Artikel veröffentlicht am: 24. Mai 2018

Erfolgreiche Blogger: Lea von veggies

Was war der entscheidende Moment für dich mit dem Bloggen anzufangen?

Als ich vor fünf Jahren vegan wurde, gab es noch nicht so viele vegane Kochbücher wie heute. Ich durchstöberte daraufhin das Internet nach pflanzlichen Rezeptideen und Küchentipps.
Vor allem von vielen englisch-sprachigen veganen Foodblogs war ich begeistert (die USA, UK und Australien waren zum damaligen Zeitpunkt schon viel weiter mit „dem Bloggen“, als wir hier in Deutschland).
Ich konnte von den vielen kreativen Seiten, den persönlichen Berichten und lebendigen Geschichten gar nicht genug bekommen. Auch den direkten Austausch mit den Bloggern fand ich einfach toll. Binnen kürzester Zeit hatte ich total Lust, einen eigenen Blog mit meinen Erfahrungen, Foodfotos und Rezepten zu machen. Gesagt getan!
Und so habe ich einfach losgelegt. Ich hätte nie gedacht, dass ich binnen kürzester Zeit so viel positives Feedback und nette Kommentare erhalten würde. Dann ging alles ganz schnell 🙂
Heute blogge ich seit über vier Jahren, gebe Kochshows und Kochkurse, werde für Vorträge gebucht, schreibe für tolle Food-Magazine und habe gerade mein zweites Kochbuch heraus gebracht.
Doch meine große Liebe bleibt immer mein Blog – der direkte Austausch mit meinen Lesern und Fans ist einfach des Beste, was mir je passieren konnte.

Wie kommst du immer wieder auf neue Themen für deinen Blog?

Ein Blog ist etwas ganz Lebendiges – es ist Austausch und schnelle, direkte Kommunikation mit meinen Lesern. Von Ihnen erhalte ich viele Nachfragen, Anregungen und Kommentare. Das inspiriert mich zu immer neuen Rezept-Ideen und Themen.
Aber natürlich inspirieren mich ebenso andere Blogger und deren Ideen, Food-Magazine, Kochbücher, das Besuchen von Märkten und Restaurants, Reisen oder manchmal ganz einfach der Geruch und das Aroma bestimmter Gewürze und Kräuter.

Was kennzeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog?

Regelmäßige Beiträge, ansprechende Fotos, eine authentische Schreibweise und eine persönliche Note. Natürlich ist das immer Geschmacksache und das Thema muss individuell ansprechen. So lese ich selbst etwa kaum Styling- und Make-Up-Blogs, selbst wenn sie super schön gemacht sind.
Das Thema interessiert mich einfach weniger als Reise-, Design- und Foodblogs. Jeder Blog muss für seine Zielgruppe funktionieren. Heute gibt es auch in Deutschland hunderte verschiedene, großartiger Beispiele dafür und hierzulande wird gebloggt wie verrückt. Das finde ich fantastisch. Die im ersten Satz genannten Kriterien gelten aber sicherlich für alle gleich.
Ich persönlich halte meinen Blog zu 95% werbefrei und monetarisiere ihn so gut wie nicht. Doch da ich durch das Bloggen bekannt geworden bin, werden mir regelmäßig viele tolle Jobs angeboten.
Ich schreibe für andere Blogs und Print-Magazine, ich entwerfe Rezepte, mache Foodfotos in Auftrag von Kunden, gebe Kochkurse, werde für Messen und Vorträge gebucht und verdiene an meinen Kochbüchern.
Das Geldverdienen mit meinem Blog findet also vorrangig außerhalb des Blogs, wohl aber auch mittels meiner Social-Media-Kanäle statt. Das wird auch so bleiben. Damit bin ich rundum zufrieden und sehr glücklich.
ja, es lohnt sich durchaus auch finanziell. Aber das ist für mich zweitrangig. Der eigentliche Lohn für meine Bloggertätigkeit ist der grandiose Austausch mit sehr vielen Menschen, die Anerkennung, die meiner Arbeit öffentlich entgegen gebracht wird und die Chancen, die sich mir dadurch eröffnet haben.
So habe ich etwa 2015 den deutschen Food-Blog-Award als „Bester Bog Vegan“ gewonnen und durfte an einer fantastischen Reise nach Singapur teilnehmen. Das war ein echtes Highlight!
Ich bestreite aber nicht meinen Lebensunterhalt mit meinem Blog, sondern habe auch noch einen tollen Job als Filmemacherin und Medienberaterin, den ich keinesfalls missen möchte und der meine Miete bezahlt. Das bringt mir auch den Vorteil, dass ich wirklich nur die Jobs annehme, auf die ich wirklich Lust habe und an denen mein Herz hängt.

Wie viel Arbeit muss ein Anfänger ins Bloggen investieren?

Es kommt darauf an, was ein Blogger-Neuling mit seinem Blog erreichen möchte. Ich kann jedem nur raten, das Bloggen nur anzufangen, wenn man es aus tiefstem Herzen macht und einfach Spaß daran hat. Dann springt auch schnell der Funke über zu den Lesern.
Aus rein kommerziellen Gründen einen Blog zu starten, halte ich für wenig zielführend. Da sollte man lieber überlegen Youtuber oder Instagrammer zu werden. Denn ein Blog lebt vom lebendigen, ehrlichen Austausch mit den Lesern und den kann man nur führen, wenn man wirklich für das Thema brennt.
Außerdem sind mit einem Blog sehr viel Arbeit und Know-How verbunden –  das fängt mit den Server- und Wartungskosten an, geht beim Kameraequipment weiter und mündet darin, dass man sich auch mit Grafik und Design auseinander setzen muss. Mir macht das alles ganz unglaublich viel Spaß – der Erfolg kam dann „wie von selbst“ – so sieht man es jedenfalls von außen.

Was würdest du heute anders machen?

Bis auf einen Punkt würde ich gar nichts ändern. Ich habe viele „Fehler“ gemacht, bin in das ein oder andere Fettnäpfchen getreten (ja, auch ich hatte schon den ein oder anderen Shitstorm auf Facebook), habe meine Zeit in Themen investiert, die nicht „gezündet“ haben und mir den Kopf zerbrochen, wo ich hätte locker bleiben können.
Doch all das gehört zum Bloggen dazu und macht es zu einer rundum großartigen Erfahrung.  Nur meine URL würde ich heute anders wählen. Mein Blog VEGGIES hat die URL www.veggi.es – also eine spanische Endung, damit der Blogname erkenntlich ist. Das fand ich vor fünf Jahren noch eine super Idee und ich konnte die Adresse damals für wenig Geld erwerben.
Doch die spanische Endung ist ein echter SEO-Killer. Google denkt, ich bin ein Spanier – Olé¡ und kickt mich schön aus allen Suchergebnissen raus… macht aber nix, hab’s trotzdem geschafft und bin mit meiner Reichweite sehr zufrieden. Doch ein zweites Mal würde ich diesen Fehler nicht machen

Was gefällt dir am besten am Leben eines Bloggers?

Durch das Bloggen ist mein Leben bunter, kommunikativer und sehr viel aufregender geworden. ich habe tolle Jobangebote bekommen, Preise gewonnen, bin mit großartigen Menschen in Kontakt gekommen und heute rundum glücklich. Vor einigen Wochen war mein Blog wegen eines Serverproblems mal 48 Stunden nicht erreichbar.
Ehrlich, ich kam mir vor wie nackt. Das ging gar nicht. Mein Blog ist mein Baby, mein Königreich und meine Spielwiese – hier schreibe ich nicht nur, hier lebe ich einen Teil meines Lebens (aus) und teile es mit anderen. Was Schöneres kann es für mich gar nicht geben.

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