Vermögensaufstellung für die Bank
Die Bank fragt nicht aus Neugier: Sie muss Ihre Kreditwürdigkeit prüfen, bevor sie ein Immobiliendarlehen zusagen darf. Diese abhakbare Liste führt Sie durch die Selbstauskunft und alle Nachweise dazu — Einkommen, Vermögen, Verbindlichkeiten, Objektunterlagen —, damit die Mappe beim ersten Mal vollständig ist und Rückfragen gar nicht erst entstehen.
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Bankunterlagen-Checkliste
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Dieses Werkzeug wurde nicht von einem Rechtsanwalt geprüft. Es bildet die Vorgehensweise eines langjährigen Immobilieninvestors ab, der es selbst genau so einsetzt. Es ersetzt keine Rechtsberatung.
Welche Unterlagen will die Bank sehen — und warum darf sie so viel verlangen?
Weil sie muss. Vor einem Immobiliar-Verbraucherdarlehen ist die Kreditwürdigkeitsprüfung Pflicht, und der Vertrag darf nur geschlossen werden, wenn wahrscheinlich ist, dass Sie Ihren Verpflichtungen vertragsgemäß nachkommen (§ 505a Abs. 1 BGB, § 18a Abs. 1 KWG). Geprüft wird „eingehend“ und auf Grundlage notwendiger, ausreichender und angemessener Informationen zu Einkommen, Ausgaben und anderen wirtschaftlichen Umständen (§ 505b Abs. 2 BGB) — und die Bank muss diese Angaben überprüfen, notfalls durch Einsicht in unabhängig nachprüfbare Unterlagen. Welche Belege das konkret sind, steht in keinem Gesetz. Üblich sind: Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, Einkommensteuerbescheide der letzten zwei Jahre, bei Selbstständigen Jahresabschlüsse und aktuelle BWA, Kontoauszüge, Nachweise über das Eigenkapital, Depotauszüge, Rückkaufswerte von Versicherungen — dazu die vollständigen Objektunterlagen. Rechnen Sie damit als Grundausstattung, nicht als Schikane.
Warum bringt eine vollständige Mappe bessere Konditionen als Nachreichen in Etappen?
Weil jede Lücke als Unsicherheit in die Bewertung eingeht — und Unsicherheit ist für eine Bank ein Risiko, das sie einpreist. Der Sachbearbeiter kann sein Votum erst schreiben, wenn alles vorliegt; bis dahin bleibt Ihr Vorgang liegen und wird bei jedem Nachreichen neu angefasst. Übliche Praxis: Zinsangebote gelten nur befristet, oft wenige Wochen. Wer über vier Wochen hinweg Unterlagen nachschiebt, verhandelt am Ende über ein anderes Angebot als das, das ihm ursprünglich genannt wurde — und bei einem Neubau oder Kauf mit späterem Abruf laufen zwischenzeitlich Bereitstellungszinsen auf. Dazu kommt der Vergleichseffekt: Nur wer mehreren Banken dieselbe fertige Mappe vorlegt, bekommt Angebote, die sich wirklich gegenüberstellen lassen, und kann das bessere als Argument verwenden. Praktisch heißt das: erst sammeln, dann anfragen. Ein Anlagenverzeichnis auf der ersten Seite, jede Unterlage als sauber benannte PDF-Datei, Lücken offen benennen statt verschweigen — etwa „Steuerbescheid 2025 noch beim Finanzamt“. Ein offen benannter Punkt kostet nichts, ein übersehener kostet eine Runde.
Warum rechnet die Bank mit dem Beleihungswert und nicht mit dem Kaufpreis?
Weil sie den Wert braucht, der auch in einer schlechten Marktphase noch erzielbar ist. Der Beleihungswert ist definiert als der Wert, der unabhängig von vorübergehenden, etwa konjunkturell bedingten Wertschwankungen und unter Ausschaltung spekulativer Elemente während der gesamten Dauer der Beleihung bei einer Veräußerung voraussichtlich erzielt werden kann (§ 3 Abs. 1 BelWertV). Er darf den Marktwert nicht übersteigen (§ 16 Abs. 2 PfandBG), und zur Deckung von Hypothekenpfandbriefen zählen nur die ersten 60 Prozent dieses Werts (§ 14 PfandBG). Für Sie hat das eine unangenehme Folge: Der Beleihungsauslauf — Ihr Darlehen im Verhältnis zum Beleihungswert — fällt höher aus als die Quote, die Sie selbst aus dem Kaufpreis gerechnet haben. Ihr Eigenkapital reicht also nicht so weit wie gedacht. Übliche Praxis ist außerdem, dass die Kaufnebenkosten nicht mitbeliehen werden und dass ein niedriger Beleihungsauslauf mit besseren Zinsen belohnt wird; wo genau die Stufen liegen, legt jedes Institut selbst fest. Rechnen Sie deshalb mit einem vorsichtigeren Wert als dem Kaufpreis — der Budget-Rechner weist den Beleihungsauslauf direkt mit aus.
Wie stellt die Bank meine Haushaltsrechnung auf?
Sie stellt Ihren nachgewiesenen Einnahmen Pauschalen für die Lebenshaltung gegenüber — nicht Ihre tatsächlichen Ausgaben. Übliche Praxis ist ein Betrag je Haushaltsmitglied, dessen Höhe jedes Institut selbst festlegt; sparsames Leben hilft Ihnen in dieser Rechnung also nur begrenzt. Dazu kommen die Bewirtschaftungskosten der Immobilie: nicht umlagefähige Betriebskosten, Verwaltung und ein Ansatz für Instandhaltung, bei einer Eigentumswohnung das Hausgeld ohne die auf Mieter umlegbaren Teile. Mieteinnahmen werden üblicherweise nur mit einem Sicherheitsabschlag angesetzt; gesetzlich vorgegeben ist immerhin, dass nur dem Grunde und der Höhe nach wahrscheinliche und nachhaltige Einnahmen zählen und mögliche, aber ungewisse Mietsteigerungen unberücksichtigt bleiben (§ 4 Abs. 1 Nr. 3 ImmoKWPLV). Absehbare Verschlechterungen muss die Bank ebenfalls einrechnen — etwa ein sinkendes Einkommen, wenn die Laufzeit in den Ruhestand reicht, oder einen Anstieg des Sollzinssatzes (§ 4 Abs. 3 ImmoKWPLV). Was nach alledem übrig bleibt, ist der Betrag, den die Bank für Zins und Tilgung akzeptiert. Stellen Sie diese Rechnung vorher selbst auf: Budget-Rechner für den tragfähigen Kaufpreis, Finanzierungsrechner für Rate, Restschuld und Laufzeit.
Was passiert, wenn ich etwas verschweige — und was, wenn die Bank nicht sauber prüft?
Beides hat Folgen, und sie treffen jeweils die Seite, die geschlampt hat. Wer den Darlehensgeber über wesentliche Umstände arglistig täuscht — den verschwiegenen Ratenkredit, die Bürgschaft für den Bruder, die Unterhaltspflicht —, muss mit der Anfechtung des Vertrags rechnen (§ 123 Abs. 1 BGB); anfechten kann die Bank binnen eines Jahres ab Entdeckung, längstens zehn Jahre nach Abgabe der Erklärung (§ 124 BGB). Verschlechtern sich die Vermögensverhältnisse wesentlich, kommt eine außerordentliche Kündigung in Betracht (§ 490 Abs. 1 BGB). Umgekehrt gilt: Hat der Darlehensgeber gegen die Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung verstoßen, ermäßigt sich ein gebundener Sollzins auf den marktüblichen Zinssatz für Anlagen in Hypothekenpfandbriefe entsprechender Laufzeit, ein veränderlicher auf den Satz, zu dem europäische Banken einander Dreimonatsanleihen gewähren; zusätzlich dürfen Sie den Vertrag jederzeit fristlos kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung (§ 505d Abs. 1 BGB). Das greift allerdings nicht, wenn der Vertrag auch bei ordnungsgemäßer Prüfung hätte geschlossen werden dürfen — und es greift nicht, soweit Sie selbst Informationen vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtig erteilt oder vorenthalten haben (§ 505d Abs. 3 BGB). Ehrliche Angaben schützen Sie also doppelt.
Wie weise ich mein Eigenkapital nach, ohne in der Geldwäscheprüfung hängen zu bleiben?
Indem Sie jede größere Zahlung zurückverfolgbar machen. Banken müssen Sie vor Begründung der Geschäftsbeziehung identifizieren und dazu Name, Geburtsort, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Anschrift erheben und anhand des Ausweises überprüfen (§ 11 Abs. 1 und 4 GwG, § 10 Abs. 1 Nr. 1 GwG). Im Rahmen der laufenden Überwachung beziehen sie, soweit erforderlich, Informationen über die Herkunft der Vermögenswerte ein (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 Buchstabe b GwG); bei höherem Risiko oder bei politisch exponierten Personen müssen sie die Herkunft mit angemessenen Maßnahmen aktiv bestimmen (§ 15 Abs. 4 Nr. 2 GwG). Praktisch heißt das: Depot- oder Festgeldauflösungen mit Abrechnung belegen, größere Eingänge erklären können, eine Schenkung schriftlich festhalten und immer überweisen statt bar übergeben — bei einer Schenkung idealerweise vom Konto der Eltern direkt auf Ihres, damit der Weg lückenlos bleibt. Für den Kaufpreis selbst gilt ohnehin ein Barzahlungsverbot: Er darf nicht mit Bargeld, Kryptowerten, Gold, Platin oder Edelsteinen beglichen werden, und der Notar muss den Nachweis darüber sehen, bevor er die Eintragung beim Grundbuchamt beantragt (§ 16a Abs. 1 und 2 GwG).
Häufige Fragen
Wie viele Gehaltsabrechnungen und Steuerbescheide will die Bank sehen?
Üblich sind die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate und die Einkommensteuerbescheide der letzten zwei Jahre, bei Selbstständigen die Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre plus aktuelle BWA. Vorgeschrieben ist diese Liste nicht: Das Gesetz verlangt nur notwendige, ausreichende und angemessene Informationen zu Einkommen und Ausgaben. Welche Belege das im Einzelfall sind, entscheidet die Bank.
Was ist der Unterschied zwischen Kaufpreis und Beleihungswert?
Der Kaufpreis ist, was Sie zahlen. Der Beleihungswert ist der Wert, den die Bank auch langfristig noch für erzielbar hält — vorsichtig geschätzt, ohne konjunkturelle Ausschläge und ohne spekulative Annahmen. Er liegt deshalb regelmäßig unter dem Kaufpreis. Weil die Bank ihren Beleihungsauslauf an diesem Wert misst und nicht am Kaufpreis, reicht Ihr Eigenkapital in ihrer Rechnung weniger weit als in Ihrer.
Schadet es meiner Bonität, wenn ich bei mehreren Banken gleichzeitig anfrage?
Nicht, wenn Sie es richtig benennen. Auskunfteien unterscheiden zwischen einer Kreditanfrage und einer Anfrage zu Kreditkonditionen. Nur die Kreditanfrage wird anderen Banken angezeigt und wirkt sich auf den Score aus; die Konditionenanfrage nicht. Sagen Sie im Gespräch ausdrücklich, dass Sie Konditionen vergleichen, und prüfen Sie das Einwilligungsformular vor der Unterschrift. Das ist gelebte Praxis der Auskunfteien, keine gesetzliche Regel.
Muss ich einen Kredit angeben, der in drei Monaten abbezahlt ist?
Ja. Zum Zeitpunkt der Prüfung besteht er, und die Bank muss bestehende Verbindlichkeiten berücksichtigen. Vermerken Sie einfach das Laufzeitende und legen Sie den Tilgungsplan bei — dann kann die Bank die Rate für die Zeit danach herausrechnen. Weglassen wäre der schlechteste Weg: Der Kredit steht ohnehin in Ihren Kontoauszügen.
Meine Eltern geben Geld dazu — was will die Bank sehen?
Eine schriftliche Erklärung mit Datum, aus der hervorgeht, ob geschenkt oder geliehen wird, und die Überweisung vom Konto der Eltern auf Ihres. Bargeld ist der falsche Weg. Ist es ein Darlehen, gehören Rate und Rückzahlung in die Haushaltsrechnung; ist es eine Schenkung, bleiben je Kind und Elternteil 400.000 Euro innerhalb von zehn Jahren schenkungsteuerfrei.
Zählen meine Mieteinnahmen als Einkommen?
Ja, aber nicht in voller Höhe. Angesetzt werden dürfen nur Einnahmen, die dem Grunde und der Höhe nach wahrscheinlich und nachhaltig zu erzielen sind; mögliche, aber ungewisse Mietsteigerungen bleiben außen vor. Üblich ist zusätzlich ein Sicherheitsabschlag für Leerstand und Instandhaltung. Belegen Sie die Einnahmen mit Mietverträgen und der Anlage V, nicht mit einer eigenen Aufstellung.
Wie aktuell müssen die Unterlagen sein?
Übliche Praxis: Kontoauszüge, Gehaltsabrechnungen und Vermögensnachweise nicht älter als drei Monate, der Grundbuchauszug möglichst frisch, Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung aus dem laufenden beziehungsweise letzten Wirtschaftsjahr. Eine gesetzliche Frist gibt es dafür nicht. Zieht sich Ihre Finanzierung, fragen Sie nach, was aktualisiert werden muss, bevor die Bank es anmahnt.
Was kann ich tun, wenn die Bank meine Kreditwürdigkeit gar nicht richtig geprüft hat?
Dann sieht das Gesetz eine spürbare Folge vor: Der vereinbarte gebundene Sollzins ermäßigt sich auf den marktüblichen Zinssatz für Hypothekenpfandbriefe mit entsprechender Laufzeit, ein veränderlicher Zins auf den Dreimonatssatz zwischen europäischen Banken. Zusätzlich dürfen Sie jederzeit fristlos kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das gilt aber nicht, wenn der Vertrag auch bei ordnungsgemäßer Prüfung hätte geschlossen werden dürfen, und nicht, soweit Sie selbst Angaben unrichtig gemacht oder vorenthalten haben.
Quellen
- § 505a BGB — Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 505b BGB — Grundlage der Kreditwürdigkeitsprüfung — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 505d BGB — Verstoß gegen die Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 490 BGB — Außerordentliches Kündigungsrecht — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 123 BGB — Anfechtbarkeit wegen arglistiger Täuschung — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 124 BGB — Anfechtungsfrist — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 18a KWG — Kreditwürdigkeitsprüfung bei Verbraucherdarlehen — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 18 KWG — Kreditunterlagen, Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 4 ImmoKWPLV — Bei der Kreditwürdigkeitsprüfung zu berücksichtigende Faktoren — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 3 ImmoKWPLV — Anforderungen an die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 16 PfandBG — Beleihungswertermittlung — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 14 PfandBG — Beleihungsgrenze — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 3 BelWertV — Grundsatz der Beleihungswertermittlung — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 10 GwG — Allgemeine Sorgfaltspflichten — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 11 GwG — Identifizierung; Erhebung von Angaben — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 15 GwG — Verstärkte Sorgfaltspflichten — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 16a GwG — Verbot der Barzahlung beim Erwerb von Immobilien — abgerufen am 25. Juli 2026
- Art. 15 DSGVO — Auskunftsrecht und Datenkopie — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 31 BDSG — Schutz des Wirtschaftsverkehrs bei Scoring und Bonitätsauskünften — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 12 GBO — Einsicht in das Grundbuch — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 80 GEG — Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 87 GEG — Pflichtangaben in einer Immobilienanzeige — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 8 WEG — Teilung durch den Eigentümer — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 19 WEG — Ordnungsmäßige Verwaltung, Erhaltungsrücklage — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 28 WEG — Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung, Vermögensbericht — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 2 WoFlV — Zur Wohnfläche gehörende Grundflächen — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 4 WoFlV — Anrechnung der Grundflächen — abgerufen am 25. Juli 2026
- § 16 ErbStG — Freibeträge bei Schenkung und Erbschaft — abgerufen am 25. Juli 2026
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