Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Gehasst, verdammt, verflucht wichtig – Versicherungen

Jeder kennt dieses unangenehme Gefühl, wenn der Bohrer des Zahnarztes auf den Zahn trifft und auf diesem herumtanzt und man hofft, dass es ganz schnell wieder vorbei ist. Ein ähnliches Gefühl entsteht bei uns Deutschen, wenn das Wort „Versicherungen“ fällt.

Am liebsten möchte man Reißaus nehmen, den Raum schnellstmöglich verlassen oder direkt wieder das Thema wechseln. Wie eine Art uralter Fluchtinstinkt, der uns vor Bösem bewahren möchte.

Nun haben der Zahnarztbesuch und Versicherungen nicht nur die erwähnten schmerzhaften Gefühle gemeinsam, sondern beide sind eben auch leider unglaublich wichtig und wenn du den Zahnarztbesuch oder das Thema Versicherungen weiter vor dir her schiebst, wird der Schaden unvermeidlich größer als kleiner.

Deshalb geht man am Ende des Tages dann eben doch zum Zahnarzt und lässt die Prozedur über sich ergehen. Und genauso solltest du auch das Thema Versicherungen angehen – so sehr du diese auch hasst und verdammst – sie sind nun mal ein extrem wichtiger Bestandteil unserer heutigen Welt.

Im folgenden werde ich dir ein wenig die Angst und Ablehnung vor Versicherungen nehmen.

Diese liegt nur darin begründet, dass man fürchtet, von irgendeinem Versicherungsfuzzi (wie auch ich einer bin ?) über den Tisch gezogen zu werden, dieser nur eine dicke Provision erhält und der Vertrag, den du dann am Ende abgeschlossen hast doch nur Schrott ist – deswegen machen viele Menschen einfach gar nichts.

Zugegebenermaßen hat die Versicherungs- und vor allem die Versicherungsvermittlerbranche einiges dafür getan, sich diesen ekelhaften Ruf anzueignen – Chapeau, dass muss man auch erstmal hinbekommen.

Wie schaffst du es also, dass du nicht über den Tisch gezogen wirst und am Ende eben genau die Versicherungen abschließt, die du auch wirklich brauchst?

Damit dies funktioniert führt an einer Sache kein Weg vorbei: Eigenverantwortung!

Gib die Verantwortung über deine Versicherungen nicht vollständig an jemand anderen ab. Nur so behältst du die Kontrolle und eben auch die Sicherheit, dass du weißt, dass alle deine abgeschlossenen Verträge auch wirklich sinnvoll sind.

Der Autor grübelt: Und jetzt werden glaube ich einige Leser direkt abspringen.

Eigenverantwortung??? Das hört sich aber nach extrem viel Arbeit an… sollte das nicht eben der Versicherungsberater für mich machen? Ja, sollte er tatsächlich. Aber wenn du eben keinen Berater deines Vertrauens hast, dann führt daran einfach kein Weg vorbei.

Und um dich zu beruhigen: es ist tatsächlich einfacher als du denkst.

Im weiteren Verlauf werde ich dir die wichtigsten Versicherungen vorstellen und erklären, die wirklich jeder haben sollte – egal ob Angestellter, Selbstständiger, Männlein oder Weiblein.

Wann solltest du eine Versicherung zum Thema XY abschließen?

Immer dann, wenn dich der schlechstmögliche Fall, der eintreten könnte, finanziell ruinieren würde.

Eine Versicherung ist nichts anderes als ein Schutz vor einem möglichen finanziellen Ruin. Und da leider niemand weiß, wie und ob du einmal in solch einer Lage sein wirst, schließt man eben lieber eine Versicherung ab, denn diese ist – anders als der mögliche finanzielle Schaden – kalkulierbar.

Du weißt genau, welche Prämie du jeden Monat zahlen musst um das Risiko XY abzusichern. Aus künftig unkalkulierbaren Kosten werden plötzlich exakt kalkulierbare Kosten. Und dies ist nicht nur für Unternehmer wichtig, sondern ebenso für Privatpersonen.

Daraus lässt sich ableiten, dass du alle diese Versicherungen abschließen solltest, die deine Existenz absichern, sollte der Fall der Fälle eintreten und du andernfalls vor dem finanziellen K.O. stündest.

Meiner Meinung nach und auch der Meinung von Verbraucherschützern sind das die folgenden Versicherungen in genau dieser Reihenfolge, was die Priorität angeht:

  1. Krankenversicherung
  2. private Haftpflichtversicherung
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Je nach Familiensituation kann man als vierten im Bunde noch die Risikolebensversicherung mit hinzunehmen, da diese aber eben wie gesagt nicht auf jeden zutrifft, lasse ich sie hier außen vor.

Die Krankenversicherung

In Deutschland ist diese Versicherung zum Glück Pflicht. Das heißt, du musstest dich irgendwann einfach mal darum kümmern. Hierbei ist es egal, ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist.

Die Krankenversicherung ist definitiv die wichtigste Versicherung für jeden Deutschen. Sie übernimmt Kosten für Behandlungen beim Arzt, für Therapien oder sogar teure Operationen im Krankenhaus.

An dieser Stelle ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung. 2008 hatte ich einen Motorradunfall und musste per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Frankfurt geflogen werden. Dort wurde ich dann am linken Bein operiert, es wurde jede Menge Metall verbaut und 2 Wochen später durfte ich dann auf Krücken das Krankenhaus wieder verlassen.

Was hat mich dieser ganze Spaß gekostet? 10€ Zuzahlung zum 2.600€ teuren Hubschrauber-Rundflug, sowie 5€ Zuzahlung zu den Krücken. kein schlechter Deal wie ich finde. Allein die Operation an sich hat knapp 25.000€ gekostet.

Diese hätte ich mir nicht einfach mal so schnell leisten können. Wir du siehst, schützt dich also auch die Krankenversicherung vor einem möglichen finanziellen Desaster.

Auch wenn viel gemeckert wird wegen steigender Beiträge, sowohl in der gesetzlichen Krankenversicherung als auch in der privaten Krankenversicherung, sollten wir uns hier in Deutschland eigentlich nicht beschweren.

 

Die private Haftpflichtversicherung

Die zweitwichtigste Versicherung im Bunde ist die private Haftpflichtversicherung. Wie der Name schon sagt, leistet diese Versicherung, wenn du durch einen Schaden, den du einer anderen Person zugefügt hast, haftbar gemacht werden kannst. Dies kann ein Personen-, Sach- oder Vermögensschaden sein. Bist du hier als der Schuldige ausmachbar, dann wirst du zur Kasse gebeten.

Viele ordnen die Haftpflichtversicherung als die Versicherung ein, die leistet, wenn ich den Fernseher vom Nachbarn kaputt mache oder mit das Handy meines Freundes herunterfällt. Das ist grundsätzlich auch korrekt. Aber sind wir mal ehrlich: solch ein Schaden würde deine Existenz nicht wirklich gefährden, warum deswegen also eine Versicherung abschließen?

Bei der privaten Haftpflichtversicherung geht es um Schäden in ganz anderen Dimensionen. Nicht umsonst sind hier die Deckungssummen auch oft im mehrfachen Millionenbereich. Diese Versicherung soll für dich das Existenz-Risiko ausschalten, dass du einer anderen Person einen Schaden zufügst, der so groß ist, dass du diesen niemals selbst finanziell heben könntest.

Zum Beispiel lebenslange Rentenzahlungen, weil eine Person durch dein Handeln im Rollstuhl landet oder weil durch dein fahrlässiges Handeln ein so großer Schaden an einer fremden Sache entsteht, den du selbst einfach niemals tragen könntest.

Und genau davor bewahrt dich eine private Haftpflichtversicherung – und das für Beiträge von unter 100 € im Jahr. Günstiger kann man ein so großes existenzielles Risiko meiner Meinung nach nicht eliminieren.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung 

Kommen wir zur letzten Versicherung im Bunde, welche dazu auch die meist diskutierte und am wenigsten verstandene Versicherung ist. Was letzteres angeht, hat wohl auch die Namensgebung dieser Versicherung dazu beigetragen, dass Menschen diese immer direkt auf den Beruf beziehen. Dies ist auch grundsätzlich nicht falsch, nur darf man diese Versicherung eben nicht NUR auf den Beruf ummünzen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt dafür, dass wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu einem gewissen prozentualen Anteil nicht mehr ausüben kannst du die vereinbarte monatliche Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt bekommst. Soweit so gut.

Das heißt, sie sichert deine Existenz dahingegen ab, dass du weiterhin ein monatliches Einkommen generierst und weiterhin ein Leben in Würde führen kannst – ziemlich wichtig, wenn du mich fragst.

Zwei Dinge, die nun sehr wichtig sind zu verstehen. Als erstes ist es wichtig zu wissen, dass dein Beruf und das berufsspezifische Risiko, das damit einhergeht definitiv Auswirkungen auf deine Berufsunfähigkeitsversicherung haben werden und das es Berufe gibt, die eben mehr und andere Berufe, die eben weniger gefährlich sind.

Was aber eben die meisten vergessen: du bist auch außerhalb deines Berufes gefahren ausgesetzt, die dich berufsunfähig machen können.

Tatsächlich finden sich hier auch die meisten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Seien es Freizeitunfälle, Zivilisationskrankheiten (z. B. Krebs) oder Nerven- oder psychologische Krankheiten (z. B. Burn-Out). All diese Ursachen haben mit deinem eigentlichen Beruf nichts oder nahezu nichts zu tun, sorgen aber immer mehr dafür, dass Menschen in Deutschland berufsunfähig werden.

Und deshalb ist es eben so wichtig, dass Mann und Frau, egal in welchem Beruf sie arbeiten eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Und dies am besten so früh wie möglich. Denn je früher solch ein Vertrag geschlossen wird umso günstiger sind die Beiträge und umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du körperlich noch fit bist und es zu keinen Zuschlägen oder Ausschlüssen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kommt.

Der zweite Punkt ist, dass weiterhin der Irrglaube besteht, dass du vom Staat eine Leistung erhalten wirst, wenn du berufsunfähig wirst. Ja, bekommst du tatsächlich: Hartz 4. Herzlichen Glückwunsch! Das wars! Die vom Staat vorgesehenen Erwerbsminderungsrenten treten nur in Kraft, wenn du tatsächlich auch erwerbsgemindert bist- und zwar auf alle Berufe gesehen, nicht nur auf deinen.

Und selbst dann sind diese Leistungen viel zu gering, als dass man davon weiter ein ordentliches Leben bestreiten könnte. Früher, für alle die vor dem 01.01.1961 geboren wurden, gab es tatsächlich noch eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Diese ist aber passé. Wenn du hier nicht selbst vorgesorgt hast, dann sieht es eher düster aus.

Aus all diesen Gründen ist die Berufsunfähikeitsversicherung heutzutage so enorm wichtig. 

Und was brauchst du sonst noch so an Versicherungen?

Alle weiteren Versicherungen sind meiner Meinung nach optional und können je nach Lebens- und Familiensituation Sinn machen. Mit den erwähnten drei Versicherungen hast du aber das Wichtigste erstmal abgesichert: die eigene Existenz!

Mein Rat um an gute Versicherungen zu kommen

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie du vorgehen solltest, um an die richtigen Versicherungen zu kommen. Mein Vorschlag wäre hier, dass du im ersten Schritt Informationen sammelst zu den Versicherungsbereichen, die dir noch fehlen, bzw. die du überprüfen möchtest.

Dies kannst du z.B. über unabhängige Videos auf Youtube machen (z. B. über meinen Kanal „Versicherungen mit Kopf“) oder auf anderen Portalen nach den entsprechenden Infos suchen.

Du musst kein Versicherungsexperte werden, aber du sollest wissen, auf was es bei den einzelnen Versicherungen ankommt. So schaltest du das Risiko aus, dass dich jemand über den Tisch zieht oder du im Internet eine Versicherung abschließt, die vielleicht doch nicht so passt.

Zum Schluss noch ein interessanter Punkt

Hast du dich einmal mit dem Thema Versicherungen ausführlich auseinander gesetzt, geprüft ob du alle wichtigen Absicherungen hast, dann sinnlose Versicherungen gekündigt? Dann wird sich ein unglaublich gutes Gefühl der Zufriedenheit, Kontrolle und Sicherheit bei dir einstellen.

Das haben mir bereits Hunderte meiner Kunden bestätigt, mit denen ich Online-Beratungen per Skype durchgeführt habe.

Es ist wie das Gefühl, dass du hast, wenn du die Zahnarztpraxis verlässt – nur dass nach der neuen Absicherung definitiv nichts mehr weh tut.

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