probleme in der Arbeit?
  • Welchen Herausforderungen muss sich Ihr Unternehmen aktuell stellen?
  • Was tut Ihr Unternehmen für seine soziale Verantwortung?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
  • Gibt es regelmäßige Mitarbeitergespräche?

Dresscode im Vorstellungsgespräch

Sie sind pünktlich, freundlich und am Unternehmen interessiert – all das bringt gar nichts, wenn Sie in einem unpassenden Outfit auflaufen. Es heißt nicht umsonst, Kleider machen Leute. Vor allem im Vorstellungsgespräch zählt der erste Eindruck, zu dem zweifelsohne gerade auch die Kleidung zählt. Doch was ist angemessen für das Gespräch?

Grundsätzlich sind die Branchen, in denen WiWis arbeiten, eher konservativ, d. h. Anzug und Kostüm sind eher die Regel als der lockere Freizeit-Look.

Dresscode für Männer

Bei Männern gehören dazu:

  • Lederschuhe
  • Anzug
  • Hemd
  • Krawatte

Die Farbe der Krawatte sollte dabei in der Farbe des Anzugs oder der Kontrastfarbe des Hemdes gewählt werden, haben Anzug und Hemd die gleiche Farbe, empfiehlt sich eine dezente Krawatte. Bei gestreiften Krawatten sind mittlere bis breite Streifen angemessen, die die Farbe des Hemdes aufnehmen. Die Länge reicht exakt bis zum Hosenbund. Im konservativen Umfeld sind hellblaue oder weiße Hemden grundsätzlich nicht verkehrt, Vorsicht geboten ist bei schwarzen Anzügen. Diese sind eigentlich der Chefetage vorbehalten. Der Bart sollte gut gepflegt sein, wobei in Berufen mit einem regen Kundenkontakt die Glattrasur in der Regel besser ankommt.

Das Bewerbungs-Outfit von Frauen

Frauen tragen einen Hosenanzug oder Kostüm mit einer schlichten Bluse in gedeckten Farben oder Pastellfarben. Hier kommt es auf Länge und Weite an – allzu freizügig sollte das Outfit auch im Hochsommer nicht sein. Die Absätze der Schuhe sind nicht höher als zwei Finger breit, edel, schlicht und rundum geschlossen. Die Wahl der passenden Strumpfhose ist ebenfalls eine Wissenschaft für sich: Zu dunkle oder zu glänzende Strumpfhosen sind ein No-go, schwarze Strumpfhosen sind nur im Winter gestattet – und auch nur dann, wenn die Ärmel die kompletten Arme bedecken. Bei halben Ärmeln ist die fleischfarbene Strumpfhose die bessere Wahl. Bei der Frisur empfehlen Experten mindestens für das Vorstellungsgespräch, die Haare zusammenzubinden oder hochzustecken. Das wirkt selbstbewusster und weniger verspielt.

Accessoires

Accessoires gehören ebenfalls zum Outfit. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Vor allem bei Frauen wirkt ein Zuviel an Schmuck unseriös. Männer achten darauf, dass Gürtel, Uhr und Manschettenknöpfe miteinander harmonieren. Beim Parfum reichen ein bis zwei Spritzer – alles andere wirkt penetrant auf das Umfeld.

Alles in allem gilt jedoch: Man sollte sich immer auch wohlfühlen in seinem Outfit. Schließlich soll man nicht verkleidet wirken, sondern Authentizität ausstrahlen.

Vorbereitung auf Auswahlverfahren

Je höher die Bewerberzahlen und je besser die Karriereaussichten, desto intensiver testen Unternehmen die BewerberInnen auf Herz und Nieren. So warten vor allem bei renommierten Firmen wie Roland Berger intensive Auswahlverfahren auf die Aspiranten. Eine frühzeitige Vorbereitung darauf ist unbedingt empfehlenswert. Einige Unternehmen geben direkt mit der Einladung zum Gespräch Literaturtipps an die Hand, die der Vorbereitung dienen. Wer sich damit nicht intensiv auseinandersetzt, braucht gar nicht erst zum Gespräch auflaufen.

Case Studies

Besonders beliebte Auswahlverfahren sind Case Studies, die erarbeitet und präsentiert werden. Dabei geht es weniger um eine richtige oder falsche Lösung, sondern darum, in einer vorgegebenen Zeit einen nachvollziehbaren, strukturierten Lösungsansatz zu bieten. Daneben ist das persönliche Gespräch obligatorisch. Anlaufstellen, um sich auf die Auswahlverfahren vorzubereiten, sind:

  • Literatur zu Case-Studies
  • Beispiele auf der Unternehmens-Webseite
  • Onlineforen, in denen BewerberInnen von eigenen Erfahrungen berichten
  • evtl. persönliche Kontakte zu anderen Consultants

Assessment-Center

Trainee-Programmen gehen häufig Assessment-Center voraus. Jedes zweite große Unternehmen greift auf das Verfahren zurück, das gefürchtet ist wie kaum ein anderes. Hier stellen Unternehmen die BewerberInnen in Einzel- und Gruppenaufgaben teilweise gleich mehrere Tage lang auf die Probe, um zu ermitteln, wie diese in stressigen Situationen regieren und wie es um Teamfähigkeit und Führungsstärke bestellt ist. Die fachliche Eignung ermitteln die Personalabteilungen nicht selten durch weitere Tests, persönliche Gespräche geben Aufschluss über die eigene Motivation. Wer hier überzeugen kann, ist seinen Mitbewerbern schon mal einen großen Schritt voraus.

Wer wirkliches Interesse an der zu vergebenden Stelle hat, kommt um eine gründliche Vorbereitung auf das Verfahren nicht herum. Nicht umsonst gibt es inzwischen zahlreiche Ratgeber zum Thema. Die A und O beim AC:

  • vorab steht eine gründliche Recherche zum Unternehmen – BewerberInnen sollten die wichtigsten Fakten zur Geschichte, Führungspersonen und den strategischen Zielen ebenso auf dem Kasten haben wie Wachstumsfelder, Auslandsmärkte , Leitbild und die wichtigsten Mitbewerber kennen.
  • Für den Tag des Tests gelten die gleichen Kleiderregeln wie auch für normale Vorstellungsgespräche.
  • Selbstdarsteller sind ebenso unbeliebt bei Personalern wie aufgesetzte Persönlichkeiten. Authentizität kommt in der Regel wesentlich besser an.

Ablauf des Assessment Centers

An einem AC nehmen in der Regel acht bis zwölf BewerberInnen teil, die gleich für mehrere offene Stellen infrage kommen. Auf der anderen Seite sitzen Personen aus der Personalabteilung und der Führungsebene zu besetzender Abteilungsposten. In selteneren Fällen moderiert ein externer Coach das Gespräch zusätzlich.

Um zu ermitteln, inwiefern die BewerberInnen für die Position geeignet sind, gibt es Aufgabenstellungen, die der Arbeitssituation im späteren Arbeitsalltag entsprechen. Daneben wird das Fachwissen ermittelt – und natürlich das Verhalten dahingehend beobachtet, ob der Bewerber auch zum Unternehmen passt, wie konfliktfähig er ist und wie stressresistent. Bei den Gruppenaufgaben zeigt sich, wer ein guter Teamplayer ist, wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen oder wer ausgleichend wirken kann.

Die Bewerber werden häufig auf ihre Fähigkeiten im Service- oder Kommunikationsbereich getestet, je nach Branche auch auf ihre Verkaufsstrategien. Das, was wirklich beurteilt wird, hängt vom Schwerpunkt der Stelle sowie den damit verbundenen Aufgaben ab.

Beispielaufgaben

Klassiker sind beispielsweise Aufgaben, in denen verschiedene Aufgaben privater wie beruflicher Natur durch die Kandidaten in eine Reihenfolge gebracht und priorisiert werden sollen.

Auch Kurzreferate über die eigene Person sind beliebt. Wer hier in den ca. 10 Minuten den Fokus auf jobrelevante Erfahrungen legt, die eigenen Stärken thematisiert und einige Oberflächlichkeiten aus der eigenen Biografie preisgibt, ist auf der sicheren Seite. Besonders wichtig dabei: Die inhaltliche Strukturierung, Mimik, Gestik und Rhetorik.

In Rollenspielen geht es darum, knifflige Situationen zu meistern, die im späteren Berufsleben auf der Tagesordnung stehen werden. Diese müssen gar nicht zwingend in einem unmittelbaren Zusammenhang zu der Stelle stehen, sondern fordern die BewerberInnen gerade durch den Überraschungseffekt heraus. Zur Vorbereitung auf die einzelnen Rollen bleibt meist nur wenig Zeit.

In Gruppendiskussionen erfahren die Personalverantwortlichen vieles über das Verhalten der BewerberInnen: Wer argumentiert logisch? Wer hört zu? Wer wirkt moderierend und vermittelnd? Was sagt die Körpersprache aus? Wer agiert offen, wer ist eher ablehnend. Hier wirkt es sich positiv aus, wenn man schüchterne und eher zurückhaltende BewerberInnen in die Diskussionen mit einbezieht, ohne den eigenen Standpunkt zu vernachlässigen.

Wichtig: Es gibt keine gute oder schlechte Rolle. Deshalb bringt es nichts, sich zu verstellen und einen Typ zu repräsentieren, der überhaupt nicht dem eigenen Naturell entspricht. Jeder, der es bis ins AC geschafft hat, ist für das Unternehmen interessant. Manchmal entscheidet eben auch das Quäntchen Glück über Hop oder Top. Und sollte es beim ersten AC nicht klappen: Es ist definitiv eine gute Erfahrung, um schon viel entspannter in das zweite zu gehen.

Initiativ-Bewerbung

Es spricht absolut nichts dagegen, sich bei einem Unternehmen initiativ zu bewerben – schließlich wird eine Vielzahl von Stellen nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern intern besetzt, oder bleibt zeitweise unbesetzt. Damit die Initiativbewerbung jedoch nicht in der Flut von Bewerbungsmappen untergeht, sollte sie sich deutlich von den Mitbewerbern abheben. Hier kommt es ganz besonders darauf an, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und sich für eine Stelle zu bewerben, die aktuell gar nicht vakant ist. Nur wenn Sie es schaffen, in Erinnerung zu bleiben, wird man sich zu gegebener Zeit an Ihr Schreiben erinnern.

Online-Bewerbungen

Ein jeder kennt es: Schnell und achtlos ist die E-Mail geschrieben und abgeschickt, ohne diese Korrektur zu lesen. Geschäftspartner weichen von gängigen DIN-Normen ab und nutzen im elektronischen Schriftverkehr Emoticons und Akronyme. Wird dies mitunter noch im Alltag toleriert, so stellt es für die Online-Bewerbung ein absolutes No-go dar. Sie ist nicht mit weniger Sorgfalt zu erstellen als eine klassische Bewerbung in Papierform. Dazu gehören

  • eine seriöse E-Mail-Adresse und des angezeigten Absendernamens
  • kein Versand als html
  • Verwendung einer Signatur
  • Benennung der Anhänge und Begrenzung der Größe selbiger

Neben dem Versand per E-Mail gibt es noch weitere Möglichkeiten der Online-Bewerbung: die Formularbewerbung. Unternehmen stellen immer häufiger einen anmeldepflichtigen Bereich für BewerberInnen bereit, in dem der Bewerbungsprozess dokumentiert wird. Gleichzeitig erhöht sich so über den wiederholten Besuch der Webseite die Bindung an das Unternehmen.

Eine garantiert auffällige Form der Online-Bewerbung ist die Nutzung neuer Medien. So kann man beispielsweise eine eigene Bewerber-Homepage erstellen, auf die man im Anschreiben lediglich kurz aufmerksam macht. Damit verbunden ist natürlich ein größerer Aufwand, doch gut gemacht ist die Seite ein echter Hingucker. Entscheidend dabei ist die Motivation des Personalers, Ihre Seite aufzusuchen. Der Verweis auf die Seite muss also die Neugier wecken – seien Sie kreativ.

Das Arbeitszeugnis

Mit der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, eines Praktikums oder einer Ausbildung hat jeder Mitarbeiter ein Anrecht auf ein Zeugnis. Ein gutes Zeugnis fördert dabei durchaus die Karriere – umgekehrt kann ein negatives Zeugnis zu einer Hürde werden.

Bei einem Wechsel in der Führungsebene, vor Beginn der Elternzeit oder bei unternehmerischen Umstrukturierungen ist es eventuell sinnvoll, sich ein Zwischenzeugnis ausstellen zu lassen. Vorsicht geboten ist jedoch, wenn das Zeugnis ohne einen solchen Hintergrund angefordert wird – das weckt schnell das Misstrauen der Führungsetage, ob Sie sich damit eventuell woanders bewerben möchten.

Einfaches vs. qualifiziertes Zeugnis

Theoretisch reicht es aus, wenn ein Arbeitgeber eine einfache Auflistung der Tätigkeiten ausstellt (Tätigkeitsnachweis) – sofern der Arbeitnehmer kein qualifiziertes Zeugnis einfordert. Üblich ist jedoch eher das qualifizierte Zeugnis mit einer Einschätzung von Verhalten und Leistungen. Dabei gilt das Primat der Vollständigkeit: Elementare Punkte wie die Teamfähigkeit oder das Sozialverhalten dürfen nicht fehlen. Unter Umständen ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wo man denn beruflich so hin möchte und den Chef zu bitten, einige hierfür relevante Tätigkeiten stärker zu betonen als andere.

Was gestattet ist – und was nicht

Sie haben ein Recht auf Korrektur von Angaben falscher persönlicher Daten, falschen Angaben zu Tätigkeiten und von Rechtschreibfehlern.

Nicht gestattet sind Formulierungen, die auf eine Religions-, Partei- oder ethnische Zugehörigkeit schließen lassen. Auch Tätigkeiten für den Betriebsrat sind in der Regel nicht gegen den Willen des Arbeitnehmers gestattet – außer die Tätigkeiten haben den Großteil der Arbeitszeit bestimmt. Weitere unzulässige Inhalte sind:

  • Außerdienstliches Verhalten, Vorkommnisse aus dem Privatleben
  • Betriebsratstätigkeit (Ausnahme: Freistellung länger als ein Jahr)
  • Schwangerschaft, Mutterschutz
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Parteimitgliedschaft
  • Verdienst / Gehalt
  • Kündigungsgrund
  • Abmahnungen
  • Nebentätigkeit
  • Leistungstiefs aufgrund persönlicher Extremsituationen
  • Fehlzeiten
  • Krankheiten
  • Schwerbehinderteneigenschaft
  • Gesundheitszustand (Ausnahme: wenn eine akute Gefährdung Dritter ernsthaft zu befürchten ist, z. B. Epilepsie)
  • Anzahl Krankentage (Ausnahme: wenn die Fehlzeiten im Verhältnis zur Gesamtdauer des Arbeitsverhältnisses beträchtlich sind, z. B. über 50 %)
  • Straftaten, wenn sie nicht unmittelbar das Arbeitsverhältnis berühren
  • Verdacht auf strafbare Handlungen
  • Streik und Aussperrung
  • Wettbewerbsverbote

Durch die Pflicht zu positiven Formulierungen entsteht das Dilemma, dass viele Aussagen kompliziert formuliert sind und entsprechenden Interpretationsspielraum zulassen.

Der Mitarbeiter hat zeitnah nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ein Anrecht auf das Zeugnis. Verweigert der Betrieb dieses, lässt sich rechtlich dagegen vorgehen. Dafür hat man ganze drei Jahre Zeit, anschließend erlischt das Recht auf die Klage. Klagen kann man im Übrigen auch gegen ein Zeugnis, mit dem man nicht zufrieden ist. Bei einer Note, die schlechter als „3“ ist, steht das Unternehmen in der Beweispflicht – vice versa sollten Sie begründen können, warum Sie eine „1“ oder „2“ verdient haben.

Die äußere Form

Wichtig ist neben dem Inhalt auch die Form. Es darf nicht wie ein Brief aufgebaut sein, sondern wie ein Zeugnis mit Über- und Unterschrift. Es trägt die vollständige Anschrift des Arbeitgebers, jedoch nur den Namen des Arbeitnehmers. Verfasst ist es auf Firmenpapier, hat ein Datum und ist möglichst auf einen Monatsanfang hin datiert, da krumme Daten auf eine fristlose Kündigung hindeuten könnten. Der Umfang beträgt 1-2 Seiten und auf Hervorhebungen, Fettdruck, Unterstreichungen, Kursivschrift, Anführungszeichen oder besondere Farben wird aus arbeitsrechtlichen Gründen verzichtet.

Inhalt eines Arbeitszeugnisses

  • Überschrift „Zeugnis“ oder „Arbeitszeugnis“
  • Name, Titel, Geburtsdatum
  • Beschäftigungszeitraum
  • Tätigkeitsbeschreibung und Verantwortungsbereich, Weiterbildungen
  • Leistungsbeurteilung:
    • Motivation
    • Arbeitsweise
    • Erfolge
    • Fachwissen
    • eventuelle Führungskompetenz
    • zusammenfassende Leistungsbeurteilung
  • Verhaltensbeurteilung:
    • gegenüber Vorgesetzten
    • gegenüber Teamkollegen
    • gegenüber Kunden und sonstigen Mitarbeitern
  • Ort, Datum und eigenhändige Unterschrift
  • Name und die Funktion des Unterzeichners, ein disziplinarischer Vorgesetzter
  • frei von Rechtschreib- oder Grammatikfehlern
  • Beschreibung Ihres Verhaltens gegenüber Kunden, Vorgesetzten oder Mitarbeitern
  • Grund des Ausscheidens wird genannt – und möglichst bedauert.
  • Dank wird ausgesprochen.
  • Wünsche für Ihre berufliche Zukunft begleiten Sie.

Bedeutung der Formulierungen im Arbeitszeugnis

Bereits die Reihenfolge der Nennung hierarchischer Strukturen ist entscheidend: Vorgesetzte – Kollegen – Kunden. Werden beispielsweise die Kollegen vor dem Vorgesetzten genannt, so deutet dies auf Probleme hin. Weitere Negativformulierungen sind z. B.:

  • „anfangs“ (d. h. nur in der Probezeit)
  • „im Rahmen ihrer / seiner Möglichkeiten“ (Die Fähigkeiten sind völlig unzureichend)
  • „Sie / er bemühte sich…“ (völlige Überforderung)
  • „zeigte Verständnis für seine Aufgaben…“ (nahe an der Arbeitsverweigerung)
  • „im Großen und Ganzen / insgesamt“ (also nicht)
  • „sie / er hatte nicht unbedeutende Erfolge…“ (der gewünschte Erfolg blieb aus)
  • „ohne Tadel…“ (des Lobes nicht wert)
  • „gewissenhafter Mitarbeiter“ (Er war zur Stelle, wenn man ihn brauchte, aber nicht immer brauchbar.)
  • „Für die Belange der Belegschaft bewies er ein umfassendes Einfühlungsvermögen.“ (Der Mitarbeiter ist homosexuell.)
  • „Alle Arbeiten erledigte er mit großem Fleiß und Interesse“ (eifrig, aber nicht tüchtig)
  • „Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.“ (übertriebener Alkoholgenuss)
  • „Er war tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.“ (Er ist ein unangenehmer Mitarbeiter.)

Das Zeugnis schließt mit Wünschen für die Zukunft. Erfolgt das Ausscheiden aus dem Unternehmen dabei auf eigenen Wunsch, so sollte dies ebenfalls vermerkt sein.

  • „Er verlässt uns auf eigenen Wunsch.“ (Er hinterlässt keine Lücke.)
  • „Er verlässt uns im gegenseitigen Einvernehmen.“ (Ihm wurde gekündigt.)
  • „Er verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“ (Das Unternehmen verliert den Arbeitnehmer sehr ungern.)

Weitere Formulierungen entsprechen im Wesentlichen den Schulnoten 1-6:

Sehr gut

  • … hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unser vollsten Zufriedenheit erledigt.
  • … waren mit der Leistung in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden.
  • … hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.
  • … erzielte herausragende Arbeitsergebnisse
  • … zeigte außergewöhnliches Engagement
  • … war im höchsten Maße zuverlässig
  • … wurde von Kollegen, Vorgesetzten und Kunden stets als freundlicher und fleißiger Mitarbeiter geschätzt.

Gut

  • … hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unser vollen Zufriedenheit erledigt.
  • … hat die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
  • … hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.
  • … zeigte stets überdurchschnittliche Arbeitsqualität
  • … zeigte stets Initiative, Fleiß und Ehrgeiz
  • … war immer freundlich und aufgeschlossen
  • … Verhältnis zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war einwandfrei

Befriedigend

  • … hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.
  • … waren mit der Leistungen jederzeit zufrieden.
  • … erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.
  • … Arbeitsqualität war überdurchschnittlich
  • … das Verhalten zu Mitarbeitern und Vorgesetzten war vorbildlich.
  • … zeigte Engagement und Initiative

Ausreichend

  • … hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt.
  • … waren mit der Leistung zufrieden.
  • … hat alle Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
  • … hat unseren Erwartungen entsprochen.
  • … das Verhalten zu Mitarbeitern war vorbildlich.
  • … das Verhalten zu Vorgesetzten war einwandfrei.
  • … die Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen.

Mangelhaft

  • … hat die ihm übertragenen Aufgaben weitestgehend zu unserer Zufriedenheit erledigt.
  • … hat alle Aufgaben allgemein mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
  • … hat unseren Erwartungen weitestgehend entsprochen.
  • … hat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht.
  • … entsprach im Allgemeinen den Anforderungen
  • … das persönliche Verhalten war insgesamt einwandfrei.

Unzureichend

  • … hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.
  • … hat unseren Erwartungen entsprochen.
  • … hat sich bemüht unseren Erwartungen zu entsprechen.
  • … war um zuverlässige Arbeitsweise bemüht.
  • … war stets bemüht, den üblichen Arbeitsaufwand zu bewältigen.

Karriere als Wirtschaftswissenschaftler

Die Branchen mit den besten Karrieremöglichkeiten

WiWis werden nahezu in allen Branchen gesucht. Entsprechend breit gefächert sind die Betätigungsfelder – und auch die Verdienstmöglichkeiten.

  • Pharmabranche
  • Luftfahrtindustrie
  • Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Rückversicherungsunternehmen, Investmentbranche, Fintechs)
  • Automobilindustrie
  • Informations- und Telekommunikationsindustrie
  • Chemische Industrie
  • Konsumgüterindustrie
  • Medien (Direktmarketing, Marktforschung, Entwicklungs neuer Geschäftsmodelle)
  • Lebensmittelbranche (z. B. Entwicklungs- und Umweltökonomik, Controlling, Marktforschung)
  • Öffentlicher Dienst (Bildungswesen, Forschung, Gesundheit, Umwelt, Wohnungswesen, Familie und Jugend, Arbeitsmarktpolitik, Nachrichtenwesen)
  • Logistik
  • Energiewirtschaft
  • Handel (Category Maagement, Controlling. Consulting, Immobilienmanagement, Vertrieb etc.)
  • Textil- und Modebranche
  • Personal- und Unternehmensberatung
  • Tourismus
  • Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung

Eine detaillierte Beschreibung der Branchen findet sich bei Riedel, Hergen / Pohl, Elke (2016). Berufseinstieg für Wirtschaftswissenschaftler. 2. Auflage. Wiesbaden: Gabler Springer.

Die beliebtesten Unternehmen für Wirtschaftswissenschaftler

Wenngleich die kleinen Unternehmen den Großteil des Arbeitsmarktes ausmachen, so sind die Großkonzerne beliebte Anlaufstellen für AbsolventInnen. Im Folgenden haben wir einige Übersichten der beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland, Europa und der Welt zusammengestellt.

Top 15 der Arbeitgeber in Deutschland

Besonders beliebt sind bei den WiWis nach dem Studium die Automobilhersteller. Doch auch Unternehmensberatungen sind stark vertreten. Im Jahr 2015/16 waren die beliebtesten Arbeitgeber für WirtschaftswissenschaftlerInnen:

Die beliebtesten Unternehmen bei Wirtschaftswissenschaftlern

Quelle: trendence Graduate Barometer 2016 - German Business Edition
Unternehmen Anteil der Nennungen, in %
BMW 13.6
AUDI 11
Daimler/Mercedes 8.6
Porsche 8.4
Google 7.3
Bosch Group / Lufthansa 6.5
Adidas 6.4
PwC 5.3
Apple 5.1
Volkswagen 4.8
Ernst & Young 4.5
McKinsey 4.3
Auswärtiges Amt / Siemens 3.7
KPMG 3.6
BASF 3.2

Die attraktivsten Branchen für WiWis

Quelle: trendence Institut via statista
Branche Attraktivität als potenzieller Arbeitgeber, in %
Konsumgüterhersteller 43.9
Automobil 19.2
Medien / Werbung 12.4
IT-Dienstleistungen / Beratung 5.8
Handel 4.9
Transport / Logistik / Tourismus 4.6
Elektrotechnik / Elektronik 3.7
Beratung / Consulting 3.5
Banken / Finanzdienstleistungen 1.8
Chemie / Pharma 1.5

Das liebe Geld

Das Einstiegsgehalt spielt bei der Wahl des Unternehmens nicht selten eine Rolle. Nicht jede/r BewerberIn ist bereit, aufgrund des renommierten Namens eines Unternehmens auf einige Hundert Euro zu verzichten. Doch unterscheiden sich die Gehälter in den einzelnen Unternehmen teilweise gewaltig. Als Faustregel gilt:

  • Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt.
  • Je höher der Abschluss, desto höher das Gehalt.
  • Die Branchen Banken, Konsumgüter, Logistik und Unternehmensberatung/ Wirtschaftsprüfung zahlen besser als Handel, Tourismus oder Medien.
  • Bei den Funktionen liegen Forschung und Entwicklung vor Einkauf, Vertrieb, Finanzwesen und Controlling.

Betrachtet man alle Unternehmen gemeinsam, so liegen die WiWi im Vergleich zu anderen Hochschulabschlüssen immerhin in den Top 10:

Durschnittliches Einstiegsgeld von WiWis nach Studienrichtung

Quelle: statista
Studienrichtung durchschnittliches Einstiegsgeld (Median), in Euro
Rechtwissenschaften (Promotion) 59000
Informatik (Promotion) 54000
Ingenieurwissenschaften 52000
Wirtschaftsingenieurwesen 52000
Medizin 50000
Rechtswissenschaften 49500
Informatik 49500
Wirtschaftswissenschaften 46000
Pharmazie, Lebensmittelchemie 42000
Sprach- und Kulturwissenschaften 41000

Gehaltsspiegel WiWis bei Berufseinstieg

Quelle: Staufenbiel JobTrends Deutschland 2016
Absolventen verdienen... ...in Prozent der befragten Unternehmen
weniger als 30.000 € 5
30.000 – 34.999 € 8
35.000 – 39.999 € 24
40.000 – 44.999 € 32
45.000 – 49.999 € 18
50.000 – 54.999 € 7
55.000 – 59.999 € 2
mehr als 60.000 € 4

Die Höhe des Einstiegsgehaltes ist dabei vor allem auch ein Indikator dafür, wie sehr die Unternehmen nach passenden Bewerbern suchen – je mehr sie bereit sind zu zahlen, desto verzweifelter ist die Suche nach passenden MitarbeiterInnen.

Einstiegsgehälter nach Abschluss

Am meisten lohnen sich Masterabschlüsse für Wirtschaftsprüfer und Analysten:

Quelle: WiWi-Absolventen: Was Einsteiger verdienen - manager magazin
Feld Bachelor Master
Controlling 37250 +1400
Wirtschaftsprüfung 35712 +8968
Buchhaltung 41268 +1286
Steuern 42581 +4182
Analyse 44738 +7241

Einstiegsgehälter nach Funktion

Quelle: GEHALT.de via Staufenbiel
Funktion Unteres Quartil in € Median in € Oberes Quartil in €
Assistent GF 36876 +5379 +10967
Controlling 40245 +4555 +13642
Einkauf 35242 +7137 +14099
Finanz und Rechnungswesen 35523 +5533 +12910
HR/Personal (Referent) 38771 +3361 +9293
Marketing 32079 +5196 +12032
Vertriebsinnendienst 32750 +4134 +11497
(Key) Account Management 38380 +6621 +14857
PR/Kommunikation 33734 +6693 +11550
Revision 43222 +2543 +15233
Unternehmensberatung 44799 +5601 +12410
Materialwirtschaft/Logistik 36715 +8415 +14527
Außendienst 36112 +6688 +11857
Organisation 30076 +6305 +11686

Gehaltsanalyse nach Bundesland bei Führungskräften

Quelle: GEHALT.de
Bundesland Gehalt in €
Hessen 105122
Bayern 98247
Baden-Württemberg 98204
Nordrhein-Westfalen 96584
Rheinland-Pfalz 95899
Saarland 88849
Niedersachsen 88207
Schleswig-Holstein 86149
Thüringen 80650
Mecklenburg-Vorpommern 80288
Sachsen 79117
Sachsen-Anhalt 77419
Brandenburg 77054

Einstiegsgehalt nach Berufserfahrung

Interessant: Wer Steuern studiert, hat erstmal ein geringes Einstiegsgehalt, verdient jedoch später am meisten.

Quelle: Staufenbiel
Aufgabenfeld Bis 2 Jahre Berufserfahrung 3–5 Jahre Berufserfahrung 6–10 Jahre Berufserfahrung
Anlageberatung, Vermögensberatung 49500 +14375 +17500
Controlling 47825 +5689 +14413
Analyse 50885 +8969 +13944
Steuern 36837 +17092 +28922
Buchhaltung 31462 +15956 +20735
Wirtschaftsinformatiker 43120 +5313 +23840
BWL 37992 +8492 +32195

Fazit

Die Branche unterliegt aktuell einem bedeutenden Umbruch durch die Digitalisierung. Big Data erhält auch in Unternehmen immer häufiger Einzug und wird zukünftig die Arbeitsweisen von Controllern & Co. bestimmen. Mit den Umbrüchen einher geht auch das Bedürfnis nach Fach- und Führungskräften am Markt, die sich der Planung und Umsetzung von Veränderungen in Unternehmen widmen.

Gleichzeitig zu dieser anhaltenden Nachfrage steigt jedoch auch die Anzahl der AbsolventInnen. Vor allem Generalisten werden es deshalb künftig zunehmend schwer haben, unmittelbar nach dem Studium eine Stelle zu ergattern. Möglicherweise nimmt in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Masters auch in anderen Bereichen als bisher zu.

Wer sich für ein WiWi-Studium entscheidet, hat jedoch alles in allem gute Chancen auf eine Karriere in dem Bereich. Findet sich direkt nach dem Studium kein Job, so bleibt als WiWi immer noch eine Selbstständigkeit – schließlich sollte es am kalkulatorischen Teil schon mal nicht scheitern. Einige Forscher raten jedoch dazu, zuerst einige Jahre Praxiserfahrung zu sammeln, bevor der Schritt in die eigene Selbstständigkeit erfolgt. Das erweitert nicht nur das Basiswissen, sondern auch die Kenntnisse in der Auswahl von Personal, der Verhandlungsführung und weiß, mit welchen Kosten in einem Unternehmen zu rechnen ist. Möglichkeiten, sich selbstständig zu machen, gibt es viele. Es bedarf lediglich einer außergewöhnlichen Idee, eines Konzeptes und ausreichenden Startkapitals, schon kann es losgehen. Ist die Idee weniger außergewöhnlich, so bieten sich immer noch Tätigkeitsfelder als selbstständiger Rechnungsprüfer oder Vertriebsberater.

Quellen