Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Dani Wolf von Glucke und so

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Ich schrieb früher Tagebücher, dann Freundebücher und irgendwann fing ich mit einem Buch an. Ich wollte alles aufschreiben, was mich beschäftigte. Als ich 2013 Mama wurde, änderte sich mein ganzes Leben. Ich las Blogs und wie wahrscheinlich viele Elternblogger wollte ich dann das Wagnis starten und einen Blog eröffnen.

Entscheidend war vor Allem, dass ich in meinem Umfeld kaum Menschen hatte, die meine Gedanken zu Erziehung teilten oder mit denen ich über meine Themen im Allgemeinen reden konnte.

In meiner Schwangerschaft las ich den Blog „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten und Geborgen Wachsen regelmässig. Beide begleiten mich bis heute. Susanne von Geborgen Wachsen durfte ich dieses Jahr auch bei einer ihrer Lesungen kennenlernen. Vorbilder in der Bloggerszene gibt es schon. Mich beeindruckt wie lange es einige Blogger schon gibt und wie treu Sie sich selbst bleiben.

Da wäre Jette, die Mesupermom, Anna von BerlinMitteMom, Susanne von Geborgen Wachsen, Katarina von Blogprinzessin und einige mehr. Man merkt ich halte mich meist in meiner Elternbloggerblase auf.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Ich sage es oft: Mein Leben passt locker in 2 Bücher und somit ist genug Lesestoff für einen Blog da. Mein Blog besteht nicht nur aus Kinderthemen. mir war wichtig, über alles schreiben zu können, was mich beschäftigt.

Seelenhygiene, Tabus brechen, gehört werden und vielleicht eben auch einen Weg zu gehen, der nur für mich ist. Wenn man nach Themen erst suchen muss, ist ein Blog vielleicht nicht das Richtige.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Ein guter und erfolgreicher Blog sollte vor Allem echt sein. Ich möchte mich mit dem Schreiber identifizieren. Ihn kennenlernen und auf seiner Reise begleiten. Schicke Bilder und gut durchdesignte Themes sind mir total egal. Die Chemie muss passen.

Der Schreibstil muss passen. Natürlich ist ein Koch- oder Photoblog wieder ein bisschen anders aber zum Beispiel Herr Grün kocht ist für mich der beste Kochblog der Welt, da er mich verzaubert mit seinen Geschichten rund um die Rezepte. Ein Blog muss für mich keinen Mehrwert bieten, ich muss nix lernen.

Ich brauche auch keine Dauerwerbesendung und vor allem keine SEO-optimierten Fakegeschichten. Andrea von Andrea Harmonika oder die 2 Rikes von Infemme und Nieselpriem sind für mich Blogger, die ins Herz gehen, die für mich mega gut und erfolgreich sind.

Welche Methoden der Monetarisierung funktionieren in deinem Blog gut?

Als ich anfing mit dem Bloggen, wusste ich nicht mal das man Geld verdienen kann. Da ich aber eben auch Kosten für meinen Blog hatte. (Domains, Hosting, Themes etc.) wollte ich irgendwann einfach meine Kosten decken. Angefangen hat alles mit E-Mails von Firmen, die mit mir kooperieren möchten.

Bis heute ist das so. Zwischenzeitlich war ich bei Blogfoster – einer Plattform die Blogger an Unternehmen vermittelt aber der Ablauf bei diesen Plattformen ist nichts für mich. Ich finde es langweilig bei 20 Blogs dieselbe Werbung zur selben Zeit zu sehen. Dafür wollte ich meinen Blog nicht opfern, um ein bisschen Geld zu verdienen.

Ich mache nur noch wenige ausgewählte Kooperationen und die Anfragen kommen immer von den Unternehmen oder Magazinen. Ich betreibe selber keine Akquise. Im Moment habe ich noch Affiliate über Amazon und keinen Cent verdient und Google Adsense. funktioniert aber beides bei mir kaum. Tatsächlich sind es die Werbebeiträge die meinen Verdienst ausmachen.

Lohnt sich das Bloggen für dich?

Das ist eine spannende Frage, da sie impliziert, das Bloggen sich lohnen muss, also finanziell etwas abwerfen sollte. Für mich ist Bloggen aber etwas anderes. Es ist nach wie vor meine Seelenhygiene und mein Hobby.

Mein Blog begleitet mich seit 3 Jahren und ich habe soviel gelernt und so viele interessante Menschen kennengelernt. Ich habe mich weiterentwickelt und mich Dinge getraut, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Mein Blog hat nicht monatlich dieselben Einnahmen. Ich muss davon nicht leben und möchte es auch nicht müssen. Ich zahle von den Einnahmen meine Ausgaben, Konferenzen, Hotels und schöne Dinge für mich. Es ist ein Zubrot aber mehr nicht.

Die Monetarisierung ist schön aber kein Muss und spielt für mich (inzwischen) keine Rolle mehr. Bloggen lohnt sich immer, wenn man sich nicht scheut, Teile aus seinem Leben öffentlich zu machen.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Als ich anfing, baute ich den Blog mit einem Baukastensystem und es hat mich Wochen gekostet da richtig durchzusteigen. Ich habe alles wieder neu machen müssen und mich mit den Pflichten vertraut gemacht. Denn ja wir sind im Internet, da gibt es gesetzliche Grundlagen.

Einen Blog eröffnen kann man sehr schnell, aber beabsichtigt man, damit Geld zu verdienen, benötigt man Geduld, ein gutes Verständnis für Technik und viel Zeit. Ich habe gut 6 Monate gebraucht, bis ich wirklich ankam und bis heute lerne ich dazu. Bloggen ist ein sehr zeitaufwendiges Hobby und noch zeitaufwendiger wenn man es beruflich macht.

Was würdest du heute anders machen?

Wie lange es dauert um sich einen Leserstamm aufzubauen, kann man gar nicht pauschal sagen. Schreibst du gut und hast Themen, die immer gesucht werden dann kannst es sein, dass du sehr schnell bei einer großen Leserschaft bist.

Es dauert ja alleine ca. 8 Wochen bis Google dich überhaupt in einer Suche anzeigt. Ein Blog will gefüllt werden mit Inhalten, das braucht Zeit. Die sozialen Medien müssen bedient werden. Fehler kann man eigentlich nicht machen, denn die Community ist wirklich inzwischen riesig und meist sehr hilfsbereit.

Ich kann das wirklich nicht sagen aber ich würde definitiv behaupten das man 1 Jahr benötigt um sich finanziell ein 2. Standbein damit aufzubauen.

Was gefällt dir am besten am Leben eines Bloggers?

Mir gefällt am Besten, dass ich unglaublich viele wunderbare Menschen kennengelernt habe. Ich bin auch ein neuer Mensch dadurch geworden. Ich kann sogar etwas bewirken, wie durch meine Spendenaktion immer zum Ende des Jahres.

Ich kann helfen, durch Themen, die ich anspreche, die tabuisiert werden. Ich bekomme Leserbriefe. Die Elternbloggerszene ist auch eine sehr persönliche Szene, da wir meist alle Familie haben und uns darüber austauschen. Man hilft sich untereinander trotz des natürlich vorhandenen Kokurrenzdenkens bei einigen.

Ich würde sagen, ich habe einige Bloggerfreunde gefunden, die mein Leben bereichern und Horizont erweitern.

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