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Kaufpreis-Miete-Verhältnis: Formel, Beispiel und Jahresmieten in 8 Städten

Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis zeigt, das Wievielfache der Jahresnettokaltmiete Sie beim Kauf bezahlen: Kaufpreis geteilt durch Jahresmiete. Ob ein Wert für eine bestimmte Lage angemessen ist, lässt sich nur im Städte- und Objektvergleich beurteilen, nicht an einer pauschalen Zahl. Dieser Ratgeber liefert dafür echte Jahresmieten aus acht amtlichen Mietspiegeln sowie eine vollständig durchgerechnete Beispielrechnung mit Faustformel.

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Was ist das Kaufpreis-Miete-Verhältnis?

Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis setzt den Kaufpreis einer Immobilie ins Verhältnis zur Jahresnettokaltmiete: Kaufpreis-Miete-Verhältnis = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete. Das Ergebnis zeigt, das Wievielfache der Jahresmiete Sie beim Kauf bezahlen. In der Fachsprache heißt dieselbe Kennzahl Kaufpreisfaktor oder Vervielfältiger – gerechnet wird identisch, nur die Wortwahl unterscheidet sich.

Eine feste, bundesweit gültige Grenze für einen „guten“ Wert gibt es nicht. Die Praxis-Spannen nach Lage, Stadtgröße und Objekttyp – etwa 20 bis 25 in vielen Regiopolen oder 28 bis 35 in A-Stadt-Premiumlagen – finden Sie ausführlich im Ratgeber Kaufpreisfaktor. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Rechenpraxis: die Faustformel, ein durchgerechnetes Beispiel und echte Jahresmieten aus deutschen Städten als Ausgangsbasis für Ihre eigene Rechnung.

Wie berechnen Sie das Kaufpreis-Miete-Verhältnis?

Die Faustformel lautet: Kaufpreis-Miete-Verhältnis = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete. Als Jahresmiete zählt ausschließlich die Nettokaltmiete ohne Betriebskosten – multiplizieren Sie dafür die monatliche Nettokaltmiete mit 12.

Rechenbeispiel mit einer echten Datengrundlage: Der Mietspiegel-Mittelwert für eine rund 65 m² große Wohnung in Berlin liegt laut Berliner Mietspiegel 2026 bei durchschnittlich 9,95 €/m², das ergibt eine Jahresnettokaltmiete von rund 7.761 Euro (9,95 € × 65 m² × 12 Monate). Wird für eine vergleichbare Wohnung beispielhaft ein Kaufpreis von 260.000 Euro angenommen – eine Modellannahme, kein erhobener Marktpreis –, ergibt sich ein Kaufpreis-Miete-Verhältnis von 260.000 € ÷ 7.761 € = rund 33,5. Das entspricht einer Bruttomietrendite von 100 ÷ 33,5 = rund 3,0 Prozent (mehr zur Herleitung im Ratgeber Mietrendite berechnen).

Für Ihre eigene Rechnung ersetzen Sie den Beispielkaufpreis durch den tatsächlichen Angebotspreis aus dem Exposé und die Jahresmiete durch die real vereinbarte oder nach Mietspiegel realistisch erzielbare Miete am Standort.

Wie hoch ist die Jahresmiete für eine 65-m²-Wohnung in deutschen Städten?

Die folgende Tabelle zeigt die Jahresnettokaltmiete für eine rund 65 m² große Wohnung in acht Städten, berechnet aus den echten Werten der amtlichen Mietspiegel-Basistabellen 2025/2026 für die jeweils passende Größenklasse. Je nachdem, wie fein der einzelne Mietspiegel unterscheidet, ist das der amtliche Einzelwert der Größenklasse oder ihr Mittelwert über zusätzliche Merkmale wie Baualtersklasse, Wohnlage oder Ausstattung. Die Werte dienen als Ausgangsbasis für die Faustformel oben – Kaufpreise sind bewusst nicht enthalten, da sie sich innerhalb einer Stadt je nach Lage und Objektzustand stark unterscheiden und sich nicht seriös als ein einziger Stadtwert ausweisen lassen.

StadtBundeslandØ Nettokaltmiete/m² (Mietspiegel)Jahresmiete für 65 m²Ausgabe / Stand
MünchenBayern12,61 €9.836 €Mietspiegel 2025 (Stand 26.03.2025)
HamburgHamburg12,56 €9.797 €Hamburger Mietenspiegel 2025 (Stand 09.12.2025)
KölnNordrhein-Westfalen10,02 €7.816 €Mietspiegel 2025 (Stand 01.04.2025)
BerlinBerlin9,95 €7.761 €Berliner Mietspiegel 2026 (Stand 28.05.2026)
StuttgartBaden-Württemberg9,87 €7.699 €Mietspiegel 2025/2026 (Stand 01.01.2025)
HannoverNiedersachsen9,81 €7.652 €Mietspiegel 2025 (Stand 18.12.2025)
DresdenSachsen7,04 €5.491 €Mietspiegel 2025 (Stand 01.01.2025)
DortmundNordrhein-Westfalen6,79 €5.296 €Mietspiegel 2025/2026 (Stand 01.01.2025)

Setzen Sie diese Jahresmiete zusammen mit dem tatsächlichen Kaufpreis eines konkreten Angebots in die Faustformel oben ein – so erhalten Sie das reale Kaufpreis-Miete-Verhältnis für dieses Objekt, statt mit einem geschätzten Stadtdurchschnitt zu rechnen.

Wie werten Sie das Kaufpreis-Miete-Verhältnis für ein konkretes Angebot aus?

Gehen Sie in drei Schritten vor: Erstens ermitteln Sie die realistische Jahresnettokaltmiete – bei einer vermieteten Wohnung die vertraglich vereinbarte Miete, bei einer freien Wohnung die nach Mietspiegel oder Vergleichsangeboten erzielbare Marktmiete. Zweitens teilen Sie den tatsächlichen Kaufpreis aus dem Exposé durch diese Jahresmiete. Drittens vergleichen Sie das Ergebnis mit mehreren Angeboten in derselben Lage, statt es isoliert zu bewerten – ein Wert lässt sich nur im Vergleich einordnen, nicht absolut.

Für die systematische Prüfung der Lage nutzen Sie die kostenlose Standort- & Mietpreisanalyse: Die 45-Punkte-Checkliste führt unter anderem durch die Mietpreisermittlung anhand von Mietspiegeln und amtlichen Werten, bevor Sie die Jahresmiete in die Formel einsetzen. Für die vollständige Kalkulation eines Objekts – inklusive Kaufnebenkosten, Finanzierung und Kennzahlen im Zeitverlauf – steht der kostenlose Immobilienkauf-Rechner bereit.

Was verzerrt das Kaufpreis-Miete-Verhältnis in der Praxis?

Drei Fehlerquellen tauchen am häufigsten auf. Erstens die Miethöhe: Wird die Ist-Miete verwendet, obwohl sie erkennbar unter dem örtlichen Mietspiegel liegt, wirkt das Verhältnis rechnerisch schlechter, als es bei einer Anpassung auf Marktniveau wäre – und umgekehrt drückt eine im Exposé überhöht angesetzte Wunschmiete das Verhältnis künstlich nach unten. Zweitens die Vergleichsebene: Ein Stadtdurchschnitt wie in der Tabelle oben eignet sich für die erste Einordnung, ersetzt aber nicht den Vergleich mit tatsächlichen Angeboten in derselben Straße oder demselben Viertel, da einfache und gute Lagen innerhalb einer Stadt stark auseinanderliegen.

Drittens der Zustand: Sanierungsstau, ein anstehender Heizungstausch oder eine kurze Restnutzungsdauer verändern die tatsächliche Rendite deutlich, ohne dass sich am rechnerischen Kaufpreis-Miete-Verhältnis etwas zeigt – die Formel kennt nur Kaufpreis und Miete, keine Bausubstanz. Prüfen Sie deshalb Instandhaltungsstau und Ausstattung zusätzlich, bevor Sie eine Kaufentscheidung allein am Verhältnis festmachen.

Wie hängt das Kaufpreis-Miete-Verhältnis mit Kaufpreisfaktor und Mietrendite zusammen?

Alle drei Kennzahlen beruhen auf derselben Grundrechnung aus Kaufpreis und Jahresnettokaltmiete und sind mathematisch ineinander umrechenbar: Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis ist inhaltlich identisch mit dem Kaufpreisfaktor beziehungsweise dem Vervielfältiger und zugleich der exakte Kehrwert der Bruttomietrendite: Bruttorendite in Prozent = 100 ÷ Kaufpreis-Miete-Verhältnis.

Welcher Begriff verwendet wird, ist meist eine Frage des Kontexts – Kapitalanleger sprechen oft vom Kaufpreis-Miete-Verhältnis oder Kaufpreisfaktor, während Gutachten häufiger den Vervielfältiger nennen. Die ausführliche Tabelle mit Praxis-Spannen nach Lage, Stadtgröße und Objekttyp sowie die Abgrenzung zum methodisch anderen Vervielfältiger im Ertragswertverfahren finden Sie im Ratgeber Kaufpreisfaktor; die vollständige Herleitung der Nettomietrendite mit Kaufnebenkosten im Ratgeber Mietrendite berechnen.

Werkzeug verfügbar

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Die kostenlose 45-Punkte-Checkliste führt durch die Mietpreisermittlung anhand von Mietspiegeln und amtlichen Werten sowie durch Infrastruktur- und Planungsrecherche – als belastbare Grundlage für die Jahresmiete in Ihrer eigenen Kaufpreis-Miete-Rechnung.

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Häufige Fragen

Was bedeutet ein Kaufpreis-Miete-Verhältnis von 25?

Ein Wert von 25 bedeutet, dass der Kaufpreis 25 Jahresnettokaltmieten entspricht: Sie zahlen also das 25-Fache dessen, was die Wohnung im Jahr an Kaltmiete einbringt. Rechnerisch entspricht das einer Bruttomietrendite von 100 geteilt durch 25, also 4,0 Prozent. Ob 25 für eine konkrete Lage angemessen ist, zeigt erst der Vergleich mit ähnlichen Objekten in derselben Straße oder demselben Viertel.

Wie berechnet man das Kaufpreis-Miete-Verhältnis?

Sie teilen den Kaufpreis der Immobilie durch die Jahresnettokaltmiete: Kaufpreis-Miete-Verhältnis gleich Kaufpreis geteilt durch Jahresmiete. Bei einem beispielhaften Kaufpreis von 260.000 Euro (eine Modellannahme, kein erhobener Marktpreis) und 7.761 Euro Jahresmiete – dem Mietspiegel-Mittelwert für eine 65-m²-Wohnung in Berlin 2026 – ergibt sich ein Wert von rund 33,5. Verwenden Sie stets die Nettokaltmiete, niemals die Warmmiete mit Betriebskosten.

Welche Miete zählt in die Berechnung – Ist-Miete oder Marktmiete?

Grundsätzlich die realistisch erzielbare Jahresnettokaltmiete. Bei einer vermieteten Wohnung ist das meist die vertraglich vereinbarte Miete, sofern sie nicht deutlich unter dem örtlichen Mietspiegel liegt. Bei Leerstand oder einer erkennbar zu niedrigen Ist-Miete rechnen Sie mit der nach Mietspiegel oder Vergleichsangeboten realistisch erzielbaren Marktmiete, sonst verzerrt sich das Ergebnis.

Warum unterscheidet sich die Jahresmiete so stark zwischen Städten?

Weil das Mietniveau regional stark schwankt: Laut den amtlichen Mietspiegeln 2025/2026 liegt die Jahresmiete einer 65-m²-Wohnung zwischen rund 5.300 Euro in Dortmund und rund 9.800 Euro in München und Hamburg – fast das Doppelte. Kaufpreise streuen zusätzlich nach Lage und Objektzustand, weshalb sich Städte nicht allein über einen Stadtdurchschnitt vergleichen lassen.

Ist ein niedriges Kaufpreis-Miete-Verhältnis automatisch die bessere Investition?

Nein. Ein niedriger Wert bedeutet eine rechnerisch höhere Bruttomietrendite, kann aber auch auf eine schwächere Lage, Sanierungsstau oder eine unsichere Mieterstruktur hindeuten. Prüfen Sie zusätzlich Zustand, Lage und Vermietbarkeit, bevor Sie das Verhältnis als alleiniges Kaufargument nutzen – es ersetzt keine vollständige Objektprüfung.

Was ist der Unterschied zwischen Kaufpreis-Miete-Verhältnis und Kaufpreisfaktor?

Inhaltlich keiner: Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Rechnung aus Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete und liefern denselben Zahlenwert. Kaufpreis-Miete-Verhältnis ist die umgangssprachliche Formulierung, Kaufpreisfaktor der in der Immobilienpraxis gebräuchlichere Fachbegriff, und Vervielfältiger eine dritte, gleichbedeutende Bezeichnung. Die ausführlichen Praxis-Spannen nach Lage, Stadtgröße und Objekttyp finden Sie im Ratgeber Kaufpreisfaktor.

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Ratgeber

Quellen

  1. Mietspiegel München 2025 — abgerufen am 3. August 2026
  2. Hamburger Mietenspiegel 2025 — abgerufen am 3. August 2026
  3. Kölner Mietspiegel 2025 — abgerufen am 3. August 2026
  4. Berliner Mietspiegel 2026 — abgerufen am 3. August 2026
  5. Mietspiegel Stuttgart 2025/2026 — abgerufen am 3. August 2026
  6. Mietspiegel 2025 Hannover — abgerufen am 3. August 2026
  7. Mietspiegel der Landeshauptstadt Dresden 2025 — abgerufen am 3. August 2026
  8. Mietspiegel Dortmund 2025/2026 — abgerufen am 3. August 2026